Rohstoff- und Materialeffizienz mit der ISO 14051

Veröffentlicht: 19.12.2018

Projekt: Innovationsmanagement

Zusammenfassung: Die internationale Norm ISO 14051 liefert eine bewährte Methode zur Senkung der Rohstoff- und Materialkosten. Lesen Sie hier, worauf es ankommt und finden Links zu weiteren Praxishilfen des RKW.

In unserer kleinen Serie zum Jahresende greifen wir nochmals das Thema Rohstoff- und Materialeffizienz auf. Denn wer den Einsatz von Rohstoffen und Material reduziert, der senkt auch seinen Aufwand an anderer, oft nicht mitgedachter Stelle. Sinnvolle Entscheidungen über Maßnahmen der Ressourceneffizienz setzen aber eine systematische Analyse voraus. Nur dann sind die zu realisierenden Einsparpotenziale und die zu erwartenden Amortisationszeiten gut abschätzbar.

Aber von vorne:

Die Rohstoffe, das Material und die Zulieferprodukte machen prozentual den größten Anteil der Produktionskosten in den Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes aus. Seit vielen Jahren wird er in den einschlägigen Statistiken des statistischen Bundesamtes mit einem Wert von rund 45 Prozent der Gesamtkosten angegeben. Die Bedeutung zeigt der Vergleich: Die Personalausgaben liegen durchschnittlich bei weniger als der Hälfte davon, die öffentlich viel stärker adressierten Kosten für Energie aller Art lediglich bei circa zwei Prozent.

Die Rohstoff- und Materialproduktivität zu steigern, verspricht deshalb große Einsparungen. Maßnahmen können allerdings mit relativ hohen Investitionen verbunden sein. Das zeigt das Praxisbeispiel der DekoDesign GmbH, über die wir an dieser Stelle berichten. Es gibt aber auch eine Vielzahl wenig aufwendiger Maßnahmen, die sich schnell amortisieren. Schnell heißt hier maximal innerhalb von zwei Jahren. Häufig wird der Aufwand für Maßnahmen zur Erhöhung der Ressourceneffizienz sogar überschätzt und der Nutzen und der Gewinn systematisch unterbewertet. Viele sinnvolle Veränderungen bleiben so unentdeckt und erfolgen zum Nachteil der Unternehmen nicht.

Die wahren Kosten der Materialverschwendung 

Denn werden zum Beispiel die von Produktionsresten verursachten Kosten bewertet, fallen zunächst deren Entsorgungskosten und gegebenenfalls noch deren Materialwert ins Auge. Unnötig verbrauchte Materialien oder verzichtbare Hilfsstoffe verursachen darüber hinaus aber auch an vielen anderen Stellen Mehrkosten. Sie müssen transportiert und gelagert werden und führen folglich zu höheren Personal- und Energiekosten. Im Einzelfall können die Optimierungen zudem die Anlagenproduktivität erhöhen oder machen bestimmte Maschinen oder Investitionen obsolet. Diese sogenannten hidden costs summieren sich oft zu erheblich höheren Einsparpotenzialen als ursprünglich angenommen. Zunächst uninteressante Maßnahmen können sich bei umfassender Betrachtung als hoch rentabel erweisen.

Transparenz durch die Materialflusskostenrechnung

Dazu bedarf es allerdings Transparenz über die Prozesse im Unternehmen. Ein sehr hilfreiches Instrument ist die in der internationalen Norm ISO 14051 dargelegte Materialflusskostenrechnung. Sie hat sich schon vielfach in der Praxis bewährt, um die Kosten entlang der Produktionsprozesse zu ermitteln und sie den entstehenden Abfällen und Ausschüssen zuzuordnen. Neben den Material- und Entsorgungskosten geraten damit auch die Personal- und Systemkosten in den Blick. Damit wird es möglich, realistische Einsparpotentiale abzuschätzen. 

Wie die Methode funktioniert, erfahren Sie in unserem kostenlosen Faktenblatt.

Weitere Werkzeuge, die Sie unterstützen können, Ihre Abläufe zu analysieren und weiter zu optimieren, sind zum Beispiel das Wertstromdesign oder verschiedene Methoden der Energie- und Stoffstromanalyse. Umfassende Informationen zum Thema Produktivitätsoptimierung finden Sie in unserem Leitfaden Produktivität für kleine und mittlere Unternehmen.