Der Fachkräftemangel stellt viele Industrie- und Handwerksunternehmen vor große Herausforderungen. Gleichzeitig eröffnen digitale Technologien neue Möglichkeiten, Beschäftigte schneller einzuarbeiten, Wissen zu sichern und Arbeitsplätze attraktiver zu gestalten. Wie das funktionieren kann, haben wir mit Estella Landau von ZUKIPRO/Uni Kassel und Patrick Böhrer, Werksleiter bei „Bode – Die Tür GmbH“, im Podcast Zukunftsmusik besprochen. 

Digitallabor: Innovative Technologien für KMUS

Das Digitallabor der Universität Kassel ist Teil des Regionalen Zukunftszentrums ZUKIPRO in Nordhessen. Gemeinsam mit Unternehmen entwickelt das Zentrum praxisnahe Lösungen wie Augmented Reality (AR), Virtual Reality (VR) und Cobots (kollaborative Roboter). Die digitalen Anwendungen können von KMU im Rahmen des Beratungsprozesses getestet werden. So können Mitarbeitende beispielsweise Montageprozesse digital unterstützt erlernen oder beim digitalen Schweißtrainer versuchen, den Highscore zu knacken. Wenn die Anwendungen gut umgesetzt sind, können sie die Einarbeitung erleichtern, Sprachbarrieren reduzieren und die Motivation beim Lernen steigern. Gerade für die Gewinnung junger Fachkräfte werden moderne Lernmethoden immer wichtiger. 

Praxisbeispiel: Digitale Unterstützung in der Produktion 

Ein Praxispartner von ZUKIPRO ist „Bode – Die Tür GmbH“ aus Kassel, die Türsysteme für Züge und Bahnen produziert. Gemeinsam wurde unter anderem eine AR-Anwendung für die Montage sicherheitskritischer Notgriffe entwickelt. Die digitalen Anleitungen helfen dabei, komplexe Arbeitsschritte verständlich und effizient zu vermitteln. Das Unternehmen ist offen für Innovationen und setzt neben KI und anderen digitalen Tools auch Cobots (kollaborative Roboter) ein. Ziel ist es dabei nicht, Menschen zu ersetzen, sondern Fachkräfte zu entlasten und Prozesse effizienter zu gestalten. „Robotik und Automatisierung werden am Wirtschaftsstandort Deutschland immer wichtiger“, betont Böhrer. Besonders in Kombination mit KI könnten sich in den nächsten Jahren enorme Entwicklungsmöglichkeiten ergeben. 

Digitale Kompetenzen werden zum Erfolgsfaktor 

Die Beispiele aus dem Digitallabor zeigen, wie wichtig digitale Kompetenzen künftig für Fachkräfte werden. Unternehmen brauchen Mitarbeitende, die offen für neue Technologien sind und bereit bleiben, dazuzulernen. Gleichzeitig bieten moderne Technologien die Chance, Arbeitsplätze attraktiver zu machen und dem Fachkräftemangel aktiv entgegenzuwirken. 

„Digitale Kompetenz wird in Zukunft in nahezu jedem Beruf entscheidend sein“, erklärt Landau. Gleichzeitig gehe es aber auch um Offenheit, Lernbereitschaft und soziale Kompetenzen. Wer neugierig bleibt und neue Technologien ausprobiert, schafft die besten Voraussetzungen für die Arbeitswelt von morgen. 

Im Rahmen des ESF Plus-Programm Zukunftszentren setzt das RKW Kompetenzzentrum mit drei weiteren Verbundpartnern das Zentrum Zukunft der Arbeit um. Eine zentrale Aufgabe ist, das Wissen aus den Regionalen Zukunftszentren zu bündeln und die überregionale Vernetzung zu fördern. Dazu gehört auch die Podcast-Reihe Zukunftsmusik, in der das Gespräch entstanden ist. Das gesamte Gespräch mit Estella Landau und Patrick Böhrer gibt es als Podcast unter folgendem Link: 

Zum Podcast Zukunftsmusik Episode 16

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