In Dresden trafen sich Unternehmen, Aufsichtspersonen und WissenschaftlerInnen, um darüber zu diskutieren, inwiefern sich auch neue Wege bei der Arbeitszeitgestaltung finden lassen. Dabei lag der Fokus darauf, diese nicht nur attraktiv für Unternehmen und Beschäftigte zu gestalten. Sondern auch so gesundheitsgerecht, dass Beschäftigte entlastet werden und beispielsweise Arbeitsunfälle vermieden werden können. 

Unfallzahlen sind auch abhängig von den Arbeitsstunden

Leider habe ich verspätungsbedingt die ersten zwei Blöcke der Veranstaltung "Arbeitszeit gestalten" verpasst. Eingestiegen bin ich dann mit dem Vortrag von Anna Arlinghaus zum Thema "Arbeitszeit als Einflussfaktor im Unfallgeschehen ‒ Erkenntnisse für den Arbeitsschutz". Dabei spielt die Länge der täglichen Arbeitszeit eine wesentliche Rolle, aber auch die Lage. So lässt Nachtarbeit ab dem dritten Tag die Fehler deutlich ansteigen. Es ist doch immer wieder gut, sachliche Argumente gegen überlange Arbeitszeiten und bestimmte Schichtarbeitsfaktoren zu erhalten. Immer noch wird aus gesundheitlicher Sicht ein kurz vorwärts-rollierendes System empfohlen. 

Praxis zeigt, wie wichtig Arbeitszeiten im Wettbewerb um Fachkräfte sind

Tag 2 startete mit drei sehr interessanten Praxisbeispielen: Alle zeigten auf, dass flexible Arbeitszeiten der Game Changer für eine hohe Arbeitgeberattraktivität waren. So berichtete Frau Seifert, wie nach einer Strukturierung des Tages - mit Elementen wie einer stillen Stunde, Kommunikationsfenstern und E-Mail-freien Zeiten - die Arbeitszeit auf eine 4-Tage-Woche verkürzt werden. Und das bei gleichbleibender Produktivität und damit gleichbleibendem Gehalt.

In Workshops wurde eifrig diskutiert

In 5 Workshops konnten dann wir Teilnehmenden ins Arbeiten kommen. Ich habe mich für das Thema "Länger, kürzer, dichter? - Die Länge der Arbeitszeit in der Diskussion" entschieden. Johanna Nold präsentierte Zahlen aus dem Arbeitszeitbericht der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und wir diskutierten anschließend über Chancen und Herausforderungen zu vier ausgewählten Themen.

Keynote "Frohes Schaffen" von Dr. Hans Rusinek

Den Abschluss bildete die Keynote "Frohes Schaffen – Zurück zur Zeit, die uns Arbeit schenkt" von Dr. Hans Rusinek. Es sollte ein Mut machender Vortrag werden: Wie kommen wir (individuell und in Organisationen) zu Veränderungen? Mit welcher Brille schauen wir auf die Zukunft? Wie kann uns KI sinnvoll unterstützen? Besonders auch für meine eigene Arbeit habe ich mir den "Suprachiasmatischen Nucleus" mitgenommen: Zeiträume von 15 Sekunden sind Gegenwart. In diesen lässt sich bewusst die Zukunft steuern und eingefahrenes Verhalten ändern. Mehr dazu kann man z.B. hier nachlesen: zum Artikel

Mit Anekdoten und bildlicher Sprache war es ein anregender, zum Nachdenken und Reflektieren anregender Vortrag, vielen Dank!

Was ist geblieben? 

Was habe ich noch aus der gesamten Veranstaltung mitgenommen:
➡️ Arbeitszeit bleibt ein wesentlicher Faktor für gesunde und attraktive Arbeit. Schlecht gemacht kostet es Produktivität, Motivation und Stimmung.
➡️ Flexible Arbeitszeiten können individuelle Anforderungen und Interessen des Betriebes übereinander bringen. Dafür braucht es Kommunikation und Beteiligung!
➡️ Es gibt immer noch viel zu tun bei der Unterstützung von Unternehmen.

Vielen Dank an die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV) für die tolle Veranstaltung!

Bildquellen und Copyright-Hinweise
  • © Gabriele Held / Privat/Non-kommerziell – 20260127_Dresden_Held.jpg
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