Die Gründungsquote in Deutschland ist weiter gestiegen. Das belegen die aktuellen Zahlen des heute veröffentlichten Global Entrepreneurship Monitor (GEM) 2025/26 Länderberichts Deutschland, der jährlich vom RKW Kompetenzzentrum und dem Thünen-Institut für Innovation und Wertschöpfung in ländlichen Räumen erstellt wird.
Mit 13 % erzielt Deutschland die höchste Gründungsquote seit dem Start des GEM im Jahr 1999. Damit wird der positive Trend der vergangenen sechs Jahre fortgesetzt. Deutschland reiht sich damit in das oberste Viertel der Länder mit vergleichbaren ökonomischen Rahmenbedingungen ein.
Die GEM-Gründungsquote wird als Anteil derjenigen 18- bis 64-Jährigen definiert, die während der letzten 3,5 Jahre ein Unternehmen gegründet haben und/oder gerade dabei sind, ein Unternehmen zu gründen.

GEM-Gründungsquote der Frauen steigt weiter

Auch die GEM-Gründungsquote der Frauen war im Jahr 2025 mit 10,9 % so hoch wie nie zuvor. Sie stieg im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozentpunkte. Bei den Gründern stieg die Quote um 4 Prozentpunkte und erreichte mit 15 % ebenfalls ein Allzeithoch. Nichtsdestotrotz hat sich die Differenz in den Gründungsquoten von Männern und Frauen, der Gendergap, im aktuellen Befragungsjahr 2025 gegenüber dem Vorjahr wieder leicht vergrößert. Deutsche Frauen befanden sich im internationalen Vergleich mit einer Gründungsquote von 10,9 % im oberen Drittel. Der positive Trend der letzten Jahre und auch das gute Abschneiden im internationalen Vergleich können unter anderem darauf zurückgeführt werden, dass das Thema „Female Entrepreneurship“ in Deutschland in der jüngeren Vergangenheit an Bedeutung gewonnen hat.

Menschen mit Migrationshintergrund gründen häufiger

Die GEM-Gründungsquote in Deutschland lag unter Menschen mit Migrationshintergrund bei 18,8 % und bei Menschen ohne Migrationshintergrund bei 12,1 %. Im internationalen Vergleich weist das Vereinigte Königreich mit 29,9 % die höchste Gründungsquote unter Menschen mit Migrationshintergrund auf. Dagegen weist Norwegen mit 5,2 % die niedrigste Gründungsquote von Migrantinnen und Migranten auf und ist damit das einzige Land unter acht GEM-Vergleichsländern, in dem häufiger durch Menschen ohne Migrationshintergrund gegründet wird.

Jüngere werden gründungsaffiner

Im Vergleich zu 2024 stieg der Anteil der Gründenden unter den 18- bis 34-Jährigen weiter deutlich an. Insbesondere unter den sehr jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren verdoppelte sich die GEM-Gründungsquote nahezu von 12,9 % auf 23,2 %. Die Zahlen verdeutlichen, dass immer mehr junge Menschen in Vorbereitung sind, ein Unternehmen zu gründen oder bereits eines gegründet haben. In der höchsten Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen nahm die GEM-Gründungsquote dagegen leicht ab und reduzierte sich von 4,3 % im Jahr 2024 auf 3,9 % im Jahr 2025. Gute Gründungschancen sehen vor allem jüngere Personen. Während knapp 70 % der 18- bis 24-Jährigen und der 25- bis 34-Jährigen gute Gründungschancen in ihrer Region sehen, nimmt dieser Anteil mit zunehmendem Alter ab.

Role Models und Netzwerke als wichtigste Einflussfaktoren

Etwa 60 % der Gründerinnen und Gründer geben an, dass Vorbilder ihre Entscheidung beeinflusst haben, unternehmerisch tätig zu werden. Diese kommen vor allem aus dem familiären Umfeld und dem engeren Bekanntenkreis. Ebenfalls von großer Bedeutung sind berufliche Netzwerke, die im Laufe einer abhängigen Beschäftigung entstanden sind sowie unterschiedliche Lehrformate an Hochschulen.

Gründerinnen und Gründer sind innovativ

In 2025 haben in Deutschland 40 % der Gründerinnen und Gründern mindestens ein Produkt und/oder eine Dienstleistung in ihrem (geplanten) Angebot, das eine Neuheit für die Region, Deutschland oder sogar die Welt darstellt. Gemessen an allen Gründungspersonen lag der Anteil der Gründerinnen und Gründer, die eine regionale Neuheit aufweisen oder planen, bei 25,3 %. Der Anteil an Personen, die Innovationen mit Neuheitsgrad für Deutschland anbieten (wollten) betrug 11,6 %, während es bei Innovationen, die für den Weltmarkt eine Neuheit sind, 4 % waren.

Akademische Gründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen

Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass 2,9 % der Männer und 2,3 % der Frauen in der Gesamtbevölkerung in Deutschland im Alter von 18 bis 64 Jahren ein Unternehmen aus einer Hochschule oder Forschungseinrichtung heraus gegründet haben, um dort generiertes wissenschaftliches Know-how wirtschaftlich zu verwerten. Akademische Gründerinnen und Gründer geben zudem häufiger als Gründerinnen und -Gründer insgesamt an, bereits eine Gründungsberatung in Anspruch genommen zu haben oder eine Patentanmeldung innerhalb der kommenden zwei Jahre zu planen.

Zum GEM-Länderbericht Deutschland 2025/26: www.gem-deutschland.de

Der GEM-Länderbericht Deutschland wird in Kooperation zwischen dem RKW Kompetenzzentrum und dem Johann Heinrich von Thünen-Institut für Innovation und Wertschöpfung in ländlichen Räumen für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie erstellt. Die Ergebnisse des Länderberichts 2025/26 basieren auf Befragungen von weltweit 150.722 Bürgerinnen und Bürgern (davon 2.870 in Deutschland) in 48 Ländern sowie von 2.266 Gründungsexpertinnen und Gründungsexperten in 53 Ländern (davon 87 in Deutschland).

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