Die Wurst Stahlbau GmbH ist ein Familienunternehmen in der zweiten Generation mit Sitz in Bersenbrück. Rund 280 Mitarbeitende decken dort die gesamte Bandbreite des Stahlbaus ab – von einfachen Industriehallen bis hin zum schlüsselfertigen Bauen komplexer Projekte.
Im Rahmen des Projekts Digiscouts haben wir uns als Team aus drei Fachinformatikern und einem Metallbauer mit Optimierungspotenzialen in der Fertigung beschäftigt. Was dabei entstanden ist, beschreiben wir im Folgenden aus unserer Sicht.
Ideensuche und Entscheidungsfindung
In wöchentlichen Treffen haben wir Optimierungspotenziale in der Fertigung analysiert. Dank der Praxiserfahrung unseres Metallbauers identifizierten wir die Papierflut durch ständige Planänderungen als zentrales Problem. Ursprünglich planten wir ein digitales Lagersystem, entschieden uns jedoch aufgrund des höheren ökologischen Nutzens und der besseren Informationsverfügbarkeit für die Spätschicht um. In enger Abstimmung mit der Fertigungsleitung fiel die Wahl auf die Digitalisierung der Bauzeichnungen, um technisches Know-how und praktische Fertigungserfahrung ideal zu kombinieren.
Das Projekt – Ziel und Nutzen
Unser Ziel war es, digitale Stationen in der Fertigungshalle aufzustellen, an denen man die Bauzeichnungen direkt ansehen kann. Wichtig war uns dabei: Das System soll eine „helfende Hand" sein. Es soll das Papier nicht sofort komplett ersetzen, sondern die tägliche Arbeit unterstützen und vereinfachen.
Vorher: Bei jeder Änderung am Plan musste die Zeichnung neu gedruckt und in die Fertigung gebracht werden. Die alten Pläne mussten zeitaufwendig eingesammelt und entsorgt werden. Das hat viel Papier, Tinte und Strom gekostet.
Jetzt: Über digitale Terminals können die Mitarbeiter die neuesten Pläne in Echtzeit ansehen. Änderungen sind sofort für alle sichtbar, ohne dass auf einen neuen Ausdruck gewartet oder zum Drucker gelaufen werden muss.
Nutzen: Wir schätzen, dass der Papierverbrauch durch dieses Projekt um mindestens 50 % sinken wird. Außerdem sparen die Mitarbeitenden in der Fertigung viel Zeit und sind deutlich flexibler, da sie jederzeit eigenständig auf den aktuellen Planstand zugreifen können.
Organisation, Erfolge und Herausforderungen
Wir haben die Aufgaben im Team nach unseren fachlichen Stärken verteilt. Die Fachinformatiker haben sich um die technische Infrastruktur, die Hardware und die Software-Anbindung gekümmert. Unser Metallbauer war der Experte für die Praxis: Er hat darauf geachtet, dass die Bildschirme und die Bedienung in der Fertigungshalle unter realen Bedingungen funktionieren.
Eine Herausforderung war, die Akzeptanz der Kolleginnen und Kollegen zu gewinnen. Wir mussten vermitteln, dass die Technik die Arbeit erleichtert und kein Hindernis darstellt. Die Zusammenarbeit im Team war hervorragend, und jeder hat seinen Teil mit vollem Interesse beigetragen.
Rückendeckung von Fertigungsleitung, Kollegium und Ausbildenden
Die Fertigungsleitung war von Beginn an sehr an unserer Projektidee interessiert. Sie sah sofort das Potenzial, die Arbeitsabläufe in der Halle effizienter zu gestalten und die Kommunikation zwischen den Schichten zu verbessern. Das Kollegium in der Fertigung war nach einer kurzen Phase der Skepsis ebenfalls sehr interessiert, besonders wegen der Vorteile für die Spätschicht. Unsere Ausbilder haben uns viel Freiraum gelassen, damit wir eigenständig entscheiden konnten, waren aber bei organisatorischen Fragen immer als Ansprechpartner für uns da.
Was uns das Projekt gebracht hat
Es hat uns viel Freude bereitet zu sehen, dass wir als Azubis eine nachhaltige Veränderung im Betrieb bewirken können. Über die fachliche Ausbildung hinaus haben wir gelernt, wie man ein Projekt strukturiert plant, Termine koordiniert und effektiv zwischen IT und Handwerk vermittelt. Das Projekt hat uns gezeigt, wie viel Vorbereitung hinter einer erfolgreichen Digitalisierung steckt. Wir sind jetzt deutlich besser auf zukünftige Aufgaben im Unternehmen vorbereitet.
Ausblick: Wir starten nun mit der schrittweisen Einführung der ersten Stationen. Wenn diese Testphase weiterhin gut verläuft, wollen wir insgesamt 11 digitale Stationen in der gesamten Fertigungshalle aufbauen, um eine flächendeckende Unterstützung zu gewährleisten.
Digiscouts-Autoren: Marcel, Adrian-Bogdan, Nico, Ilyas
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