Regionaldialog der „Gründungsoffensive „GO!“ digital in Erfurt gestartet

Eine erfolgreiche Gründungsregion stellt sich vor

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Veröffentlicht: 16.06.2020

Projekt: Gründungskultur

Zusammenfassung: Am 4. Juni beim 1. Digitalen Regionaldialog der Gründungsoffensive „GO!“ stellte sich eine Region vor, die in den letzten Jahren alle Kräfte für die Förderung von jungen Unternehmen vereinte und vieles erreicht hat: der Gründungsstandort Thüringen

Am Tag nach der Ankündigung des Konjunkturpakets der Bundesregierung kamen Akteure aus Politik und Wirtschaft, Gründungsexpertinnen und Gründungsexperten sowie Gründende und Start-ups in Erfurt zusammen, um eine erste Bilanz der Corona-Pandemie zu ziehen, vor allem aber auch um Herausforderungen offenzulegen und Chancen für die Zukunft aufzuzeigen.

Die Veranstaltung, die im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) gemeinsam von dem RKW Kompetenzzentrum mit dem Thüringer Zentrum für Existenzgründungen und Unternehmertum (ThEx) organisiert wurde, hatte zwei wichtige Ziele: den regionalen Dialog - in diesem Fall Corona bedingt mithilfe eines neuen hybriden Formats - in der Gründungsszene zu stärken und mit Erfolgsbeispielen für Gründung und Nachfolge Mut zu machen. In einer Zeit, in der Corona neue Bedingungen für Gründungen geschaffen und das Überleben junger Unternehmen aufs Spiel gesetzt hat, nahm das letztere Ziel besondere Relevanz ein. Wie Gründungen in und trotz der Krise gelingen können, das ist die Lehre, die aus dem Regionaldialog Erfurt gezogen werden kann.

Nach der Eröffnung durch Steffen Schulze, Abteilungsleiter Unternehmensförderung der Industrie- und Handelskammer Erfurt, der das breite an die neuen Gegebenheiten angepasste Angebot für angehende und bereits gestartete Gründende erläuterte (u. a. Webinare, Online Beratung), unterstrich Marco Wanderwitz, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie und Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, die Bedeutung von (jungen) Unternehmerinnen und Unternehmern für die einheimische Volkswirtschaft.

Ferner ging er in seiner Rede auf das umfangreiche Instrumentarium zur Förderung und Unterstützung für Gründende und Start-ups vom Bund ein. Hinzu kommen die landeseigenen Hilfsangebote vom Freistaat Thüringen, die von Dr. Sabine Awe, Abteilungsleiterin für Wirtschaftsförderung im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, präsentiert wurden.

 Die Stärken des Gründungsstandortes Thüringen

 In einem bewegenden Dialog mit Prof. Dr. Simone Chlosta, Leiterin des Fachbereichs Gründung beim RKW Kompetenzzentrum, erwähnte Dr. Awe die Stärken des Gründungsstandortes Thüringen, darunter eine hohe Nachhaltigkeit der Gründungen sowie einen hohen Anteil von innovativen Gründungen. 

Ein Vorteil des Gründungsstandortes Thüringen ist die enge Vernetzung zwischen den regionalen Akteuren der Gründungsförderung und -beratung, die unter dem Dach des Thüringer Zentrums für Existenzgründungen und Unternehmertum (ThEx) vereint sind.. Im ThEx arbeiten unter anderem die IHK Erfurt, das RKW Thüringen, die Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT) oder die TU Ilmenau zusammen.

Besonderen Stellenwert zur Sicherung und Stärkung des Wirtschaftsstandortes Thüringen bekommt die Durchführung einer erfolgreichen Unternehmensnachfolge. In den nächsten Jahren stehen jährlich 600 Unternehmen vor der Übergabe. Dieser Prozess wird vom ThEx begleitet und organisiert – mit einer überdurchschnittlichen Frauenquote.

GEM-Bericht Deutschland 2019/20 gibt Hoffnung

In den düsteren Zeiten, geprägt von der Corona-Pandemie, setzte der erstmalig beim Regionaldialog vorgestellte, aktuelle GEM-Bericht 2019/20 für Deutschland einen Hoffnungsschimmer. Wie Prof. Dr. Simone Chlosta, RKW Kompetenzzentrum, und Prof. Dr. Rolf Sternberg von der Leibniz Universität Hannover erzählten, zeigte sich im Jahr 2019 eine Aufwärtsbewegung der Gründungszahlen nicht nur in Deutschland, sondern auch in Thüringen. Umso wichtiger ist es, diesen Fortschritt nicht zu verspielen und die Chancen der Digitalisierung für neue und bestehende Geschäftsmodelle rechtzeitig aufzugreifen.

Wie das gemacht werden kann, zeigten erfolgreiche Gründende und Start-ups aus Thüringen: Hans Elstner, rooom AG, Dr. Merle Fuchs, TechnologieContor, Lelia König, Gründerin Dashbike und David Hanf, CEO Thermondo und zugleich Vertreter vom Bundesverband Deutsche Startups e. V. In einer offenen Runde, an der ebenfalls Dr. Awe teilnahm, diskutierten sie mit Gründungsunterstützenden des Standorts Thüringen, Rüdiger Horn, Technologie- und Gründerzentrum Ilmenau und Dirk Wegler, Leiter ThEx über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die deutsche Gründungsszene und die daraus resultierenden veränderten Aufgaben für die regionale Unterstützungslandschaft. Es liegt somit an alle zusammen, den Gründungs- und Wirtschaftsstandort Thüringen auch in Zukunft leistungsstark und konkurrenzfähig zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Die Stream-Aufzeichnung zum Regionaldialog finden Sie hier:  http://youtube.com/rkwexperten

Weiterführende Informationen zur Gründungsoffensive „GO!“ auf der Website des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie: www.existenzgruender.de/DE/GO/inhalt.html 

 Der GEM Länderbericht Deutschland 2019/20 steht unter www.rkw.link/gem2019 zum Download oder zur kostenfreien Bestellung als Printexemplar zur Verfügung.