Start-ups in Zeiten von Corona: Wie sich die deutsche Gründerszene neu erfindet

Veröffentlicht: 14.04.2020

Projekt: Gründungskultur

Zusammenfassung: Die Corona-Krise hat die deutsche Gründerszene vor enorme Herausforderungen gestellt. Wie reagieren Gründende und Start-ups auf die Corona-Krise? Welche Nischen, Wachstumspotenziale, neue und wachstumsträchtige Geschäftsmodelle zeichnen sich ab?

So beispielsweise die Lekkerei, die sich auf Großveranstaltungen spezialisiert hatte. Stattdessen werden nun Einzelportionen zubereitet, die entweder warm geliefert oder zu Hause aufgewärmt werden können. Zusätzlich können die Kundinnen und Kunden regionale Erzeugnisse über eine neue Webseite und App online bestellen. Andere Firmen gehen einen Schritt weiter und ändern ihr Geschäftsmodell grundlegend wie beim Frankfurter Gastronomiebetrieb Fletschers Betterburger, der ab jetzt nur noch veganes Essen anbietet. Andere verlagern ihr Geschäftsmodell gänzlich auf Online-Bestellungen.

Weitere innovative Ideen sind die von dem Messebau-Unternehmen Fair Care! aus Frankfurt, das sich jetzt mit der Herstellung von Plexiglas-Schutzwänden beschäftigt oder von dem Gin-Hersteller Wanderer Gin, der Desinfektionsmittel produziert.

Die Krisen-Begünstigten

Wachstumschancen für Gründungen und Start-ups sind, abgesehen von der digitalen Wirtschaft in ihren vielfältigen Anwendungsbereichen (Software, E-Commerce, Online-Entertainment, -Fitness und -Gaming sowie E-Sports und Social Media Apps) in einigen nahgelegenen Teilbereichen, wie in der FinTech Branche, aber auch in der Healthcare-, Biotech- und Telemedizinbranche zu beobachten.

Wichtige Entwicklungen gibt es auch im Gesundheitsbereich zu berichten. Als neue Healthcare-Lösung hat Kinderheldin eine App programmiert, die Online-Beratungen rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Kind umfasst und in der Corona-Zeit Schwangere unterstützen soll. In dieser besonderen Zeit, in der es vor allem darum geht, die Gesundheit der Bevölkerung zu sichern, sind Start-ups der Pharma- und Biotechnologie wichtige Hoffnungsträger. In Deutschland bemühen sich die langjährigen Biotech-Einhörner CureVac und BioNTech darum, einen Coronavirus-Impfstoff möglichst schnell auf den Markt zu bringen.

Mittelfristig ist zu erwarten, dass nach der Corona-Krise grüne Start-ups, darunter das neue Start-up Planetly, mit seiner Software zur Berechnung des CO2-Fußabdrucks, (wieder) in den Mittelpunkt rücken. Der Grund ist leicht erklärbar: Die Pandemie ist letztlich auf die Folgen des menschlichen Verhaltens gegenüber dem Planeten und den Tieren zurückzuführen.