Hochqualifizierte Fachkräfte als Standortstärke

Hochqualifizierte Fachkräfte als Standortstärke

Die breite Fachkräftebasis bildet das Rückgrat der Thüringer Optikbranche. Wie der aktuelle Wachstumsreport Photonik zeigt, dominieren qualifizierte Facharbeiter und Ingenieure die Beschäftigtenstrukturen. Die Altersstruktur in der regionalen Branche stellt sich im Unterschied zu vielen anderen ostdeutschen Branchen als ausgewogen dar. Viele Firmen, die im Zuge des Wirtschaftsaufschwungs in den vergangenen Jahren ihre Beschäftigung erhöhten, konnten junge Beschäftigte für ihr Unternehmen gewinnen und damit der Alterung ihrer Belegschaft entgegenwirken.

Die an der Bestandsaufnahme beteiligten Firmen betrachten ihre qualifizierten Facharbeiter und Ingenieure als zentrale Stärke ihres Unternehmens. Das Kompetenzniveau der Facharbeiter und Ingenieure schätzen sie als hoch ein. Von fachlichen Defiziten berichten die Firmen nicht. Qualifizierungsmatrizen als Instrument zum Vergleich des Ist-Standes der Qualifikationen mit dem Soll der Qualifikationsanforderungen finden Anwendung, zum Teil, um bei Audits den Kundenvorgaben Rechnung zu tragen.

Um ihre Belegschaften in der Hightechbranche Optoelektronik auf den neuesten Stand der Technik zu bringen und um die Beschäftigten ans Unternehmen zu binden, hat Weiterbildung einen hohen Stellenwert. Sie umfasst Qualifizierungen bei der Einführung neuer Technologien, externe Qualifizierungen auf Technologiefeldern sowie auch die Unterstützung von Mitarbeitern bei der Realisierung persönlicher beruflicher Entwicklungswünsche (z.B. Meisterausbildung).

Die Unternehmen verfügen zum Teil schon seit längerer Zeit über Altersstrukturanalysen, die bis hinab auf die Ebene der Arbeitsbereiche Informationen und Indikatoren für den zukünftigen Fachkräftebedarf und daraus abzuleitende personalpolitische Maßnahmen liefern. Vor diesem Hintergrund sehen die befragten Unternehmen auf absehbare Zeit keine Personalengpässe auf sich zukommen.

Insofern stellt sich die Fachkräftesituation für die befragten Firmen auch perspektivisch als recht günstig dar. Gleichwohl sollten für die bereits vorhandenen älteren Mitarbeiter arbeitsgestalterische Lösungen gefunden werden, die ihre Stärken nutzen und Schwächen kompensieren. Vor allem aber ist die Beschäftigung mit der Alterung der Beschäftigten unter Präventionsgesichtspunkten wichtig. Gerade dann, wenn die Betriebe auf eine starke Betriebsbindung ihrer qualifizierten und motivierten Beschäftigten setzen, müssen sie rechtzeitig dafür Sorge tragen, dass ihre Beschäftigten bis zum Rentenalter gesund, leistungsfähig und motiviert bleiben. Gefragt ist daher heute schon eine Arbeitsgestaltung und Arbeitsorganisation, die im Hinblick auf sich beständig verändernde Arbeitsanforderungen und alternde Belegschaften up to date ist.