Die Methode Wertstromdesign

Veröffentlicht: 19.12.2018

Projekt: Innovationsmanagement

Zusammenfassung: Die Methode „Wertstromdesign“ gibt in ihrem Ergebnis eine sehr gute Übersicht über die in einem Unternehmen oder auch in einer Organisation bestehenden Prozesse. Sie ermöglicht dadurch die Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette.

Die Methode Wertstromdesign

Die Methode Wertstromdesign hat ihren einprägsamen Namen durch den Begriff Wertstrom. Ein Wertstrom beschreibt alle notwendigen Prozessschritte, um ein Produkt (oder auch eine Dienstleistung) vom Rohstoff bzw. Rohmaterial bis zu einem für den Kunden nutzbaren Produkt bzw. zu einer wertstiftenden Dienstleistung zu bringen. Ein Wertstrom besteht dabei in der Regel aus wertschöpfenden, nicht wertschöpfenden - aber unterstützenden Aktivitäten - und eben auch der sogenannten Verschwendung. Letzterer gilt es zuallererst auf die Spur zu kommen.

Wie funktioniert die Methode?

Ziel des Wertstromdesigns ist es, nicht wertschöpfende Aktivitäten und Verschwendungen gut sichtbar werden zu lassen und sie durch geeignete Maßnahmen kontinuierlich zu minimieren bzw. völlig abzustellen. Konkret bedeutet das, Prozessschritte, Schnittstellen, Prozesszeiten, Durchlaufzeiten, Bestände, Steuerungsaufwand und Material- und Informationsflüsse zu identifizieren, zu visualisieren und anschließend zu optimieren.

Hierzu geht die Wertstrom-Methode in vier Schritten vor:

1.    Auswahl der Produktfamilie, das heißt Fokussierung auf eine Gruppe von Produkten, die sich in ihren Abläufen ähneln.

2.    Erfassen des Ist-Zustandes, um ein Verständnis des bestehenden Wertstroms zu schaffen.

3.    Entwickeln eines Soll-Zustandes, um die zukünftige Funktionsweise des Wertstroms entwerfen.

4.    Umsetzen des Soll-Zustandes, um sich schrittweise an den Soll-Zustand anzunähern.

Damit ist jedoch nur ein Zwischenziel erreicht, denn Wertstromdesign beinhaltet, die Prozesse kontinuierlich zu verbessern.

Ist Zustand abbilden

Die Abbildung des aktuellen Wertstroms soll alle wertschöpfenden und nicht wertschöpfenden Bearbeitungsereignisse enthalten. Das umfasst alle Material-, Informations- und Prozessflüsse – vom Rohstoff bzw. Rohmaterial bis hin zum Kunden, inklusive der Durchlaufs- und Verarbeitungszeiten. Denn um verborgene Verschwendungen sichtbar zu machen, muss der Materialfluss im Zusammenhang mit dem Informationsfluss betrachtet werden.

Die Aufnahme des Ist-Zustands erfolgt vor Ort mit Hilfe von standardisierten, einheitlichen Symbolen, möglichst auf einem DIN A3 Blatt. Dabei wird die Produktion systematisch mit allen relevanten Kenngrößen erfasst.

Entwickeln des Soll-Zustands

Durch die Verwendung einer einfachen Symbolik und die klare Darstellung auf einer Seite erreicht man in der Regel eine schnelle Verständigung. So können die Handlungsbedarfe schnell ermittelt und darauf folgend die daraus abgeleiteten Schritte gut in die Produktionsabläufe integriert werden. Das Ziel der Methode ist es, die Prozesse vom Endkunden zurück zum Rohmaterial zu gestalten, und zwar in einem gleichmäßigen Fluss ohne Umwege, in der kürzesten Durchlaufzeit, in höchster Qualität und zu möglichst niedrigen Kosten. Im Klartext: Die Sicht des Kunden ist die Grundlage der Gestaltung der Prozesse.

Neben der Vermeidung von Verschwendung wird das Ziel also durch die Verkürzung von Durchlaufzeiten erreicht. Methodisch geht man allerdings eher in kleinen Schritten voran. Zu Beginn sollte bei der Ableitung des Soll-Zustands der Fokus darauf  liegen, eine erste Annäherung an das Optimum zu ermitteln. Davon ausgehend können die Planungen und deren Umsetzungen dann immer weiter konkretisiert und um weitere Details ergänzt werden. Zur Entwicklung des Soll-Zustandes sind folgende Leitlinien hilfreich:

  • Montieren nach Taktzeit
  • Einführen einer kontinuierlichen Fließfertigung
  • Verwendung von Supermarkt-Pull-Systemen
  • Steuerung durch die Produktionsplanung möglichst nur an einer einzelnen Stelle
  • Schaffung eines Produktausgleiches
  • Schaffung eines Anfangs-Pull
  • Notieren der notwendigen Verbesserungen, um den Soll-Prozess umzusetzen

Die Vorteile des Wertstromdesigns

Wertstromdesign ist eine relativ einfache und gut anwendbare Methode und hat dennoch einen umfassenden Ansatz. Alle Prozesse werden miteinander verknüpft, übersichtlich dargestellt und analysiert. Schnell umsetzbare Verbesserungsmaßnahmen können so umgesetzt und langfristig notwendige Investitionen geplant werden. In der Praxis zeigen sich durch die Anwendung der Methode Wertstromdesign eine starke Reduktion der Durchlaufzeiten, der Bestände, der Montagezeit, der Rüstzeiten und vor allem auch des Flächenbedarfs.

Ausführliche Informationen und gute Abbildungen finden Sie in unserem Faktenblatt Wertstromdesign.