Am 19. August haben sich viele Interessierte unsere Online-Veranstaltung „Bewusster Umgang mit Hitze: Gesundheit, Unternehmen und Gebäude“ mit vielen spannenden Beiträgen angehört. Nach fast zwei Monaten mit sehr heißen Temperaturen gab es zwar just in der Woche einen Temperaturabfall. Aber eines wurde sehr deutlich: Die Hitze kommt wieder – und jedes Jahr werden die Temperaturen weiter steigen.
Wie entwickeln sich die Temperaturen in Deutschland?
Den Start macht Dr. Stephanie Hänsel vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Ihre Daten zeigen es schwarz auf weiß: Seit Beginn der Messungen 1951 hat die Anzahl der heißen Tage in Deutschland um 208 Prozent zugenommen, die Temperaturentwicklung kennt nur eine Richtung: nach oben. Früher hatten wir rund 4 heiße Tage mit Temperaturen über 30 Grad im Jahr. Nun sind es 8.8 Tage. Sollten wir – auch international – nicht viel mehr tun, könnte diese Zahl in absehbarer Zeit ein Vielfaches betragen. Dr. Hänsel betont auch, dass Hitze regional betrachtet werden muss. Es gibt Regionen wie den Oberrhein oder östlich von Berlin, die wesentlich stärker betroffen sind als beispielsweise die Küsten. Zudem gibt es einen Stadt-Land-Unterschied, da Städte sich viel mehr aufheizen.
Wie wirkt sich Hitze auf uns Menschen aus?
Miriam Meschede von der Deutschen Allianz für Klimawandel und Gesundheit e.V., erläutert, dass in einer Umfrage bereits 63 Prozent der Mitarbeitenden sich von Hitze belastetet fühlen. Dabei ist der Hitzesommer 2026 hier noch gar nicht eingerechnet. Das ist keine unwichtige Erkenntnis, denn tatsächlich sind Temperaturen über 30° nicht nur eine Belastung für das Herzkreislaufsystem, die Lunge oder das Gehirn. Körperliche und mentale Beeinträchtigungen wie Konzentrationsschwäche führen zu einer verminderten Leistungsfähigkeit von Beschäftigten. Trotz dieser Tatsache verfügen momentan nicht viele Unternehmen über Hitzeschutzpläne. Um dieses Thema voranzutreiben, gab es das vom BMAS geförderte Projekt „Arbeit: sicher und gesund im Klimawandel“, bei dem mit 5 Pilotunternehmen gearbeitet wurde, die einen Hitzeplan für ihr Unternehmen erstellt haben. Dabei erfolgen Maßnahmen in der Rangfolge des TOP-Prinzips: Technisch, Organisatorisch, Personenbezogen.
Was können Unternehmen konkret tun?
Karsten Götz von den der Wasser- und Energieversorgungsgesellschaft Salzgitter (WEVG) war eines der fünf Unternehmen. Er stellte klar, wie viel Hitze Unternehmen kostet: Rund 430 Mio. Euro an einem einzigen Tag. Darin sind vor allem die Kosten für die zuvor angesprochenen Produktivitätsverluste enthalten aber auch die erhöhte Zahl von Krankmeldungen. Auf die WEVG runtergerechnet schlägt ein Hitzetag mit 5.600 Euro zu Buche. Ursprünglich war die WEVG mit einem Ausbildungsprojekt unter dem Titel „Rette Deine Haut“ gestartet. Hier befassten sich die Auszubildenden mit dem Thema UV-Schutz für die Außendienstmitarbeiter. Gleich danach folgte das Projekt von Miriam Meschede und gemeinsam entwickelten sie einen Hitzeschutzplan, der auch die Innendienstmitarbeitenden berücksichtigte.
Sensibilisierung ist ein enorm wichtiges Thema. Denn nicht alle Mitarbeitenden oder generell vulnerablen Gruppen sind sich der Bedrohungen durch Hitze bewusst.
Fakt ist: Das Thema wird uns weiter begleiten, das zeigen die Daten des Deutschen Wetterdienstes. Wird nicht global etwas gegen den Klimawandel unternommen, werden wir in Zukunft mit deutlich mehr heißen Tagen zu kämpfen haben: Wenn es früher nur 4 heiße Tage im Jahr gab, sind es momentan 12 und zukünftig kann die Zahl auf über 30 steigen. Das hat in vielen Branchen Auswirkungen auf die Arbeitsgestaltung.
Im zweiten Teil der Veranstaltung ging es um die Fragestellungen, wie sich Gebäude an den Klimawandel und Hitze anpassen können. Den Rückblick haben unsere Kolleginnen der RG-Bau geschrieben, mit denen wir die Veranstaltung zusammen organisiert haben:
zu Teil 2
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