3. Schritt: Verankerung der Maßnahmen im Betrieb

Für Ihr Vorhaben brauchen Sie die Unterstützung der Beteiligten und deren Bereitschaft, sich dafür zu engagieren. Wenn Sie ein Projekt „arbeitsprozessnahe Weiterbildung“ starten, werden Sie im Betrieb vermutlich zunächst mit Vorbehalten konfrontiert. Zum Beispiel könnten Beschäftigte negative Lernerfahrungen haben, die noch aus Schulzeiten stammen oder durch praxisferne Weiterbildungsmaßnahmen entstandensind. Einer solchen Skepsis können Sie wirksam entgegenwirken, indem Sie vermitteln, dass

  • das Lernen sich nicht wie in der Schule vollzieht und es weder Noten noch Prüfungen gibt,
  • die Mitarbeitenden das Lernen gestalten können, indem sie ihre Erfahrungen und Lernbedürfnisse einbringen,
  • die Erfahrungen und Problemlösungskompetenzen wertgeschätzt werden,
  • das Lernen einen hohen praktischen Nutzen hat: Mitarbeitende werden dabei unterstützt, Arbeitsaufgaben und -anforderungen besser zu meistern, betriebliche Abläufe und Ergebnisse zu verbessern.

Ein weiterer Vorbehalt könnte sein, dass für Beschäftigte die Weitergabe von eigenem Wissen heikel ist, weil sie fürchten ihre Position im Betrieb oder sogar ihren Arbeitsplatz zu gefährden. Dem können Sie folgendes entgegenhalten:

  • Vertrauen: Versichern Sie glaubhaft und plausibel, dass durch die Maßnahme kein Arbeitsplatz gefährdet oder die Arbeitsbedingungen verschlechtert werden.
  • Interessenvertretung überzeugen: gewinnen Sie ihren Betriebsrat dafür, sich zum aktiven Fürsprecher der Qualifizierung zu machen. Maßnahmen der beruflichen Bildung sind mitbestimmungspflichtig (§98 BetrVG)
  • Interessantere Arbeit: Verdeutlichen Sie, dass Ihre Mitarbeitenden etwas zu gewinnen haben, etwa eine interessantere Arbeit und mehr Handlungsspielräume.
  • Nutzen über den Tag hinaus: Eine Zertifizierung der Weiterbildung bildet einen Anreiz zur Beteiligung. Denn damit können sie dokumentieren, dass sie sich qualifiziert haben, falls sie sich einmal auf einen anderen Arbeitsplatz bewerben wollen.

Einwände von Vorgesetzten beziehen sich vor allem auf den Zeitaufwand für die Aktivitäten sowie auf die Störung der Arbeitsabläufe. Verdeutlichen Sie, dass

  • Sie die Vorgesetzten bei der Organisation der Maßnahmen mit Tools und fachlicher Beratung vor Ort unterstützen,
  • Zeiten für die Bildung bei den Leistungsvorgaben berücksichtigt werden. 
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  • © RgStudio / Getty Images – Lächelnde Mechanik an ihren Arbeitsplatz (3782_laechelnde-mechanik-an-ihren-arbeitsplatz.jpg)