'Startup meets Baumittelstand' - ein Workshop auf der bautec 2020

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Veröffentlicht: 02.03.2020

Projekt: Startup meets Mittelstand

Zusammenfassung: Am 21. Februar 2020 fand auf dem Messegelände der bautec 2020 in Berlin ein Workshop der RG-Bau und des Fachbereichs Gründung im RKW Kompetenzzentrum zum Thema „Startup meets Baumittelstand“ mit insgesamt 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt....

Impulse für eine neue Innovationskultur

Nach einer kurzen Begrüßungs-Runde, in der die Teilnehmern ihre Erwartungen an den Workshop darlegen konnten, führte Kai Morgenstern, Projektleiter im Fachbereich Gründung des RKW Kompetenzzentrums, mit einem Kurz-Vortrag über Potenziale der Zusammenarbeit von Baumittelständlern und Startups ein. Er zeigte auf, wie Kontakte angebahnt und intensiviert werden können, welche Kooperationsformen und -motive für eine erfolgreiche Zusammenarbeit sprechen und welche Auswahlkriterien für das Zustandekommen einer Kooperation von Bedeutung sind.

Startup-Methode für den Mittelstand – Kundenanforderungen ermitteln, Produktideen entwickeln und den Prozess der Kundenentwicklung beherrs

In einem ersten Impulsvortrag stellte Morgenstern die Value Proposition Canvas (VPC)-Methode vor. Er zeigte auf, wie mit Hilfe der VPC-Methode Startups ihre Wertversprechen in der Ziel- beziehungsweise Kundengruppe detailliert beschreiben und herausfinden können und ob der Wert, den sie mit ihrer Produktidee erzeugen wollen, tatsächlich mit den Erwartungen ihrer Kunden zusammenpasst.

In seinem zweiten Impulsvortrag erläuterte er den Prozess der Kundenentwicklung.

Übungen anhand von Fallbeispielen

Die vorgestellte Startup-Methode konnten die Newcomer gemeinsam mit Baumittelständlern in Übungssequenzen anhand der folgenden drei Fallbeispiele erproben:
1.    Kooperationen mit Startups
2.    Modulares Bauen
3.    Wiederverwendung von Baustoffen
Zu jedem Fallbeispiel wurde eine Arbeitsgruppe gebildet.

► Den Kundenbedürfnissen auf der Spur

In einer ersten Übung zur VPD-Methode wurden zu den einzelnen Fallbeispielen die Kundenaufgaben/  Customer Jobs, die Kundenprobleme/ Customer Pains sowie die Kundengewinne/ Customer Gains in den jeweiligen Teams definiert.

Customer Jobs beschreiben die Dinge, die den Kunden bei ihrer Arbeit oder in ihrem Arbeitsalltag zu erledigen versuchen. Dies können beispielsweise Kundenaufträge oder auch Kundenbedürfnisse sein.
Mit Customer Pains ist all‘ das gemeint, was den Kunden vor, während oder nach der Erledigung einer Aufgabe bewegt beziehungsweise was ihn davon abbringt, eine Aufgabe zu erledigen.
Customer Gains umfassen Ergebnisse und Vorteile, die sich Kunden wünschen. Dazu zählen unter anderem: funktionelle Brauchbarkeit, soziale Vorteile, positive Gefühle und Kosteneinsparungen.

► Eine Produktidee entwickeln und absichern

In der zweiten Übung wurde den Teams die Möglichkeit eingeräumt, mit der VPC-Methode zu experimentieren. Die Aufgabe bestand darin eine Produktidee abzusichern - unterstützt duch folgende, festgelegte Schrittfolge:

  1. Eine Produktidee und ein Dienstleistungsangebot (Product & Services), mit denen das Wertversprechen eingelöst werden kann, anhand von Leitfragen definieren
  2. Problemlöser (Pain Relievers) festlegen, anhand derer deutlich wird, wie genau Produkte und Dienstleistungen spezifische Kundenprobleme lösen können und
  3. Gewinnerzeuger (Gain Creators) beschreiben, um aufzeigen zu können, wodurch die Produkte und Dienstleistungen für den Kunden Gewinn abwerfen. 

► Den Prozess der Kundenentwicklung in den Griff kriegen

Ergebnispräsentation und Resonanz in der Feedback-Runde

Am Ende präsentierte jede Arbeitsgruppe ihre Ergebnisse aus den einzelnen Übungs-Sequenzen im Plenum. Die abschließende Feedback-Runde zeigte, dass die VPD-Methode gut in den mittelständischen Bauunternehmen wie auch in den Startup-Unternehmen eingesetzt werden kann.