Startups meet Mittelstand - Formen der Zusammenarbeit auswählen (Teil 2)

Aus dem RKW Magazin 2/2016: Startups meet Mittelstand

Veröffentlicht: 11.08.2016

Projekt: Startup meets Mittelstand

Zusammenfassung: Nachdem im ersten Teil dieses Beitrags mit strategischen Fragestellungen mögliche Ziele einer Kooperation zwischen Unternehmen und Startups erarbeitet wurden, geht es jetzt an den zweiten Schritt: Formen und Formate einer Zusammenarbeit auswählen.

Für die im ersten Teil entwickelten Ziele bieten sich jeweils passende Formen der Zusammenarbeit an. Diese unterscheiden sich stark hinsichtlich des zeitlichen, personellen und finanziellen Aufwands:

  • Umsetzung oder Sponsoring von Startup-Events: Die Unterstützung von Wettbewerben, bietet eine einfache und relativ kostengünstige Form, um sich dem Startup-Kosmos anzunähern. Auf Seiten der Startup-Gründer wird Aufmerksamkeit für den jeweiligen Mittelständler erzeugt, im Rahmen der Events ist anhand von  Präsentationen, Pitches und Gesprächen ein erstes Abtasten möglich. Zu dieser Art der Zusammenarbeit zählen auch Programmierwettbewerbe, sogenannte Hackathons.
  • Das Angebot von Arbeitsräumen und Co-Working Spaces: Sie bieten die Möglichkeit, die Interaktion zwischen Startup-Gründern und Mitarbeitern des eigenen Unternehmens zu fördern. Kommunikations- und gegenseitige Lernprozesse können in Gang gesetzt werden. Je nach Startup-Kategorie stellt auch die Bereitstellung von Produktionsflächen, -anlagen oder Laboren einen vielversprechenden Kooperationsansatz dar.
  • Accelerator-Programme:  Hierbei handelt es sich um eine Art Förderprogramm mit einer vergleichsweise kurzen Laufzeit, in der Regel nicht länger als vier Monate. Neben einer  Finanzierung bieten Accelerator-Programme den  Startups auch Know-how, Netzwerke und PR-Kanäle. Im Gegenzug müssen die Gründer für die Leistungen des Accelerator oft mit  Mitsprachrechten und Unternehmensanteilen bezahlen.    
  • Aufbau von Partnerschaften: Diese erstrecken sich von operativen Formen der Zusammenarbeit bis hin zu strategischen Entwicklungspartnerschaften. Mittelständische Unternehmen können Startups beispielsweise als Co-Entwicklungspartner engagieren. Die Formulierung von klaren zeitlichen, technischen und Budget-Spezifikationen sind dabei wesentliche Erfolgsfaktoren.  Auch der Einkauf von Produkten, die durch Startups entwickelt werden, kann den Zugang bezüglich  neuer Technologien und Geschäftsmodelle ermöglichen. 
  • Der Erwerb von Unternehmensanteilen durch Investitionen – in Form von Corporate Venture Capital – bietet die Chance an der Entwicklung von Startups teilzuhaben und je nach Ansatz und Investitionshöhe den Werdegang mitzugestalten. Durch die Bereitstellung von Kontakten und die Weitergabe von Management-Erfahrungen können Mittelständler nachhaltigen Einfluss auf den Erfolg der Geschäftsaktivitäten von Startups ausüben.
  • Mit der Akquisition von Startups kann der Zugang zu komplementären Technologien erlangt werden, um bestimmte Probleme zu lösen, Geschäftsaktivitäten zu verbessern oder neue Märkte zu erschließen. Von besonderer Bedeutung bei dieser Vorgehensweise ist auch der Zugang zu hochqualifiziertem Personal, das über den Arbeitsmarkt nicht zugänglich ist.

Für die formulierten Ziele bieten sich jeweils einzelne oder eine Kombination von Kooperationsformen an. Die folgende Abbildung liefert hier eine Orientierung aus Sicht der etablierten Unternehmen. In der Praxis wird es darauf ankommen, die unterschiedlichen Kulturen und Arbeitsweisen von Startups und Mittelständlern für die gemeinsamen Ziele zu synchronisieren. Eine klare Kommunikation, Offenheit und Flexibilität sind hierfür wichtige Voraussetzungen. 

Kooperationsziele und Formen der Zusammenarbeit(© RKW Magazin 2/16 - RKW Kompetenzzentrum)

Der erste Teil dieses Beitrags zur Definition von Zielen erschien in den vergangenen Tagen. Gern können Sie den gesamten Beitrag auch in der PDF lesen oder eine Printausgabe des RKW Magazins 2/16 bestellen:

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