Sichtbarkeit und Risikokapital

Beim zweiten Strategieworkshop im Modellvorhaben Gründungsökosysteme trafen sich die Initiativen aus Sachsen-Anhalt in einer kleinen Runde. Dabei wurde deutlich, dass es vor allem im Harz nicht einfach ist, eine überregionale Sichtbarkeit und Bekanntheit herzustellen, um zum Beispiel Risikokapital in die Region zu bekommen. Der RKW Fitness-Check zeigte für die gründungsbezogenen Rahmenbedingungen im Vergleich zum deutschlandweiten Wert eine deutliche Differenz in der Einschätzung des Eigen- und Fremdkapitals. Auch wurde in der Fitness-Check-Umfrage die Kritik geäußert, dass „kaum Business Angels und private VC-Geber“ vorhanden seien und „kein Verständnis bei Banken für digitale Innovationen“ vorherrsche. Viel zu tun also für die Modellprojekte und alle, die in den Regionen am Aufbau eines Gründungsökosystems arbeiten. Die Ausgangsbedingungen sind zwar herausfordernd, jedoch offenbart der Talentpool in den betrachteten Regionen Ostdeutschlands durchaus positive Entwicklungspotenziale. Die diesbezüglichen Bewertungen in unserem Fitness-Check sind für die Region Harz etwas besser als der Vergleichswert für den Standort Deutschland.    

Gründungsökosysteme stärken

Als Maßnahmen wurden im Workshop einige Ideen erarbeitet, die dabei helfen könnten, das regionale Gründungsökosystem zu stärken. Durch einen Verein bestünde die Möglichkeit, Aktivitäten zur Unterstützung der Gründungscommunity zu verstetigen und hierdurch einen Nährboden für innovative Gründungen zu schaffen. Beispielsweise konnten in der Region Ostwürttemberg mit dieser Vorgehensweise nachhaltige Erfolge erzielt werden. Einen Gründungs-Spirit und unternehmerisches Denken über einen Verein in die Region zu transportieren, erfordert jedoch ein hohes Commitment aller Beteiligten und Mitglieder, denn Satzungsvorgaben können auch als Bremse wirken. In der Diskussion wurde überlegt, ob nicht schon lokale etablierte Unternehmen helfen könnten, die Sichtbarkeit zu erhöhen und die Anziehungskraft der Region, die für Touristen attraktiv ist, auch wirtschaftlich zu steigern. Aus der Magdeburger Initiative kam der Tipp, offensiv potenzielle Geldgeber anzusprechen, frei nach dem bekannten Lied: „Go tell it on the Mountains“ – „Go tell it on the Harz“!

Akteure müssen zusammenarbeiten

Es zeigt sich immer wieder, dass insbesondere langfristige Engagements von Gründerinnen, Gründern und etablierten Unternehmen einen besonders positiven Effekt auf die Entwicklung von Gründungsökosystemen haben: „A healthy startup community is a densely connected, open, trusting network, where the most influential nodes of the network are entrepreneurs.“ (Feld & Hathaway 2020: 42). Das bedeutet aber nicht, dass unterstützende Institutionen wie Wirtschaftsförderungen oder Bildungseinrichtungen weniger wichtig sind. Denn der Erfolg stellt sich vor allem dann ein, wenn viele regionale Akteure zusammenarbeiten und ihre Aktivitäten an einem gemeinsamen Ziel ausrichten.

 

Literatur:

Feld, Brad; Hathaway, Ian (2020): The Startup Community Way. Evolving an Entrepreneurial Ecosystem. New Jersey.

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