Rohstoff- und Materialeffizienz steigert Produktivität

Veröffentlicht: 18.12.2018

Zusammenfassung: In den vergangenen Jahren hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie den Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis etabliert. Ende Januar 2019 wird der Rohstoffeffizienzpreis des Jahres 2018 im BMWi verliehen.

Vereinfacht ausgedrückt bezeichnet Materialeffizienz das Verhältnis der eingesetzten Rohstoffe bei der Herstellung eines Produkts im Verhältnis zu den im Endprodukt enthaltenen Materialien. Das Ziel der Materialeffizienz ist es also, möglichst wenig Materialverlust bei der Herstellung eines Produkts zu verursachen. 

Erreicht wird eine solche effiziente Materialverwendung beispielsweise durch das Einsparen von Hilfsstoffen, der Optimierung des Produktionsablaufs sowie der Reduzierung von Ausschuss und Verschnitt. Gerade im Produzierenden Gewerbe sind die Materialkosten der größte Kostenblock der Unternehmen. Daher können durch Maßnahmen der Materialeffizienz hohe Stückkosten spürbar gesenkt werden, sodass die Firmen ohne personelle Maßnahmen Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit steigern können. Ein weiterer positiver Effekt ist eine auf langfristige Sicht dauerhafte Senkung der Energie- und Entsorgungskosten der Unternehmen. 

Dabei sind Maßnahmen zur Verbesserung der Materialeffizienz zumeist einfach und kostengünstig. Zudem sind die Amortisationszeiträume oftmals kurz.. Die positiven Auswirkungen der Ansätze werden also schnell sichtbar. So könnte nach mehrfachen empirischen Befund in Deutschland eine Steigerung der Materialeffizienz um circa 20 Prozent erreicht werden. 

Das statistische Bundesamt gab im Jahr 2016 den Verbrauch an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen für das verarbeitende Gewerbe, den Bergbau und die Gewinnung von Steinen und Erden mit 863.777 Millionen Euro an. Hierin verbirgt sich also ein riesiges Einsparpotenzial. Um eine Verbesserung der Materialeffizienz zu erzielen, können Sie an drei strategischen Punkten ansetzen:  

  1. Ihr Produkt
    Zuallererst lohnt sich ein Blick auf die Produktkonstruktion und die Produktdimensionierung, etwa durch die sorgfältige Auswahl der Materialien. Sind diese beispielweise kritisch in Hinsicht auf ihre Wirkungen auf die Umwelt oder ihre Haltbarkeit, Stichwort Obsoleszenz. Kann der Verschnitt und damit  unter Umständen teurer Abfall beispielsweise durch moderne Maschinen oder bessere Softwarelösungen reduziert werden? Oder können anfallende Nebenprodukte zum Beispiel weiterverarbeitet werden? 
  2. Verbesserungen des Produktionsprozesses
    Aspekte in diesem Bereich sind unter anderem Prozessparameter und Bearbeitungsverfahren, die unter dem Gesichtspunkt der Optimierung betrachtet werden müssen.  
  3. Verbesserungen im Produktionsumfeld
    Der dritte Punkt setzt im Produktionsumfeld an und untersucht Transportprozesse, Verpackungsmaterial und Lagerhaltung.

Wie die praktische Umsetzung dieser Ansätze aussehen kann, zeigen die Praxisbeispiele sowie die Gewinner des Deutschen Rohstoffeffizienzpreises der vergangenen Jahre.

Mit dem Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis zeichnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) herausragende Beispiele rohstoff- und materialeffizienter Produkte, Prozesse und Dienstleistungen aus. Die fachliche Leitung hat wie in den vergangenen Jahren wieder die Deutsche Rohstoffagentur (DERA). Prämiert werden vier Unternehmen und eine Forschungseinrichtung.

Die Verleihung des Rohstoffeffizienzpreises 2018 findet in Verbindung mit einer attraktiven Fachkonferenz am 31. Januar 2019 im BMWi statt. Hier finden Sie das Programm und die Möglichkeit der Anmeldung.