Die Beschäftigtenbefragung
Eine Bechäftigtenbefragung kann differenzierte Erkenntnisse über die Arbeitszufriedenheit und Anhaltspunkte für einen Verbesserungsbedarf bei den Arbeitsbedingungen liefern. Sie ist jedoch vergleichsweise aufwändig und eignet sich daher vor allem für größere mittelständische Unternehmen. Mit einem standardisierten Fragebogen erheben Sie die Meinungen der Beschäftigten zu Arbeitsanforderungen, Arbeitsorganisation, gesundheitlichen Gefährdungen und zum betrieblichen Klima. Die Beteiligung an der Befragung beruht auf Freiwilligkeit.
Die Zahl der Befragten sollte mindestens 50 Personen umfassen. Bei weniger Befragten ist es schwierig, ausreichenden Datenschutz zu gewährleisten. Es darf beispielsweise nicht nachvollziehbar sein, von wem eine Aussage kommen könnte. Kleinere Betriebe sollten stattdessen besser Workshops, Interviews und Analysen der Arbeitssituation durchführen. Auch Mitarbeitendengespräche lassen sich für diese Themen nutzen.
Der Nutzen für Ihr Unternehmen
Eine Beschäftigtenbefragung dient betrieblichen Zielen und nützt auch den Beschäftigten. Die Analyseergebnisse liefern die Basis für Verbesserungen von Arbeitsabläufen, Führungsqualität, Zusammenarbeit und Kommunikation. Die Beschäftigtenbefragung hat eine Signalfunktion: Sie zeigen damit, dass Sie Meinungen, Erwartungen und Wünsche der Beschäftigten ernst nehmen. Dies fördert eine offene Kommunikationskultur im Betrieb und stärkt die Motivation, Wissen und Erfahrungen einzubringen.
Standardisierte Fragebögen haben allerdings auch Grenzen in ihrer Aussagekraft. Sie geben Antwortmöglichkeiten vor, der Zusammenhang und die genauen Gründe für die Einschätzungen und Bewertungen der Mitarbeiter werden oft nicht hinreichend deutlich. Dennoch bildet die Beschäftigtenbefragung eine Ergänzung zu den objektiven Analyseinstrumenten Gefährdungsbeurteilung und Fehlzeitenanalyse.
Die Befragung kann auch als Instrument der Gefährdungsbeurteilung eingesetzt werden. Überlegen Sie, ob Sie beide Aspekte gemeinsam bearbeiten möchten. Zur Gefährdungsbeurteilung siehe Leitfaden 1: „Arbeit demografiefest gestalten – Warum es sich lohnt und wie es gelingen kann“.
So können Sie vorgehen:
- © RgStudio / Getty Images – Lächelnde Mechanik an ihren Arbeitsplatz (3784_laechelnde-mechanik-an-ihren-arbeitsplatz.jpg)