Am 22. April hob sich erneut der Vorhang: Das sechste Vernetzungstreffen der Zukunftszentren führte das „Ensemble“ diesmal in die Händel-Halle nach Halle (Saale) – einem Haus, das dem Klang gewidmet ist. Das RKW als Verbundpartner war ebenfalls vor Ort. 

Im Rahmen des ESF Plus-Programm Zukunftszentren setzt das RKW Kompetenzzentrum mit drei weiteren Verbundpartnern das Zentrum Zukunft der Arbeit um.

Knapp 120 Teilnehmende aus dem gesamten Bundesgebiet fanden sich zusammen, um gemeinsam die Zukunft zu „komponieren“. Nicht mit Pauken und Trompeten, aber mit vielen guten Gesprächen, fachlichem Austausch und gemeinsamer Orchestrierung zur Partitur: „Intelligente Systeme – kompetente Beschäftigte: Zukunft der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine“.


Den Eröffnungstakt setzte Dr. Nils Geissler aus dem Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz. Er nahm die großen Herausforderungen für Unternehmen in den Blick: digitale Transformation, Klimaneutralität und natürlich KI. Sein Impuls setzte die ersten Töne und machte deutlich: KI kann Prozesse effizienter machen und neue Möglichkeiten eröffnen. Gleichzeitig müssen wir genau hinhören und hinschauen, wie KI unser Wissen und Können, unser Miteinander und uns als Gemeinschaft verändert. Damit schlug er die Brücke zu einer zentralen Botschaft: Lernen hört für niemanden auf.

Wie KI dabei helfen kann, Wissen sichtbar zu machen, zeigte anschließend Pia Stürzebecher vom Fraunhofer IFF. In ihrem Vortrag ging es um Erfahrungswissen, das in unseren Köpfen und unserem Können steckt und verborgen bleibt, solange niemand danach fragt. Mit Hilfe von Large Language Models kann dieses Wissen gesichert, sortiert und zugänglich gemacht werden, zum Beispiel durch Transkription, Strukturierung oder Chatbots. Kurz gesagt: KI kann helfen, Wissen dorthin zu bringen, wo es gebraucht wird — ohne auf eine direkte Meister-Schüler-Weitergabe angewiesen zu sein.

Ausgehend vom Jahresthema „KI und Digitalisierung“ beleuchteten Dr. Alexander Aust (RZ Sachsen), Dr. Sönke Knoch (RZzKI) und Nadine Reussel-Distler (pulsnetz MuTiG) die drei Stimmen der Triade Mensch, Technik und Organisation – wie drei Instrumentengruppen, die erst im Zusammenklang ein vollständiges Werk ergeben.

Den Einstieg machte Dr. Alexander Aust mit Blick auf die Mitarbeitenden: Einerseits gilt es, individuelle Bedarfe im Hinblick auf Kompetenzerweiterung zu identifizieren. Andererseits braucht es den aktiven Abbau von Ängsten vor dem technologischen Wandel. Dr. Sönke Knoch nahm die technische Seite in den Blick. Seine Botschaft: KI ist „keine Spielwiese“ oder um bei unserer Analogie des Orchesters zu bleiben „kein freies Improvisieren“ nach dem Motto „Wir probieren einfach mal alles aus“. Das Instrument bzw. die Technik und dessen Einsatz muss zum Geschäftsmodell, den Arbeitsprozessen und den Menschen passen. Nadine Reussel-Distler lenkte den Blick auf Organisationen als soziale Gebilde. Denn Arbeitsprozesse sind von Menschen für Menschen gemacht. Wer Technologie einführt, muss deshalb immer auch Kultur, Zusammenarbeit und Lernen mitdenken. Erst im Zusammenspiel dieser drei Stimmen entsteht ein tragfähiger Klang.

Im World Café diskutierten wir dann gemeinsam an acht Thementischen die „Partitur“ des Verhältnisses zwischen Mensch, Technik und Organisation. Die folgenden Einsätze geben einen ersten Eindruck der „Melodien“, die dabei erklangen.

• Geschäftsmodelle bestimmen die Technologie – nicht umgekehrt.
• Wie verändert die KI unser gesellschaftliches Bild von Arbeit und Selbstverwirklichung?
• Nicht das Alter entscheidet, wie jemand mit KI umgeht, sondern die Haltung.
• Wer mit KI arbeitet, braucht Urteilsvermögen — kritisches Denken als Schlüsselkompetenz — und die Bereitschaft, sich anzustrengen.
• Die Realität: Berufe werden wegfallen.
• KI-Hype versus Unternehmensrealität.

Im abschließenden Fishbowl stimmten wir einen Kanon an: Hier diskutierten Vertreter*innen der Regionalen Zukunftszentren RZzKI, ZUKIPRO, KI NRW und Zukunftszentrum Süd ihre Rolle als Beratende, wertneutrale Begleiter*innen und Impulsgeber*innen.

Freies Spiel und Nachklang

Neben den fachlichen Formaten blieb auch Raum für Kreatives: Eine interaktive AR-Experience lud dazu ein, neue Technologien unmittelbar in die Hand zu nehmen. Und natürlich kam auch das Vernetzen nicht zu kurz, denn oft entstehen die stärksten Themen und Diskussionen genau zwischen zwei Programmpunkten: In den Pausen, im Nachklang und im ungezwungenen Zusammenspiel abseits des Dirigentenpults.

Unser Fazit
 

Getreu unserer Orchester-Analogie stimmen wir ein: Die Musik der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine wird nicht allein von intelligenten Systemen komponiert. Sie entsteht dort, wo Menschen kompetent, kritisch und neugierig mit ihnen umgehen. KI entfaltet ihr Potenzial vor allem dann, wenn sie in gute Prozesse, starke Teams und eine Kultur des gemeinsamen Lernens eingebettet ist. Dann wird aus einzelnen Stimmen ein gemeinsamer Klang. Tanja, Lakteit, Martin Deschauer & Oksana Braude - RKW Projektteam ZZA

Förderinformationen

Das Projekt „Zentrum Zukunft der Arbeitswelt“ (ZZA) wird im Rahmen des Programms „Zukunftszentren“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert. Das „Zentrum Zukunft der Arbeitswelt“ wird ergänzend durch den Freistaat Sachsen, vertreten durch das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz, kofinanziert.

Laufzeit des Projekts

Januar 2023 - Dezember 2026

Bildquellen und Copyright-Hinweise
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Das Projekt „Zentrum Zukunft der Arbeitswelt“

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