Kostenstruktur im verarbeitenden Gewerbe

Image

Veröffentlicht: 02.07.2015

Zusammenfassung: Vergangene Woche hatte ich Gelegenheit, bei der Veranstaltung "Rohstoffeinsatz minimieren – Betriebskosten senken" der Oberösterreichischen Zukunftsakademie in Linz zum Thema "Kostenstruktur im verarbeitenden Gewerbe" zu referieren.

Kostenstruktur im verarbeitenden Gewerbe

Anschließend stellten Prof. Prammer und Dr. Schrack von der Johannes-Kepler-Universität in Linz Daten zur Rohstoffproduktiviät in Oberösterreich sowie Umsetzungsmöglichkeiten von Ressourceneffizienz auf Unternehmensebene vor.

Hier insbesondere die Möglichkeiten, vorhandene Potenziale mit Hilfe der Materialflusskostenrechnung zu erkennen. Beide Vorträge können über den Link heruntergeladen werden.

In der anschließenden Diskussion stellte sich heraus, dass vor allem einige der jüngeren Ingenieure, die von ihren Mittelständlern geschickt worden waren, nach genau so einer Möglichkeit gesucht haben, um ihrem Management die mögliche Einsparungen konkret vorrechenen zu können.

Entwicklung der Kostenstruktur

Ich möchte noch einen Punkt ergänzen, den ich im Vortrag nur andeuten konnte, weil ich die Daten noch nicht grafisch aufbereitet hatte: Während sich Materialanteil bei den Produktionskosten des verarbeitenden Gewerbes zwischen 1993 und 2006 kontinuierlich erhöht hat, fluktuiert er seit dem um die 46 Prozentmarke.

Den Trend bis 2006 erklären Hennicke et. al (2009), die die Daten bis 2006 aufbereitet hatten, damit, dass relativ zum Faktor Arbeit die Preise für viele Rohstoffe in der Vergangenheit stark gesunken sind. Da liegt die Hypothese nahe, dass sich daran seit 2006 etwas geändert hat. Darüber hinaus sind die Daten für 2009 konsistent mit der Annahmen, dass die Unternehmen in der Krise bei sinkenden Ausgaben für Material aufgrund sinkender Umsätze in der Krise kein Personal freigesetzt haben.

Verwendete Daten

Für die Zeitreihe der Daten zur Entwicklung der Kostenstruktur im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland wird meist auf Hennicke et al. (2009) verwiesen, die in Abb. 3 "Entwicklung des Anteils der Material- und Lohnkosten im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland in Prozent" (S. 13) Daten für die Jahre 1993 bis 2006 zeigen. Diese Zahlen sind für die Grafik oben um die Daten ergänzt worden, die in den jährlichen Ausgaben der Fachserie 4 Reihe 4.3 "Produzierendes Gewerbe – Kostenstruktur der Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes sowie des Bergbaus und der Gewinnung von Steinen und Erden"  für die Jahre 2002 bis 2013 heruntergeladen werden können.

Die Anteile an der Kostenstruktur sind jeweils in Tabelle 8 "Ausgewählte Kosten (Anteil am Bruttoproduktionswert)" enthalten. Ein Vergleich der Daten von Hennicke et al. (2009) für 2002 bis 2006 zeigt, dass die Zahlen der Grafik jeweils im Abschnitt für "Bergbau und Verarbeitendes Gewerbe" zu finden sind und zwar jeweils in der Zeile "insgesamt" für die Einteilung der Größenklassen. Beim Materialanteil wird Spalte 2 (Materialverbrauch insgesamt) verwendet, beim Personalanteil die Summe aus Spalte 6 (Personalkosten insgesamt) und Spalte 10 (Kosten für Leiharbeitnehmer), die nicht in Spalte 6 enthalten ist.

Literatur:

Hennicke, Kristof und Dorner, 2009: Ressourcensicherheit und Ressourceneffizienz – Wege aus der Rohstoffkrise, Policy Paper zu Arbeitspaket 7 des Projekts "Materialeffizienz und Ressourcenschonung" (MaRess), (Aufruf Juni, 2015)

Bildquelle: MistikaS – iStockphoto.com