Sigmaringen - Startups am Rande der Schwäbischen Alb

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Veröffentlicht: 13.08.2019

Projekt: Gründerökosysteme

Zusammenfassung: Startups hatte ich eigentlich nicht am südlichen Rand der schwäbischen Alb vermutet - aber ich wurde eines besseren belehrt.

Während mein Zug durch das sonnige Donautal in Richtung Sigmaringen bummelt, schaue ich mir die Flusslandschaft an und denke, dass ich hier mit meinen Kindern mal ein Fahrradtour machen müsste. Die ländliche Idylle lässt auf den ersten Blick nicht erahnen, dass sich auch hier spannende Startups entwickeln können.

Beim Workshop, den ich für die School of Entrepreneurship der Hochschule Albstadt-Sigmaringen moderieren durfte, habe ich dann gelernt, dass hier die Gründungsideen sehr vielfältig sind, die Gründerinnen und Gründer alle aus der Region kommen und mit spannenden Geschäftsideen und Fragestellungen aufwarten.

Wie kann man testen, wer bereit ist, für ökologisch und ökonomisch einwandfrei produzierte Kakaobohnen aus Ecuador Geld auszugeben? Wer sind mögliche Zielkunden für ein Gewächshaus, das zugleich der Energiegewinnung dient? Wie finanziere ich die Patentierung eines Testsystems für neue Medikamente, das Dank der Nutzung menschlicher Stammzellen ohne Tierversuche auskommt?

Das waren nur einige der Fragen, die wir unter dem Motto "Methoden anwenden, Gründungsprojekte weiterentwickeln!" diskutiert haben. Die Teams haben zunächst mit Hilfe des Value-Proposition-Canvas den Kundennutzen für ihre Idee herausgearbeitet. Im nächsten Schritt haben sie dann Test entworfen, mit denen sie prüfen können, ob der Kundennutzen tatsächlich der ist, den sie formuliert haben.

Dabei zeigte sich, dass der Wert dieser Lean-Startup-Methoden vor allem darin liegt, dass sie Teams zwingen Ihre Ideen, von der sie selbst natürlich sehr eingenommen sind, aus der Kundenperspektive zu betrachten und sich auf wesentliche Produkteingenschaften zu konzentrieren.

Die Umsetzung der Tests begleitet das Team der School of Entrepreneurship gemeinsam mit dem InnoCamp Sigmaringen, das neben dem schon in Betrieb befindlichen Innovations- und Technologiezentrum ab dem nächsten Jahr auch eine Modellfabrik und ein Akademie eröffnen wird, die sich mit den Schwerpunkten Ressourceneffiziente Energieerzeugung, -verteilung und -nutzung, nachhaltige Nahrungsmittelentwicklung und -produktion und innovative Produkte und Prozesse in Gesundheit und Biomedizin beschäftigen wird. Die Gründungsprojekt aus unserem Workshop werden dort sicherlich gut aufgehoben sein.