Befragung Gründungsnetzwerke | Teil 3: Maßnahmen und Vernetzung in der Region

Veröffentlicht: 13.09.2017

Projekt: Gründungsnetzwerk

Zusammenfassung: Teil 3 der Auswertung unserer Untersuchung von Gründungsnetzwerken in Deutschland

Gründungsnetzwerke sind um Sichtbarkeit auf mehreren Ebenen bemüht:

  • Sichtbarkeit des Themas Gründung in der Öffentlichkeit,
  • Sichtbarkeit ihrer Angebote für Gründungsinteressierte,
  • Sichtbarkeit der Partner und ihrer Ansprechpartner nach Auße,
  • nicht selten auch die Sichtbarkeit in Richtung Politik, um dort Aufmerksamkeit zu erzeugen und bessere Rahmenbedingungen für Gründungen zu bewirken.

Das Thema der Außendarstellung ist deshalb für alle Netzwerke von großer Bedeutung. Alle befragten Netzwerke verfügen über eine Online-Präsenz, meist eine eigene Webseite oder eine Unterseite auf der Webseite der koordinierenden Institution, auf der die Partner, Veranstaltungen und sonstige Angebote präsentiert werden.

Die meisten Netzwerke verfügen außerdem über eine Facebook-Seite. Der Nutzen der Aktivitäten auf Facebook wird allerdings unterschiedlich beurteilt: Während manche Befragte den Eindruck äußern, hier nicht die richtige Zielgruppe zu finden, haben sich andere Netzwerke extern beraten lassen und investieren viel Zeit und Arbeitskraft in diese Online-Präsenz. Außer Facebook wird nur sehr vereinzelt mit anderen sozialen Netzwerken gearbeitet (Twitter, Xing). Scheinbar ist der Arbeitsaufwand angesichts des zu erwartenden Mehrwerts für die Netzwerke zu groß.

Fast alle Netzwerke verfügen über ein eigenes Logo und einen Flyer und setzen anlass- bzw. projektbezogen Maßnahmen zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit um. 

Die Gründungsnetzwerke bieten eine Vielzahl unterschiedlicher Maßnahmen an. Etwa die Hälfte der befragten Netzwerke organisiert einmal im Jahr eine Großveranstaltung mit allen Partnern, z. B. den Gründertag des Gründernetzwerks Konstanz oder den Düsseldorfer Gründungstag des Gründungsnetzwerks Düsseldorf. Die Gründerregion Allgäu nutzt die Gründerwoche Deutschland als Anlass für ihre zentrale Veranstaltung Allgäuer Gründerbühne.

Auswahl besonderer Formate der Netzwerke:

 

Weitere Maßnahmen und Formate der Netzwerke:

  • Informationsveranstaltungen
  • Gründermessen
  • Vernetzungsveranstaltungen für Gründer, z. B. Gründerfrühstück, Gründerstammtisch
  • Beratungen
  • Flyer mit gebündelten Informationen zu den Partnern und den jeweiligen Ansprechpartnern
  • Betreuung von Gründerteams an Hochschulen bzw. Unterstützung bei EXIST-Anträgen
  • Schnittstelle zu Gründerwettbewerben
  • Fachworkshops zu gründungsspezifischen Themen

Trotz des Zusammenschlusses unter einer Marke sind Kooperationsveranstaltungen von zwei oder mehreren Partnern im Netzwerk zumeist eher die Ausnahme.

 

Das Thema der Vernetzung des Mittelstands mit jungen, innovativen Unternehmen gewinnt aktuell mehr und mehr an Bedeutung. Deshalb wurde auch dieser Aspekt bei der Befragung der Gründungsnetzwerke berücksichtigt. Mittelständische Unternehmen bzw. KMUs werden üblicherweise nicht in die Partnernetzwerke eingebunden, Ausnahme ist hier die Gründerwoche Niederbayern. Nichtsdestotrotz ist den meisten Netzwerken der Kontakt zur etablierten Wirtschaft wichtig und sie sehen durchaus den Nutzen von Kooperationen zwischen Gründern und Mittelständlern in der Region. Zum Teil werden deshalb auf anderen Ebenen Kontakte ermöglicht, beispielsweise über die Partnerschaft mit der IHK vor Ort. Im Fall der Existenzgründungsinitiative Emsland ist der Träger, die Emsland GmbH, gleichzeitig für die Betreuung von Unternehmensnetzwerken zuständig und kann so bei Bedarf Kontakte herstellen.

Aufgrund der begrenzten personellen und zeitlichen Kapazitäten und der regionalen Verteilung der Netzwerke findet deren Arbeit bislang noch eher isoliert statt – einen Austausch mit anderen Netzwerken gibt es eher selten und wenn dann in unregelmäßigen Abständen. Weder haben sich die Netzwerke beim Aufbau oder in der Gründungsphase an einem Vorbild oder Best Practices orientiert, noch stehen sie in ihrer täglichen Arbeit mit anderen Netzwerken in Erfahrungsaustausch. Interesse an einem Austausch signalisierten die meisten Netzwerke – unter der Bedingung, dass es sich mit ihrem hohen Arbeitspensum vereinbaren lässt.

Wie geht es weiter?

Bislang haben wir uns mit der Auswertung unserer Befragung von Gründungsnetzwerken und Best Practices (aus Mainz und Berlin) beschäftigt. In den nächsten Blog-Beiträgen werden wir basierend darauf einen Wegweiser entwickeln, der Regionen Schritt für Schritt beim Aufbau eines Gründungsnetzwerks anleitet.

 

Rückblick:

„Gemeinsam stärker – Gründungsnetzwerke in Deutschland“

„Befragung Gründungsnetzwerke | Teil 1: Ausgangslage“

„Befragung Gründungsnetzwerke | Teil 2: Zielsetzungen und Erfolgsmessung“