Gamification? Nie gehört?!

Seit 2002 betreut die RG-Bau den Wettbewerb „Auf IT-gebaut -Bauberufe mit Zukunft“. Hier prämieren wir jährlich immer wieder Nachwuchstalente, die die Baubranche mit ihren Arbeiten nach vorne bringen möchten. Ziel ist es, mehr Innovation, mehr IT, mehr Technik und mehr Digitalisierungstools in die Branche zu etablieren.

Die aktuellen Schulungsangebote im Bereich Digitalisierung in der Baubranche entsprechen oft nicht den individuellen Bedürfnissen und Anforderungen. Angesichts der voranschreitenden Digitalisierung ist der Bedarf für Veränderungen und Erweiterung der traditionellen Lehre jedoch da - gerade bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen der Baubranche. Im Wettbewerb nehmen wir wahr, dass zunehmend Arbeiten eingereicht werden, die einen Gamification Ansatz aufweisen.

Einige Beispiele möchten wir Ihnen hier vorstellen.

Zukunftsweisend: der Wettbewerb Auf IT gebaut

Bereits 2017 belegte ein Berufsschullehrenden Team den dritten Platz im Bereich Handwerk und Technik. Hier handelte es sich um ein Unterrichtskonzept der Bauabteilung Carl-Benz-Schule Koblenz. Das Team entwickelt eine Quiz App. Die Lehrkräfte zielten mit dieser App darauf ab, das Auszubildende sich selbst Fachbegriffe, Arbeitsregeln, Kennzeichen et cetera erschließen und weitergehend vertiefen. Im Jahr 2020 gewann Alejandro Machado Nieto, selbst Auszubildender, mit seiner Arbeit „Schüler helfen Schülern mit IT: Learning Videos mit visuellen 3D-Darstellungen von Baukörpern“ den zweiten Preis im Bereich Handwerk und Technik. Der Berufsschüler nahm hier kleine Erklärvideos für seine Mitschülerinnen und Mitschüler auf, um auch denen, die im Lernunterricht nicht so gut vorankommen, die Lehrmaterie zu illustrieren und auf plastische Art darzustellen und damit diese das dann besser verstehen. Dies zeigt, wie zukunftsweisend die Arbeiten im Wettbewerb Auf IT gebaut sind.

Im Wettbewerb 2021 sind gerade zwei weitere Beispiele prämiert worden. Das ist zum einen der erste Platz im Handwerk und Technik. Hier entwickelte ebenfalls ein Berufsschullehrer, diesmal vom Technischen Berufskolleg Solingen ein Set von Learning Apps. „Spielerisch zum Erfolg mit Learning Apps“ so der Arbeitstitel von Heiko Micksch. Der Preisträger entwickelt in der Corona-Zeit in Folge des wegefallenden Präsenzunterrichts und um einen Beitrag zu mehr Digitalisierung im Berufsschulalltag zu leisten Learning Apps. Sein Ziel war und ist es, einfach, flexibel, unabhängig von Raum und Zeit und was noch wichtig war, ohne finanziellen Aufwand, spielerisch seine Schülerschaft an die Lerninhalte heranzuführen. Ein schöner Ansatz mit so einem gewissen Spiel- und Suchtfaktor.

Im gleichen Wettbewerbsjahr belegten zwei Studentinnen von der Technischen Universität München den zweiten Platz im Bereich Architektur. Hier ging es um eine „Co-Design-Community“ und das kollektive Wohnen und Entwerfen. Auch diese Gewinnerinnen haben mit Gamification-Elementen gearbeitet. Hier wurde ein für alle Baubeteiligten gemeinsam nutzbares Kommunikationstool entwickelt.

Aus unserem Partnernetzwerk wissen wir, dass aktuell vor allem die großen Unternehmen, die bereits ein eigenes BIM-Schulungskonzept für ihre Inhouse-Schulungen entwickelt haben, Gamefaktoren integriert haben und diese als ein wichtiges Stilmittel sehen und dort gerne einsetzen, zum Beispiel bei der Schulung zu BIM-Managern.

Deshalb denken wir, dass Gamification auf jeden Fall ein wichtiger Punkt für die zukünftige Schulungen, gerade für KMU-Bau, sein wird, um komplexe Thematiken, wie beispielsweise BIM schneller und leichter zu vermitteln und für die Belegschaft erlernbar zu machen.

Möchten Sie noch mehr über den Gamification-Ansatz und die Wettbewerbsarbeiten erfahren? Dann seien Sie gespannt auf unsere nächste IBR und den gleichnamigen Fachartikel!

Oder stöbern Sie einfach mal auf unserer Wettbewerbsseite...

Bleiben Sie auf dem Laufenden!

Mit unseren RKW Alerts bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Wir informieren Sie automatisch und kostenlos, sobald es etwas Neues zum Projekt "Auf IT gebaut" auf unserer Website gibt. Alles, was Sie dafür brauchen, ist eine E-Mail-Adresse und 10 Sekunden Zeit.