Sechs Unternehmen aus der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg feierten ihren Abschluss in der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg in Villingen-Schwenningen und präsentierten ihre Projekte vor den Gästen. Die IHK-Vizepräsidentin Carolin Deberling zeigte sich begeistert von den überzeugenden Projektideen der Digiscouts an den Marktständen und übergab persönlich die Urkunden an die Auszubildenden.
Hier finden Sie einen Überblick über die sechs Projekte aus der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg:
Digitale Kantine
Die Essensbestellung bei der exeron GmbHerfolgte bislang über handschriftliche Zettel, die gesammelt, ausgewertet und manuell an die Buchhaltung weitergegeben wurden – ein zeitintensiver und fehleranfälliger Prozess. Mit der Einführung der digitalen Plattform „Menü Lounge“ stellt das Unternehmen nun auf eine vollständig digitale Bestellung um. Mitarbeitende wählen ihre Gerichte online aus, sehen Nährwerte und Allergene ein und verwalten ihre Auswahl eigenständig. Die Abrechnungsdaten werden automatisch übermittelt und weiterverarbeitet. So reduzierten die Azubis den Verwaltungsaufwand deutlich, sparen Papier und schaffen transparente, effiziente Abläufe.
Digitale Orientierung für neue Talente
Neue Auszubildende und Praktikanten bei der GATACA GmbHmussten sich bisher viele Informationen eigenständig zusammensuchen, während Ausbildende nicht jederzeit für Rückfragen verfügbar waren. Um den Einstieg zu erleichtern, entwickelt das zweiköpfige Azubiteam eine zentrale Onboarding-Plattform. Dort sind alle relevanten Unterlagen, Abläufe und Ansprechpartner gebündelt abrufbar, ergänzt durch eine übersichtliche FAQ-Sektion mit Antworten auf die wichtigsten Fragen in den jeweiligen Fachbereichen. So erhalten neue Teammitglieder von Beginn an klare Orientierung, und auch die Ausbildenden werden spürbar entlastet. Das Ergebnis ist ein strukturierter Start, der Sicherheit schafft und Überforderung vermeidet.
Transparenz statt Zettelwirtschaft – Nacharbeit digital gedacht
Im Bereich Nacharbeit setzte die MKT Metall- und Kunststofftechnik bislang auf handschriftliche Zettel, um Fehler, Maßnahmen und Statusmeldungen zu dokumentieren. Die papierbasierte Weitergabe führte zu Informationsverlusten, Verzögerungen und mangelnder Transparenz. Ein dreiköpfiges Azubiteam nahm sich dieser Herausforderung an und entwickelte eine digitale Lösung, die alle relevanten Daten zentral erfasst und in Echtzeit verfügbar macht. Rückmeldungen erfolgen direkt im System, Bearbeitungsstände sind jederzeit nachvollziehbar. So beschleunigt das Unternehmen die Abläufe und reduziert Fehlerquellen.
Digitales Lagermanagement für die Instandhaltung
Im Kardex-Lager der Instandhaltung bei der Plocher Möbelelemente GmbHfehlten bislang klare Strukturen: Artikel waren nicht bestandgeführt, Suchzeiten dauerten mehrere Minuten, Nachbestellungen erfolgten oft erst, wenn Teile bereits fehlten. Das Digiscouts-Team entwickelte deshalb ein durchdachtes Lagermanagement-Konzept. Es sortierte die Bestände neu, vergab eindeutige Lagerplatzcodes, definierte Artikelklassen und legte die Grundlage für eine digitale Bestandsliste inklusive „Mengen in Bestellung“. Eine wöchentliche Kontrolle durch die Disposition stellt künftig die Materialverfügbarkeit sicher. So sinken Stillstandzeiten von Maschinen, Kosten durch Lieferverzögerungen werden vermieden und das gebundene Kapital im Lager bleibt jederzeit nachvollziehbar.
Digitales ESD-Check-In für mehr Prozesssicherheit
In den ESD-Schutzzonen der S. Siedle & Söhne Telefon- und Telegrafenwerke OHG sind tägliche Widerstandsmessungen vorgeschrieben, doch bislang fehlte ein System zur zentralen Erfassung und Auswertung der Ergebnisse. Die Messungen wurden eigenverantwortlich durchgeführt, ohne dokumentierte Nachverfolgbarkeit oder Analyseoption. Das Digiscouts-Azubiteam entwickelte daher einen Prototyp für ein digitales ESD-Check-In-System: Mitarbeitende registrieren sich per Ausweis, führen die Prüfung begleitet durch eine visuelle Anleitung am Monitor durch, und die Ergebnisse werden automatisch gespeichert und ausgewertet. Verantwortliche Stellen erhalten so eine transparente Datenbasis. Das Unternehmen stellt damit die Wirksamkeit seiner ESD-Schutzmaßnahmen sicher, erhöht die Prozessstabilität und schützt nachhaltig die Qualität sensibler Bauteile.
Alles im Blick – Zentrale Plattform für das Assetmanagement
Das On- und Offboarding bei der Solarcomplex AG war bislang von zahlreichen Excel-Listen und abteilungsübergreifenden Abstimmungen geprägt. Eine zentrale Übersicht über ausgegebenes Equipment, Hardware, Schlüssel oder Dienstwagen fehlte – Einträge waren teils unvollständig oder unübersichtlich. Um hier Klarheit zu schaffen, entwickelte das Azubiteam eine zentrale Datenbank für HR, IT, Schlüsselverwaltung und Fuhrpark. Dort wird transparent dokumentiert, wer welche Ausstattung erhält und seit wann sie im Einsatz ist. Beim Offboarding ist auf einen Blick ersichtlich, was zurückzugeben ist. Das spart Zeit, reduziert Verluste und schafft eine verlässliche Grundlage für die bereichsübergreifende Verwaltung von Ressourcen und Kosten.