Brustkrebs ist häufigste Krebserkrankung bei Frauen
Die Diagnose Brustkrebs ist für die Betroffene ein schwerer Einschnitt, aber auch für ihre Familie und Freunde. So rechnet kaum jemand rechnet damit, dass eine Kollegin erkrankt – und doch ist Brustkrebs in Deutschland mit rund 69.000 Neuerkrankungen pro Jahr bei Frauen die häufigste Krebserkrankung. Arbeitgebende sollten sich daher bewusst sein, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass eine Mitarbeiterin betroffen sein könnte – und wie wichtig dann eine gut vorbereitete Reaktion ist.
By the way: Auch Männer können an Brustkrebs erkranken, auch wenn dies deutlich seltener der Fall ist (0,5-1 Prozent der Brustkrebserkrankungen).
Brustkrebs trifft Frauen meist ab einem Alter von 30-35 Jahren. Mehr als die Hälfte der Frauen mit Brustkrebs sind älter als 60 Jahre, wenn die Erkrankung festgestellt wird. In jüngeren Jahren liegt meist eine genetische Veranlagung vor.
Brustkrebs ist ein langwieriger Heilungsprozess
Wie bei jeder anderen Erkrankung greifen es die bekannten Rahmenbedingungen wie Arbeitsunfähigkeit, Lohnfortzahlung, Krankengeld, Rehabilitation und Datenschutz. Es ist essenziell, dass Ihre HR-Abteilung und Führungskräfte wissen, welche gesetzlichen Rahmenbedingungen gelten – etwa über die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, mögliche Anpassungen bei Langzeittherapien und wie sich die Zusammenarbeit mit Betriebsärzten gestaltet. Ein klarer, empathischer Prozess gibt der Erkrankten Sicherheit – und dem Betrieb Struktur.
Doch die Therapie von Brustkrebs verlangt von der Betroffenen sehr viel: physische Behandlungen wie Operation oder Bestrahlung, Medikamente, oft kombinierte Therapien, können Nebenwirkungen wie Fatigue, Schlafstörungen oder eingeschränkte Mobilität mit sich bringen. Arbeitgeber, die darauf vorbereitet sind und flexible Arbeitsmodelle anbieten – etwa Homeoffice, Teilzeit, leichte Aufgaben – schaffen die Voraussetzungen, damit die Mitarbeiterin trotz Erkrankung weitgehend aktiviert bleiben kann. Doch inwiefern eine Arbeitsfähigkeit während der Therapie und danach besteht, ist von Patientin zu Patientin sehr individuell.
Nicht nur der Körper, auch die Psyche sind betroffen
So sind auch emotionale und psychische Belastungen Teil der Realität: Die Diagnose Brustkrebs bedeutet nicht nur medizinische, sondern auch psychische Herausforderungen: Angst, Selbstbildveränderung, Zukunftsunsicherheit. Ein unterstützendes Netzwerk im Unternehmen – Führungskräfte, Kolleginnen, professioneller psychosozialer Beistand – kann dazu beitragen, dass die Mitarbeiterin sich nicht isoliert fühlt.
Arbeitgebende können Unterstützung bieten
Schließlich lohnt sich ein vorausschauender Blick: Wer das Thema „Brustkrebs am Arbeitsplatz“ bedacht angeht – mit Empathie, klaren Prozessen und Flexibilität – der investiert in Loyalität und langfristige Mitarbeit. Eine frühzeitige Planung, offene Kommunikation und bewusste Fürsorge haben positive Effekte: geringere Ausfallzeiten, besseres Betriebsklima, stärkere Bindung. Vielleicht nicht quantifizierbar sofort, aber spürbar über die Zeit.
1. Oktober ist internationaler Brustkrebstag

Der 1. Oktober wird international dem Thema Brustkrebs gewidmet. Neben der allgemeinen Aufmerksamkeit für das Thema geht es um Aufklärung, damit so viele Erkrankungen wie möglich verhindert beziehungsweise so früh wie möglich entdeckt werden.
Auch das RKW Kompetenzzentrum hat sich in diesem Jahr an der Kampagne beteiligt. Auch steht in Eschborn noch der ganze Oktober unter dem Motto Pinktober, mit vielen Aktionen des lokalen Vereins „Eschborner HerzKissen e.V.“.
Ausführliche Informationen zum Thema
- www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/krebsarten/brustkrebs/
- www.gesundheitsinformation.de/brustkrebs.html
- www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Brustkrebs/brustkrebs_node.html
- www.leben-mit-brustkrebs.de/leben/beruf
- www.krebsinformationsdienst.de/alltag-mit-krebs/arbeit-und-beruf
Im Rahmen der Reihe sind folgende Beiträge erschienen:
- © Leisan Rakhimova_1256887184 / iStock.com – Herz auf Baumrinde (2525_herz_auf_baumrinde.jpg)