Zum Einstieg 

Im Rahmen des ESF Plus-Programm Zukunftszentren setzt das RKW Kompetenzzentrum mit drei weiteren Verbundpartnern das Zentrum Zukunft der Arbeit um. Eine zentrale Aufgabe ist, das Wissen aus den Regionalen Zukunftszentren zu bündeln und die überregionale Vernetzung zu fördern. In der Kampagne #ZukunftKMU stellen wir Good Practice Beispiele – in unterschiedlichen Formen, unter anderem in unserer Podcastreihe „Zukunftsmusik“ – aus der Beratung- und Qualifizierung von Unternehmen mit den Regionalen Zukunftszentren vor. Heute mit einem Beispiel aus Sachsen.

 Das Unternehmen Norafin Industries (Germany) GmbH und die Ausgangssituation

Norafin ist ein international agierendes Unternehmen, das Vliesstoffe für verschiedene Industriebereiche entwickelt. Wie viele produzierende Betriebe steht Norafin vor der Herausforderung, Wissen im Unternehmen dauerhaft zu sichern, insbesondere angesichts technologischer Veränderungen, steigender Komplexität und dem wachsenden Bedarf an Fachwissen in der Belegschaft. Das Unternehmen suchte nach einem Weg, Lernprozesse systematisch, digital und praxisnah zu gestalten. Ziel war es, das Erfahrungswissen der Mitarbeitenden zu erhalten, die Lernkultur zu modernisieren und Weiterbildungen in den Arbeitsalltag zu integrieren. Über das Regionale Zukunftszentrum Sachsen (TU Chemnitz) kam der Kontakt zustande – zunächst über den Austausch zu bedarfsorientierter Qualifizierung. Schnell entstand die Idee, gemeinsam den Aufbau eines digitalen Lernmanagementsystems (LMS) anzugehen.
 

Genutzter Service: Qualifizierung – Lernen neu gedacht

Norafin nahm an einer Qualifizierungsmaßnahme des Zukunftszentrums Sachsen teil, die sich über mehrere Monate erstreckte und verschiedene Workshop-Formate kombinierte. Im Fokus stand der Aufbau eines unternehmensspezifischen Lernmanagementsystems – von der Konzeption bis zur Einführung. Begleitet von Lernbegleiter:innen des Zukunftszentrums wurde gemeinsam mit Führungskräften und Beschäftigten aus der Produktion ein Arbeitskreis gegründet.

In diesem Rahmen wurden u. a. folgende Themen bearbeitet:

  • Auswahl und Implementierung eines passenden Lernmanagementsystems
  • Strukturierung und digitale Aufbereitung vorhandenen Fachwissens
  • Entwicklung didaktisch-methodischer Lerninhalte
  • Etablierung von Qualitätskriterien (z. B. Vier-Augen-Prinzip)
  • Aufbau von Kompetenzen zur Wirkungsmessung und Evaluation

Parallel dazu wurden interne Wissensträger:innen zu sogenannten Lerngestalter:innen ausgebildet. Sie lernen, Lerninhalte selbstständig zu entwickeln, aufzubereiten und digital verfügbar zu machen – ein wichtiger Schritt, um Know-how langfristig im Unternehmen zu sichern.
 

Mit digitalen Lernangeboten Wissen sichern und erweitern

Der Qualifizierungsprozess schuf einen geschützten Raum für gemeinsames Lernen und den Austausch über aktuelle Herausforderungen in der Produktion. Dabei wurden nicht nur neue Lernangebote entwickelt, sondern auch eine offene Lernkultur etabliert. Konkret führte die Zusammenarbeit zu diesen Ergebnissen:

  • Einführung eines funktionierenden Lernmanagementsystems zur digitalen Weiterbildung
  • Positive Resonanz der Beschäftigten, insbesondere in der Produktion
  • Themenvielfalt: Lernkurse umfassen u. a. interne Kommunikation, Feedback und Arbeitsschutz
  • Regelmäßige Weiterentwicklung: Monatlich entstehen neue Lernmodule
  • Ausblick: Die digitale Lernstruktur soll schrittweise auf weitere Abteilungen (z. B. Qualitätssicherung) ausgeweitet werden

Dabei bleibt klar: Digitale Lernangebote ersetzen keine Präsenzschulungen, sie ergänzen diese sinnvoll und machen Lernen zu einem kontinuierlichen Bestandteil der Unternehmenskultur.
 

Was hat sich im Unternehmen verändert?

Durch die Einführung des Lernmanagementsystems und die begleitende Qualifizierung hat sich die Lernkultur bei Norafin spürbar verändert. Wissen wird heute gezielter erfasst, systematisch geteilt und steht jederzeit digital zur Verfügung. Mitarbeitende können selbstbestimmt und flexibel lernen – unabhängig von Zeit und Ort. Das stärkt sowohl Eigenverantwortung als auch Motivation. Zugleich hat sich das Mindset im Unternehmen gewandelt: Lernen wird zunehmend als strategischer Erfolgsfaktor verstanden – nicht als Zusatzaufgabe. Die neue Lernkultur fördert bereichsübergreifende Zusammenarbeit und trägt dazu bei, Fehler zu vermeiden, Wissen zu sichern und Innovationsprozesse zu beschleunigen.

Mit dem neuen Lernmanagementsystem haben wir nicht nur eine digitale Plattform geschaffen, sondern auch ein neues Verständnis von Lernen etabliert. Wissen wird greifbarer, sichtbarer und vor allem nachhaltiger weitergegeben.“ Projektleitung Norafin Industries (Germany) GmbH


Resümee und Ausblick

Norafin zeigt eindrucksvoll, wie digitale Lernprozesse in einem traditionsreichen Produktionsumfeld verankert werden können. Das Unternehmen nutzt die Chancen der Digitalisierung, um Lernprozesse flexibler, individueller und zukunftsorientierter zu gestalten. Damit steht Norafin exemplarisch für viele kleine und mittlere Unternehmen, die mit Unterstützung der Regionalen Zukunftszentren den Wandel aktiv gestalten und Lernen zu einem lebendigen Bestandteil ihrer Unternehmenskultur machen.

Förderinformationen

Das Projekt „Zentrum Zukunft der Arbeitswelt“ (ZZA) wird im Rahmen des Programms „Zukunftszentren“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert. Das „Zentrum Zukunft der Arbeitswelt“ wird ergänzend durch den Freistaat Sachsen, vertreten durch das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz, kofinanziert.

Laufzeit des Projekts

Januar 2023 - Dezember 2026

Bildquellen und Copyright-Hinweise
  • © Bildnachweis: © Team Norafin Abschlussveranstaltung des Projekts– Verwendung mit freundlicher Genehmigung im Rahmen des ZZA-Projekts. / Privat/Non-kommerziell – 5003_Abschluss_Norafin.png

Das Projekt „Zentrum Zukunft der Arbeitswelt“

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Die Zukunftszentren

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