Die Ergebnisse des Global Entrepreneurship Monitor (GEM) Länderberichts Deutschland 2025/26 zeigen: Rund ein Fünftel der Gründungen haben ihren Ursprung im Hochschul- oder Wissenschaftsumfeld. Ausgründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen leisten damit einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung. Zudem verdeutlichen die GEM-Ergebnisse die zentrale Bedeutung von Gründungsberatung und staatlicher Förderung für den Erfolg akademischer Gründungen.
Der GEM liefert aktuelle Ergebnisse zu Gründungen in Deutschland sowie im internationalen Vergleich. Die Studie wurde vom RKW Kompetenzzentrum in Kooperation mit dem Johann Heinrich von Thünen-Institut für Innovation und Wertschöpfung in ländlichen Räumen erstellt.

Eschborn, 28. Juli 2026.Die gerade veröffentlichten Daten des GEM Länderberichts 2025/26 zeigen, dass 21 Prozent der Gründer und 23 Prozent der Gründerinnen einen akademischen Hintergrund haben. Dabei befinden sich fast zwei Drittel (64,9 Prozent) noch in der Vorbereitungsphase, während gut ein Drittel (35 Prozent) bereits gegründet hat. Das unterstreicht das große Potenzial, das derzeit an Hochschulen entsteht. Programme wie „Existenzgründungen aus der Wissenschaft“ (EXIST) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) bieten hierfür wichtige Impulse.

Gendergap ist im akademischen Umfeld weniger ausgeprägt
Wie in nahezu allen Gründungsphasen sind Frauen auch bei akademischen Gründungen insgesamt seltener vertreten als Männer. Die aktuellen Ergebnisse aus der GEM-Studie zeigen, dass 2,9 Prozent der Männer und 2,3 Prozent der Frauen in der Gesamtbevölkerung in Deutschland in den letzten dreieinhalb Jahren ein Unternehmen aus einer Hochschule oder Forschungseinrichtung heraus gegründet haben oder zu gründen planten. Ihr Ziel war jeweils, zumindest einen Teil des geschaffenen Wissens zu verwerten. Bemerkenswert ist, dass der geschlechtsspezifische Unterschied lediglich 0,6 Prozentpunkte beträgt und damit deutlich geringer ausfällt als bei den meisten anderen im GEM betrachteten Gründungsformen. Akademische Gründungen sind vergleichsweise geschlechtsneutral, während in anderen Bereichen der Unternehmensgründung weiterhin größere Unterschiede zwischen den Gründungsquoten von Männern und Frauen bestehen.

Staatliche Förderung spielt eine Schlüsselrolle
Mehr als drei Viertel der Ausgründerinnen und Ausgründer bewerten die Existenz staatlicher Förderprogramme als entscheidend für ihre Gründung. Tatsächlich wahrgenommen werden diese dann jedoch häufiger von Frauen als von Männern (51,6 Prozent gegenüber 40 Prozent).
Auch Gründungsberatung wird von Ausgründerinnen und Ausgründern deutlich häufiger genutzt als bei sonstigen Unternehmensgründungen. Besonders Frauen (93,5 Prozent) nehmen Beratungsangebote im Vergleich zu Männern (66,7 Prozent) stärker in Anspruch. Darüber hinaus planen Frauen häufiger (75 Prozent) Patentanmeldungen in den nächsten zwei Jahren als ihre männlichen Kollegen (60 Prozent). Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Frauen bei Ausgründungen in externen Unterstützung- und Beratungsangeboten eher Vorteile sehen oder diese stärker nutzen als Männer. Dies spricht für einen hohen Bedarf an professioneller Unterstützung, aber auch für die gute Erreichbarkeit sowie das Angebot der Gründungszentren an Hochschulen.

Die Ergebnisse des GEM Deutschland 2025/26 zeigen: Akademische Gründungen sind eine tragende Säule des deutschen Innovationssystems. Damit künftig noch mehr Personen an Hochschulen oder Forschungseinrichtungen oder in deren direkten Umfeld gründen, braucht es jedoch die Reduktion administrativer Hürden, schnelle und einfache Transferprozesse und starke regionale Innovationsökosysteme.

Mehr Informationen unter: www.gem-deutschland.de

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