Am 2. und 3. März 2026 fand in Halle (Saale) die Regionalpolitische Jahrestagung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) statt. Rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen zusammen, um über innovative Ansätze für eine moderne Regionalpolitik zu diskutieren. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Investitionen, Innovationen und Strategien, um wirtschaftliche Dynamik in Regionen zu stärken und nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen.
Neben hochrangigen Rednerinnen und Rednern aus Politik und Wirtschaft bot die Veranstaltung ein vielfältiges Programm aus Panels, Pitches, Workshops, Netzwerkformaten sowie Unternehmensbesuchen.
Politische Impulse für wirtschaftliche Dynamik in den Regionen
Der Konferenztag begann mit Grußworten und politischen Impulsen zur Zukunft der Regionalentwicklung. Dr. Alexander Vogt, Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale), eröffnete die Veranstaltung. Weitere Beiträge kamen unter anderem von Sascha Gläßer, Präsident der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau, sowie Dr. Achim Brötel, Präsident des Deutschen Landkreistages.
Auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche skizzierte zentrale wirtschaftspolitische Prioritäten für die kommenden Jahre: Bürokratie abbauen, Infrastruktur modernisieren, Innovationen schneller in die Anwendung bringen, Energiepreise wettbewerbsfähig gestalten, Handelsbeziehungen diversifizieren und Talente gewinnen. Ziel ist es, den industriellen Kern Deutschlands zu stärken und langfristig wettbewerbsfähig zu halten. Investitionen, Innovationen und starke Regionen spielen dabei eine zentrale Rolle.
Gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, diskutierte Katherina Reiche anschließend über wirtschaftliche Transformation und neue Perspektiven für industrielle Wertschöpfung in den Regionen.


Netzwerke, Förderung und Gründungen als Motor der Regionalentwicklung
Am Nachmittag beteiligte sich das RKW Kompetenzzentrum mit dem Workshop „Gemeinsam Regionen stärken: Netzwerke aufbauen, Förderung nutzen und Gründungen unterstützen“ an der Tagung. Nach einer Einführung von Dr. Matthias Wallisch zu regionalen Gründungsökosystemen diskutierten Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gründungsförderung in einem Fishbowl-Format:
- Reinhard Giese (Förderberater im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie)
- Heidi Werner (Geschäftsführerin der RKW Sachsen-Anhalt GmbH)
- Jan Klaiber (Gründer und Geschäftsführer vom Digitalen Innovationszentrum Rostock)
- Marius Schiel (Unternehmer und Gründer von „Mein Schopp“)
Moderiert wurde die Diskussion von Dr. Florian Täube vom RKW Kompetenzzentrum.



Förderprogramme, Netzwerke und Beratung besser verzahnen
Ein zentrales Thema der Diskussion war die Rolle von Förderprogrammen für Unternehmensgründungen und regionale Innovation. Zwar existieren zahlreiche Förderinstrumente auf Bundes-, Landes- und EU-Ebene, doch viele Gründerinnen und Gründer finden nur schwer den Überblick über passende Angebote.
Hier übernehmen regionale Unterstützungsstrukturen eine wichtige Rolle: qualitativ hochwertige Netzwerke, Beratungsstellen und Institutionen wie das RKW Sachsen-Anhalt helfen dabei, Fördermöglichkeiten zu identifizieren und Gründungsprojekte umzusetzen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass neben Förderquoten vor allem praktikable Verfahren und schnelle Prozesse entscheidend sind – gerade für junge Unternehmen mit begrenzten Ressourcen. Trotz unterstützender KI-Tools scheint die Suche nach den passenden Förderprogrammen nach wie vor eine Herausforderung zu bleiben. Hier spielen anscheinend Mechanismen eine Rolle, welche sich durch Technologie nicht vollständig lösen lassen.
Erfahrungen aus der Praxis: Innovation und Unternehmertum in den Regionen
Die Diskussion zeigte auch, wie wichtig regionale Kooperationen sind. Jan Klaiber berichtete von Erfahrungen aus dem Gründungsökosystem in Rostock und der Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Wirtschaft und regionalen Institutionen.
Unternehmer Marius Schiel brachte eine weitere Perspektive ein: Nach mehreren Jahren in Berlin entschied er sich bewusst für eine Rückkehr in seine Heimatregion, um dort ein nachhaltiges Geschäftsmodell aufzubauen. Sein Beispiel zeigt, dass auch ländliche Räume attraktive Standorte für innovative Geschäftsmodelle sein können. Gerade dort entstehen häufig neue Ideen, während ein hoher Bedarf an wirtschaftlichen Perspektiven und Engagement besteht.
Austausch und Vernetzung als Schlüssel für erfolgreiche Regionalentwicklung
In der Fishbowl-Diskussion des Workshops konnten sich auch die 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Publikum aktiv einbringen und ihre Erfahrungen teilen. Der direkte Austausch zwischen Politik, Praxis und Unterstützungsorganisationen machte deutlich, wie wichtig Kooperation und Vernetzung für erfolgreiche Gründungsökosysteme sind. Nur wenn unterschiedliche Akteure zusammenarbeiten, können Investitionen, Innovationen und Gründungen ihre volle Wirkung für die Entwicklung von Regionen entfalten.


Einblicke in Transformation und Innovation vor Ort
Am zweiten Veranstaltungstag erhielten ausgewählte Teilnehmerinnen und Teilnehmer praxisnahe Einblicke in die wirtschaftlichen und technologischen Transformationsprozesse in Halle und der Region. Auf dem Programm standen unter anderem Besuche des Weinberg Campus in Halle, des Chemiestandorts Leuna sowie des E-Commerce-Unternehmens Relaxdays GmbH. Die Exkursionen zeigten, wie aus wissenschaftlichen Ideen, industrieller Transformation und unternehmerischer Initiative neue wirtschaftliche Dynamiken entstehen können.
Fazit: Regionen gemeinsam stärken
Die Regionalpolitische Jahrestagung 2026 hat deutlich gemacht, dass erfolgreiche Regionalentwicklung nur im Zusammenspiel vieler Akteure gelingt. Netzwerke, Förderprogramme und Gründungsunterstützung können entscheidende Impulse für Innovation und Wachstum geben.
Für das RKW Kompetenzzentrum bot die Veranstaltung eine wertvolle Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, neue Perspektiven zu gewinnen und gemeinsam mit Partnern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft an Lösungen für starke und zukunftsfähige Regionen zu arbeiten.
>> Mehr über die Gestaltung von Gründungsökosystemen finden Sie hier
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