Diese Woche feierten die teilnehmenden Digiscouts-Betriebe aus der Region Norddeutschland im Übeersee-Museum in Bremen ihren erfolgreichen Projektabschluss. Neben den Video-Pitches konnten sich die Teilnehmenden an Marktständen ausführlich über die umgesetzten Digiscouts-Projekte informieren. Die Azubis gingen selbstverständlich nicht mit leeren Händen nach Hause: Sie bekamen Zertifikate und induktive Ladestationen überreicht.

Hier finden Sie einen Überblick über die Projekte der 13 Teams aus der Region Norddeutschland:
 

Wissen digital verankert – mit dem AGWiki

Bei der AGW Elektrotechnik GmbH waren Sicherheitsunterweisungen, interne Schulungen und die Prüfungsvorbereitung bisher stark papier- und präsenzbasiert, zeitaufwendig und kaum messbar. Im Digiscouts-Projekt entwickelte ein Auszubildender mit der Lernplattform AGWiki ein zentrales Intranet, das Sicherheitsunterweisungen digital abbildet und als dauerhaftes Nachschlagewerk dient. Die Inhalte wurden nach Ausbildungslernfeldern strukturiert und durch Aufgaben, Lösungen sowie Quizformate zur Lernstandskontrolle ergänzt. So entstand ein papierloses, jederzeit zugängliches Lernsystem, das Wissen sichert und Ausbildung sowie Weiterbildung nachhaltig stärkt.

Nahtlos statt doppelt – neues Warenwirtschaftssystem bei AVERES

Bei AVERES waren Planung, Angebotserstellung und Auftragsabwicklung bisher auf mehrere Systeme verteilt, was Medienbrüche, manuelle Übertragungen und geringe Transparenz verursachte. Das vierköpfiges Azubi-Team konzipierte und realisierte die Einführung eines neuen, auf die Möbelbranche zugeschnittenen Warenwirtschaftssystems. Ziel war es, Planungs-, Artikel- und kaufmännische Daten in einer Lösung zu bündeln und manuelle Arbeitsschritte deutlich zu reduzieren. Durch integrierte Herstellerdaten, transparente Preis- und Rabattstrukturen sowie gemeinsamen Datenzugriff entstehen durchgängige Prozesse – mit effizienteren Abläufen, schnellerer Entscheidungsfindung und präziseren Angeboten.

Vom Aushang zum Echtzeit-Infohub

Im Arbeitsalltag der cwTec Gesellschaft für Werkzeug- und Maschinenbau mbH diente eine klassische Magnettafel lange als zentrales Informationsmedium – mit handschriftlichen Notizen, begrenztem Platz und hohem Pflegeaufwand. Die Azubis haben diese Lösung hinterfragt und ein digitales Schwarzes Brett umgesetzt, das Informationen übersichtlich, aktuell und standortunabhängig verfügbar macht. Über ein zentrales System lassen sich Inhalte nun digital steuern, zeitlich planen und flexibel erweitern, etwa durch visuelle Elemente oder interaktive Verknüpfungen. Dadurch erreicht wichtige Information Mitarbeitende schneller und zuverlässiger. Das Unternehmen profitiert von effizienteren Abläufen, einem modernen Erscheinungsbild und einer nachhaltigen Kommunikationslösung.

Reparaturen im Griff – Tickets mobil steuern

In der Vergangenheit liefen Reparaturmeldungen über Papierformulare, manuelle Zuweisungen und zeitverzögerte Rückmeldungen. Die Azubis des Ev. Krankenhausverein e. V. haben diesen Prozess analysiert und ein mobiles Ticketsystem für die Haustechnik umgesetzt, das Transparenz und Verlässlichkeit schafft. Über Tablets erhalten die Techniker ihre zugewiesenen Aufträge digital, dokumentieren die Erledigung per Statusmeldung und bestätigen Arbeiten direkt mit einer digitalen Unterschrift. Der Bearbeitungsstand ist für den Empfang jederzeit einsehbar, ergänzend ermöglicht eine integrierte Zeiterfassung die spätere Abrechnung größerer Maßnahmen. Das Ergebnis ist eine deutlich vereinfachte Kommunikation, weniger Papierverbrauch und ein strukturierter Ablauf, bei dem keine Reparatur mehr übersehen wird.

Hilfe zur Selbsthilfe – digitale Fehlersuche im Service-Portal

Bei der Heinz Bergmann OHG war der technische Support bislang stark auf telefonische Anfragen ausgerichtet: Kunden kontaktierten den Service, um gemeinsam mit Mitarbeitenden oder Technikern eine Lösung zu finden. Das vierköpfige Azubi-Team hat diesen Ansatz weiterentwickelt und das bestehende Service-Portal um ein interaktives Tool zur strukturierten Fehlersuche ergänzt. Über eine schrittweise geführte Liste möglicher Fehlerquellen können qualifizierte Fachkräfte nun selbstständig Ursachen eingrenzen und Probleme direkt lösen. Das Unternehmen profitiert von einer spürbaren Entlastung des Service-Teams und wertvollen Auswertungsdaten, während Kunden schneller, unabhängiger und rund um die Uhr Unterstützung erhalten.

Mehr Überblick, weniger Aufwand – Arbeitsmittel digital beantragen

Die Beantragung von Betriebskleidung bei der Hermann Paus Maschinenfabrik GmbH war lange mit persönlichem Abstimmungsbedarf, Papierformularen und zusätzlicher Nacharbeit verbunden. Im Rahmen von Digiscouts haben die Azubis diesen Ablauf analysiert und einen durchgängig digitalen Prozess entwickelt, der Anfragen zentral bündelt und automatisiert verarbeitet. Mitarbeitende stellen ihren Antrag nun über ein digitales Formular und erhalten direkt Rückmeldung zu Status und Verfügbarkeit. Das Unternehmen profitiert von einer deutlichen Entlastung im Tagesgeschäft, höherer Prozesssicherheit und einer modernen Lösung, die Ressourcen spart und Abläufe nachhaltig verbessert.

Feedback neu gedacht – Veranstaltungen digital auswerten

Die Auswertung von Veranstaltungsfeedback bei der meta Fackler Arzneimittel GmbH war bisher mit hohem Aufwand verbunden: Papierformulare mussten individuell erstellt, verteilt und anschließend händisch übertragen werden. Im Rahmen von Digiscouts hat eine Auszubildende diesen Ablauf grundlegend neu aufgesetzt und eine digitale Feedbacklösung realisiert. Teilnehmende geben ihre Rückmeldungen nun direkt über mobile Endgeräte ab, gesteuert über QR-Codes und flexibel an jedes Veranstaltungsformat anpassbar. Die Ergebnisse stehen sofort zur Verfügung und lassen sich mithilfe intelligenter Auswertungen effizient analysieren. So entstehen schnell belastbare Erkenntnisse zu Inhalten, Referenten und Organisation. Das Unternehmen spart Zeit und Ressourcen und gewinnt gleichzeitig eine datengetriebene Grundlage zur kontinuierlichen Verbesserung seiner Veranstaltungen.

Sicher ankommen, selbstständig arbeiten

Für Auszubildende und duale Studierende der Nehlsen AG gab es bislang keinen einheitlichen Überblick über Abteilungen, Ansprechpartner und Aufgaben während der einzelnen Einsatzphasen. Im Rahmen von Digiscouts haben die Azubis dieses Thema aufgegriffen und mit dem AzubiKompass ein digitales Orientierungstool umgesetzt. Es bündelt Informationen zu Abläufen, Zuständigkeiten und Erwartungen in den Abteilungen und schafft damit eine klare Struktur für den Ausbildungsalltag. Ergänzend unterstützen praxisnahe Anleitungen dabei, Aufgaben eigenständig und sicher zu erledigen. So entsteht Transparenz von Beginn an und der Betrieb stärkt die Qualität der Ausbildung, während Auszubildende schneller Orientierung gewinnen und Verantwortung übernehmen.

Geschichte zum Anfassen – der Heringszaun digital erklärt

Informationen zum Heringszaun in Kappeln wurden bei der Ostseefjord Schlei GmbH lange über gedruckte Flyer vermittelt, die schnell veralteten und viele Rückfragen auslösten. Aus der Idee der beteiligten Auszubildenden entstand ein digitales Medienpult, das Geschichte, Bedeutung und Funktionsweise des Heringszauns anschaulich und zeitgemäß erklärt. Die Inhalte werden multimedial aufbereitet, zentral gepflegt und lassen sich jederzeit aktualisieren. Besucherinnen und Besucher informieren sich selbstständig, während das Personal im Alltag spürbar entlastet wird. Gleichzeitig sinkt der Papierverbrauch deutlich und die Touristinformation präsentiert sich moderner, nachhaltiger und näher an den Erwartungen digitalaffiner Gäste.

Wissen teilen, sicher arbeiten – KnowHow+ bei stahlotec

Neue Aufgaben wurden bei der stahlotec GmbH bislang individuell erklärt – je nach Zeit, Erfahrung und persönlichem Stil der Ausbilder. Das führte zu unterschiedlichen Wissensständen und Unterbrechungen im Arbeitsablauf, wenn Rückfragen nicht sofort geklärt werden konnten. Die Azubis haben daraus das Projekt KnowHow+ entwickelt: ein digitales Einführungssystem, das Prozesse einheitlich und nachvollziehbar vermittelt. Über Videos, Texte und klar strukturierte Checklisten können sich Auszubildende selbstständig in Aufgaben einarbeiten und ihr Wissen gezielt vertiefen. Schrittweise soll die Lösung von Ausbildungsinhalten auf weitere Unternehmensprozesse ausgeweitet werden. Das Ergebnis sind weniger Fehler, eine schnellere Einarbeitung und spürbare Entlastung für Ausbilder und Fachkräfte.

Ein Blick genügt – Informationen digital bündeln

Das zweiköpfige Azubi-Team der Steinicke Haus der Hochlandgewürze GmbH hat die interne Informationsflut aus Papierzetteln und einzelnen Teams-Nachrichten kritisch hinterfragt. Geburtstage, Termine, Schichtpläne und audit­relevante Aushänge waren bislang über verschiedene Kanäle verteilt und dadurch oft unübersichtlich oder nicht mehr aktuell. Mit einem digitalen Schwarzen Brett haben die Azubis eine zentrale Lösung geschaffen, die alle relevanten Informationen strukturiert zusammenführt und jederzeit aktuell hält. Inhalte lassen sich sofort anpassen, mehrsprachig darstellen und für alle Mitarbeitenden sichtbar ausspielen. Das entlastet die Personalabteilung, spart Druckaufwand und sorgt für klare Kommunikation. Für den Betrieb bedeutet das mehr Transparenz und eine bessere Einbindung der Mitarbeitenden.

Zeichnungen jederzeit verfügbar – Fertigung ohne Wartezeiten

In der Fertigung der Wurst Stahlbau GmbH waren Bauzeichnungen bislang ausschließlich über die Arbeitsvorbereitung erhältlich. Mitarbeitende mussten die Unterlagen persönlich abholen und waren außerhalb der regulären Zeiten – etwa in den Abendstunden – oft handlungsunfähig. Die Azubis haben diese Schwachstelle erkannt und den Zugriff auf Bauzeichnungen digital neu organisiert. Ziel war es, relevante Unterlagen zentral bereitzustellen und unabhängig von Anwesenheiten verfügbar zu machen. So können Mitarbeitende jederzeit auf aktuelle Zeichnungen zugreifen und ihre Arbeit ohne Unterbrechungen fortsetzen. Das reduziert Wartezeiten, senkt den Papierverbrauch und minimiert Fehler durch Arbeiten mit veralteten oder unvollständigen Informationen. Gleichzeitig profitiert der Betrieb von reibungsloseren Abläufen in der Fertigung und einer spürbaren Steigerung von Effizienz und Prozesssicherheit.

Einarbeitung neu organisiert – Schulungen zentral und digital

Bei der MPF Medicalprodukte Vertrieb GmbH waren Schulungsunterlagen für neue Mitarbeitende bislang über Excel-Listen und SharePoint verteilt, ohne zentrale Übersicht über offene oder absolvierte Maßnahmen. Azubis entwickelten daher eine Schulungssoftware, die Inhalte bündelt und den Einarbeitungsprozess digital abbildet. Schulungen werden automatisiert zugewiesen, Fortschritte transparent dokumentiert und Erinnerungen systemgestützt versendet. Das Ergebnis sind weniger administrativer Aufwand, höhere Prozesssicherheit und eine schnellere, einheitliche Einarbeitung neuer Mitarbeitender.

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