Das Zukunftszentrum Süd aus Nürnberg hat ein KI-Planspiel entwickelt, in dem Unternehmen zusammen mit ihren Mitarbeitenden herausfinden können, was sie bei der Einführung von KI-Anwendungen erwartet und worauf sie dabei achten müssen.
An der Möglichkeit, an Fort- und Weiterbildungen teilzunehmen, zeigt sich, wie gut Unternehmen ihre Mitarbeitenden auf neue Technologien vorbereiten. Das gilt auch für die Einführung und den Umgang mit KI. Hier setzt das KI-Planspiel des Zukunftszentrums Süd mit seinen Qualifizierungsangeboten an.
Das KI-Planspiel: Lernen durch Spielen statt durch Vorträge
Im Kern geht es bei dem Planspiel darum, dass Unternehmen gemeinsam mit ihren Mitarbeitenden herausfinden können, was sie bei der Einführung von KI-Anwendungen erwartet und worauf sie achten müssen. Wie der Name schon andeutet, geht es um einen spielerischen Zugang zu der Frage, ob und wie KI in einem Unternehmen eingesetzt werden soll und wie die gemeinsame Strategie dazu aussehen soll. Die Grundlage bildet ein fiktives Unternehmen aus der Automobilzulieferindustrie, das gerne KI einführen möchte. Die Teilnehmenden schlüpfen in unterschiedliche Rollen und Abteilungen. Der Rollenwechsel ist wichtig und gehört zum pädagogischen Konzept.
Das Planspiel hat vier Phasen:
- In der ersten Phase werden Probleme identifiziert, die mit Hilfe von KI gelöst werden sollen.
- Im zweiten Schritt entdecken die Teilnehmenden die Möglichkeiten von KI und wie sie bei der Lösung des Problems unterstützen kann.
- In der dritten Phase entscheidet das Team, welche KI-Anwendung bei dem fiktiven Unternehmen eingeführt werden soll.
- In der letzten Phase wird identifiziert, welche Herausforderungen im Unternehmen erwartet werden und welche strategischen Entscheidungen für eine Implementierung von KI notwendig sind.
Das Workshop-Format ist auf zwei Tage angelegt und wird mit 8-20 Mitarbeitenden durchgeführt. Je mehr Mitarbeitende aus unterschiedlichen Abteilungen teilnehmen, desto besser, weil damit die verschiedenen Perspektiven eines Unternehmens relevant werden.
Der Perspektivwechsel als Schlüssel
Ein zentrales Element des Planspiels ist der bewusste Rollenwechsel. Die Teilnehmenden übernehmen nicht ihre eigenen Abteilungen und Funktionen, sondern schlüpfen in dem fiktiven Unternehmen in eine andere Rolle, um die Distanz zum eigenen Arbeitsalltag herzustellen und damit den Blick zu öffnen. Der Perspektivwechsel führt dazu, dass beispielsweise der Betriebsrat und die IT die Rollen tauschen und die einzelnen Gruppenperspektiven aufgebrochen werden können. Im Laufe der zwei Tage verdichten sich die Erkenntnisse zunehmend, bis am Ende eine gemeinsame Lösung mit ganzheitlicher Strategie steht.
Fazit: Strategie für alle
Am Ende des Prozesses wird den Beteiligten oft klar, wo KI tatsächlich Prozesse automatisieren und Mehrwerte schaffen kann und wo nicht. Denn KI kann eine Lösung sein, muss es aber nicht. Unternehmen sollten mit Formaten wie dem KI-Planspiel gemeinsam mit allen über die Strategien reden und nachdenken, um bessere Entscheidungen für alle zu treffen. Der spielerische Rollenwechsel kann neues, kreatives Potenzial freisetzen, das ansonsten oft in Routineprozessen untergeht.
Im Rahmen des ESF Plus-Programm Zukunftszentren setzt das RKW Kompetenzzentrum mit drei weiteren Verbundpartnern das Zentrum Zukunft der Arbeit um. Eine der Aufgaben ist es, das Wissen aus den Regionalen Zukunftszentren zu bündeln und die überregionale Vernetzung zu fördern. Dazu gehört auch die Podcast-Reihe Zukunftsmusik, in der das Gespräch über das KI-Planspiel mit einem beteiligten Akteur entstanden ist. Das gesamte Gespräch mit Christine Czekalla und Christian Friedmann gibt es als Podcast unter folgendem Link:
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