Fassade 4.0 – nachhaltig, intelligent, innovativ

Rückblick auf die Fachveranstaltung der RG-Bau auf der BAU 2019 in München

Veröffentlicht: 04.02.2019

Projekt: DiKoBau

Zusammenfassung: Am 18. Januar 2019 ging es auf beinahe schon traditionellen Freitags-RG-Bau-Veranstaltung auf der BAU in München wieder um Bauinnovationen.

Das Interesse war groß wie nie. Mit 60 Teilnehmern war der kleine Hallenkonferenzraum bis fast zum letzten Platz besetzt.

Das Programm und die Vortragsfolien finden Sie unter www.rkw.link/fassade

Moderne Baustoffe für Fassaden mit hocheffektiven photokatalytischen Eigenschaften

Dr. Thomas Koch von der KRONOS INTERNATIONAL, Inc. aus Leverkusen und seine Projektpartner aus dem BMBF-geförderten Projekt Purebau forschten unter anderem an der Ausrüstung von Fassaden mit photokatalytischen Eigenschaften. Das Projekt beschäftigte sich aber auch mit anderen Flächen, wie zum Beispiel Gehwegen und Dächern. Die Verbreitung der Ergebnisse in die Baupraxis wird ebenfalls vom BMBF durch ein Projekt zum Wissenstransfer WiTraBau unterstützt.

Durch die Ausrüstung von Farben, Dachziegeln oder Betonelementen sowie Betonpflastersteinen mit nanoskaligem Titandioxid können Fassaden zur Beseitigung von Stickoxiden und anderen Schadstoffen beitragen. Seit dem Abschluss des Vorgängerprojektes Helioclean, welches sich schon 2011 auf der BAU in München präsentiert wurde, hat sich der Wirkungsgrad der photokatalytischen Reaktion enorm gesteigert. Etliche Anwendungen sind bereits seit längerem auf der Baustelle im Einsatz und nicht nur ökologisch effektiv sondern auch wirtschaftlich. Photokatalytisch aktive Dachziegel, Fassadenfarben, Betonfassaden und Betonsteine sind inzwischen als Baustoffe am Markt etabliert und waren auch in den Messehallen zu sehen.

Carbonbeton & Co. - Vom Hightech-Baustoff zur Lowtech-Fassade

Alexander Kahnt, Architekt und Baustoffforscher an der HTWK Leipzig, war schon zum zweiten Mal Referent in einer RG-Bau Veranstaltung. Sein Thema ist Textilbeton, genauer gesagt Carbonbeton. Vor zwei Jahren auf der BAU 2017 stellte er einige Anwendungen von Carbonbeton im Hochbau vor. Eine der gezeigten Konstruktionen war ein leichtes, nur 11 cm dickes Fassadenelement, ein Sandwich aus zwei dünnen Textilbetonplatten gedämmt mit zwei Vakuumisolationspaneelen.

Inzwischen hat er das Fassadenelement weiterentwickelt und bauphysikalisch untersucht. Die Basisvariante wird jetzt mit Mineralwolle gedämmt. Das Element ist  immer noch innovativer Leichtbau aber Hightech steckt nur noch im Carbonbeton. Schlankere Varianten des Fassadenelements und auch die Konstruktion eines Beispielgebäudes setzen auf innovative Dämmplatten, die durch den Einsatz von Aerogelen (Das sind nanoporöse SiO2-Kügelchen.) eine Verringerung der Dämmstoffstärke um bis zu 50% erlauben. Doch sie sind nicht, wie Vakuumisolationspaneele, mit einer Hightechfolie ummantelt und evakuiert. Auf der Baustelle und im Betonfertigteilwerk können diese Dämmstoffplatten wie gewohnt verarbeitet werden - weniger Hightech aber mehr Bautauglichkeit.

Bildergalerie

Dr. Thomas Koch bei seinem VortragRKW Kompetenzzentrum)
Dr.-Ing. Kathrin Wiertelarz hatte auch Anschauungsmaterial dabei.RKW Kompetenzzentrum)
Alexander Kahnt erklärt, warum sein Fassadenelement aus Carbonbeton alle bautechnischen Anforderungen erfüllt und trotzdem nachhaltiger und ressourcenschonender ist.RKW Kompetenzzentrum)
 
Das Team Fassade 4.0: Dr. Thomas Koch, Dr. Kathrin Wiertearz, Marlies Kuchenbecker und Ute Juschkus (RG-Bau), Alexander KahntRKW Kompetenzzentrum)
Die Teilnehmer bei Fassade 4.0: Vielen Dank für Ihr Interesse.RKW Kompetenzzentrum)