Das Jahrestreffen der rund 50 Länderteams des Global Entrepreneurship Monitor (GEM)-Konsortiums fand in 2026 von 25 bis 27. Februar in Monterrey (Mexiko) statt. Der GEM ist die größte internationale repräsentative Vergleichsstudie zum Unternehmertum. Seit 1999 werden in über 50 Ländern jährlich Daten zur Gründungsaktivität und Gründungseinstellung erhoben. Im Rahmen des Global Entrepreneurship Monitors werden Gründungen in Deutschland durch das RKW Kompetenzzentrum in Kooperation mit dem Johann Heinrich von Thünen-Institut für Innovation und Wertschöpfung in ländlichen Räumen untersucht.
Ziel der Konferenz war der Austausch über neue Forschungs- und Erhebungsmethoden, die Diskussion der wissenschaftlichen Gesamtausrichtung des GEM-Forschungsprojektes, der Dialog mit der Politik zum Thema Gründungsförderung sowie der fachliche Austausch der GEM Teams zu den Themen wie die Gestaltung der GEM-Länderberichte und zusätzliche Fragen für die repräsentative Bevölkerungsbefragung in der neuen GEM-Erhebungsrunde.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde der Global Entrepreneurship Monitor 2025/2026 Global Report: From Uncertainty To Opportunity auf der Grundlage von Interviews mit mehr als 150.000 Personen in der Bevölkerung sowie über 2.200 Expertinnen und Experten aus 51 Volkswirtschaften zur Lage des Unternehmertums präsentiert. Obwohl die Gründungsaktivitäten in vielen Ländern gestiegen sind, haben viele junge Unternehmen Schwierigkeiten, sich zu etablierten Unternehmen weiterzuentwickeln. Bemerkenswert ist, dass 84 % der Gründungspersonen soziale und/oder ökologische Auswirkungen bei ihren unternehmerischen Entscheidungen berücksichtigen.

Dr. Natalia Gorynia-Pfeffer, GEM Projektleiterin im RKW Kompetenzzentrum hat am zweiten Konferenztag der GEM-Jahrestagung die Ergebnisse aus dem Women Entrepreneurship Monitor 2024/25. Gründerinnen in Deutschland im internationalen Vergleich vorgestellt sowie an der Podiumsdiskussion teilgenommen. Die Podiumsdiskussion wurde von Amanda Elam, PhD, Babson College, Hauptautorin von GEM 2024/2025 Women’s Entrepreneurship Report: Navigating Challenges, Driving Change moderiert.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus den beiden neu veröffentlichten Berichten, die auf den Daten des Global Entrepreneurship Monitor (GEM) basieren, haben wir für Sie nachfolgend zusammengefasst.
Steigende Gründungsaktivität von Frauen
Sowohl international als auch in Deutschland zeigt sich ein Anstieg der Gründungsquoten von Frauen – ein Zeichen dafür, dass mehr Frauen Unternehmensgründungen angehen, auch wenn es Unterschiede zwischen den Ländern gibt. Insbesondere in Jordanien und Marokko haben sich die Gründungsaktivitäten von Frauen verdoppelt.
Verringerung des Gender Gaps
Der Gender Gap bei Gründungsaktivitäten ist rückläufig, sowohl global als auch in Deutschland, hat sich der Unterschied zwischen den Gründungsquoten von Frauen und Männern verringert.
Unterschiede in der Wahrnehmung von Technologie
In beiden Berichten zeigt sich, dass Frauen seltener als Männer die Bedeutung von Technologien wie künstlicher Intelligenz (KI) für ihr Unternehmen als hoch einschätzen – dies gilt global wie auch für Gründerinnen in Deutschland.
Innovation spielt eine bedeutende Rolle
Während der globale GEM Women Report 2024/2025 zeigt, dass Frauen in nur wenigen Ländern bei Innovationen gleichauf mit Männer sind (18 von 51 Ländern), weist der Women Entrepreneurship Monitor Deutschland 2024/2025 darauf hin, dass der Unterschied bei Produkt- oder Dienstleistungsinnovationen zwischen Frauen und Männern nur gering ist.
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- © Global Entrepreneurship Research Association (GERA) (Bild links); Asst. Prof. Dr. Ulrike Guelich - privat (Bild rechts) – Mexico_4.png