Social Entrepreneurship in der Praxis - das FinEd-Startup Finanu

Sparschwein

Veröffentlicht: 08.10.2018

Projekt: Entrepreneurship Education

Zusammenfassung: Benjamin Kerber, Gründer von 'Finanu', spricht mit uns über sein Social Startup.

Gesellschaftliche Probleme anpacken und die Wirtschaft positiv mitgestalten – das sind die Intentionen sozialer Startups. Aber wie kann man sich diese Sozialunternehmen konkret vorstellen? Welche Ziele haben sie und wie wird dort gearbeitet? In diesem Blog-Beitrag zeigen wir ein Beispiel für Social Startups aus dem Finanz-Sektor.

Benjamin Kerber, Gründer des FinEd (Fintech-Education) Startups Finanu, berichtet uns über das junge Unternehmen.


Herr Kerber, was ist Finanu? Welches Problem geht ihr mit eurem Startup an?

Benjamin Kerber: Finanu ist ein Social Startup mit dem Ziel, die Armut ins Museum zu befördern. Wir möchten finanzielle Teilhabe für alle Menschen zugänglich machen. Viele Menschen -gerade viele junge Menschen- wissen oftmals nicht, dass Investitionen bereits ab einem Euro möglich sind. Das führt dazu, dass Personen mit viel Geld ihr Kapital durch Investitionen vermehren, während diejenigen mit weniger Eigenkapital keine Möglichkeit sehen, ihr Geld sinnvoll anzulegen. Dadurch haben Menschen mit geringeren finanziellen Mitteln keine gleichberechtigte Chance auf finanzielle Teilhabe. Das wollen wir ändern, der Vermögensaufbau darf kein Privileg sein!
Wir sollten die Ökonomie mitgestalten, nicht nur als Konsumenten und Arbeitnehmer, sondern ebenso als „Eigentümer“ am Produktivkapital des Landes, in dem wir leben und grenzenloser gedacht: Der Welt. Dies geschieht am besten durch Aktien (Aktie = Anteil an einem börsennotierten Unternehmen), beziehungsweise preiswerte und diversifizierte Indexfonds (ETF).

Wie macht ihr die finanzielle Teilhabe für alle möglich?

Durch Bildung. Sie ist in unseren Augen die beste und die nachhaltig wirksamste Stellschraube für eine positive Veränderung und der Schlüssel zur Welt. Finanu fördert die finanzielle Bildung und möchte Menschen dazu inspirieren, die finanzielle Teilhabe zu beginnen. Wir fordern auf, mitzumachen, damit das „Wir“ in Wirtschaft lebt!

Was unternehmt ihr konkret?

Das aktuelle Herz von Finanu ist der FinanuBlog. Hier können Interessierte vielseitige Artikel zum Thema "Finanzen" durchstöbern und sich für ihren Alltag inspirieren lassen.
Angefangen von Grundlagen wie der Erstellung eines Haushaltsbuchs, über die Herausarbeitung der persönlichen finanziellen Ziele bis hin zur „Umsetzung“, also der Investition von Geld, beinhaltet der Finanu Blog allerhand interessanter Beiträge. Als zusätzlicher Teil des FinanuBlogs wurde 2018 die 10EuroChallenge ins Leben gerufen. In dessen Rahmen zeigen wir smarte Möglichkeiten auf, wie man mehr aus seinen Finanzen holen kann.
Die Challenge soll etwas Grundlegendes verdeutlichen: als kleinster gemeinsamer "Nenner" lässt sich bereits ab 10 Euro Geld investieren – beziehungsweise der Vermögensaufbau beginnen. Hier spielt es keinerlei Rolle, ob Interessierte in Aktien, Indexfonds, Edelmetalle, Startups oder Immobilien investieren möchten: mit 10 Euro lässt sich jede Investition – stets mit geringen Gebühren – tätigen.
Kleinster gemeinsamer Nenner heißt noch etwas: 10 Euro ist nicht die Untergrenze! Der Vermögensaufbau ist bereits ab 1 Euro möglich! (mehr dazu hier)

Gab es auch Schwierigkeiten bei der Gründung und Weiterentwicklung von Finanu? Wie habt ihr sie gelöst?

Ja – nahezu alle Gründer kennen die Herausforderungen, welche eine Umsetzung einer Idee in die Realität mit sich bringt. Diese haben wir gelöst, indem wir immer unsere Nutzer in unsere Visionen eingebunden haben. Ob im persönlichen Gespräch auf der Straße, Online-Umfragen oder E-Mails: Wir haben Konzepte immer wieder zeitnah getestet und getestet und getestet. Durch diese Erfahrungen konnten wir neue Veränderungen anstoßen. Wichtig war uns dabei immer, unsere ursprüngliche Vision nicht aus den Augen zu verlieren.


Vielen Dank für das Interview!


Mehr zu dem Thema Social Entrepreneurship und zu der Frage, wie man bereits in der Schule soziale Probleme unternehmerisch angehen kann, finden Sie in unserem Grundlagenheft Entrepreneurship Education - Ansätze aus Wissenschaft und Praxis.