Bei 81 Prozent der Deutschen haben Gründende ein hohes Ansehen

Die repräsentative Bevölkerungsumfrage des Global Entrepreneurship Monitors 2019/20 (GEM) zeigt, dass Gründende in Deutschland ein hohes Ansehen besitzen. So stimmen 81 Prozent der 18–64-Jährigen Bundesbürgerinnen und Bundesbürger der Aussage „In Deutschland genießen erfolgreiche Gründende Respekt und hohes Ansehen“ zu. Dieser Wert hat über die letzten zehn Jahre zugenommen. Im Jahr 2009 waren es noch 75 Prozent Zustimmung. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland im Jahr 2019 bezüglich der gesellschaftlichen Anerkennung von Gründenden gleichauf mit „Gründungsnationen“ wie den Vereinigten Staaten von Amerika. In den USA attestieren 80 Prozent der Bevölkerung Gründenden ein hohes Ansehen. Auch im Vergleich zu vielen europäischen Nachbarn schneidet Deutschland gut ab. Das Ansehen von Gründenden ist unter anderem in Spanien mit 58 Prozent oder Italien mit lediglich 13 Prozent vergleichsweise geringer. 

Mehr als jede zweite Person in Deutschland nimmt einen Anstieg der Medienberichterstattung über Gründende wahr

Bezüglich der Medienaufmerksamkeit von Gründenden ist in Deutschland im GEM ein Positivtrend zu beobachten. 55 Prozent der 18–64-Jährigen Bundesbürgerinnen und Bundesbürger geben im Befragungsjahr 2019 an, dass in Deutschland in den Medien oft über erfolgreiche neue Unternehmen berichtet wird. Die wahrgenommene Medienresonanz von Gründenden ist über die letzte Dekade kontinuierlich angestiegen. Der Wert lag 2009 noch bei 50 Prozent Zustimmung. Das wachsende Interesse am Thema Gründung spiegelt sich unter anderem auch bei den Fernseheinschaltquoten wieder. Das Gründungs-TV-Format "Die Höhle der Löwen" erzielt mittlerweile bei Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren teils die höchsten Tages-Einschaltquoten (Mediengruppe RTL Deutschland, 2020). Der internationale GEM-Vergleich zeigt jedoch, dass die Wahrnehmung der medialen Berichterstattung zum Thema Gründung in Deutschland trotz des Positivtrends noch Wachstumspotential hat. In den USA nehmen 77 Prozent der Bevölkerung eine hohe Medienaufmerksamkeit gegenüber Gründenden wahr. Eine grafische Visualisierung, der in diesem Blogbeitrag dargestellten Ergebnisse, bietet die GEM-Infografik „Gesellschaftliche Wahrnehmung von Gründungen“.

Gesellschaftlicher Status von Gründungen und Innovationen: Schlüsselfaktor Bildung

Die gesellschaftliche Wertschätzung von Gründenden und deren Wahrnehmung in den Medien hängt auch vom Wissen und Verständnis der elementaren Bedeutung von neuen zukunftsorientieren (digitalen) Geschäftsmodellen, disruptiven Innovationen sowie neuen Technologien für die (zukünftige) globale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands in der Gesamtbevölkerung ab. Gründende leisten einen wichtigen Beitrag zur Erneuerung und Bereicherung der deutschen Wirtschaft. In diesem Zusammenhang ist es ein sehr positives Zeichen, dass sich die Bewertung der Gründungsausbildung an deutschen Schulen aus Sicht der GEM-Gründungsexpertinnen und -experten in den letzten Jahren verbessert hat. An Hochschulen in Deutschland ist die Gründungsausbildung – absolut betrachtet – noch ausgeprägter, als an Schulen.

Inwiefern das hohe gesellschaftliche Ansehen von Gründenden sowie die steigende Wahrnehmung von Gründenden über die Medien Indizien für einen beginnenden Kulturwandel in Deutschland zugunsten unternehmerischer Selbstständigkeit als Form der Erwerbstätigkeit sind, werden wir im diesjährigen GEM-Bericht aufgreifen. Dabei wird auch der Einfluss der Corona-Pandemie analysiert.

Die in diesem Fachartikel dargestellten Zahlen basieren auf repräsentativen Umfrageergebnissen des GEM. In Deutschland wurden 2019 insgesamt 3.002 Personen aus der Bevölkerung befragt sowie 66 Gründungsexpertinnen und -experten. Weltweit haben sich in 154.991 Personen an der Studie beteiligt. Den GEM Deutschland 2019/20 können Sie hier im Volltext herunterladen oder kostenfrei als Printpublikation bestellen. Zudem bieten wir GEM-Infografiken an, welche Sie hier digital abrufen oder als Printversion bestellen können.