SDG 9 (Industrie, Innovation und Infrastruktur) hat zum Ziel, eine widerstandsfähige Infrastruktur aufzubauen, nachhaltige Industrialisierung zu fördern und Innovationen zu unterstützen. Ergänzend zielt SDG 12 (Nachhaltiger Konsum und Produktion) darauf ab, natürliche Ressourcen effizienter zu nutzen. Gerade in der Bauwirtschaft, wo umfangreiche Maschinenparks über mehrere Standorte verteilt im Einsatz sind, entscheidet die Effizienz der internen Prozesse maßgeblich über die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens – und eine bessere Auslastung der Maschinen trägt direkt zur Ressourcenschonung bei.
Genau hier setzte die Mittelweser Tiefbau GmbH an, ein familiengeführtes Unternehmen mit Sitz in Warpe und weiteren Standorten in Anhalt und Ascheberg. Mit rund 200 Mitarbeitenden ist das Unternehmen auf schwere Erdarbeiten spezialisiert, darunter Deichbau, Renaturierung, die Verlegung von Gas- und Wasserleitungen, Kabelbau sowie Tiefenentwässerung. Der Fuhrpark umfasst 1.222 Maschinen und Geräte, die täglich auf wechselnden Baustellen im Einsatz sind. Vor der Digitalisierung wurden die Maschinenstunden manuell auf Papier erfasst, in Systeme eingegeben, ausgedruckt und anschließend erneut in ein System eingepflegt – ein zeitaufwendiger und fehleranfälliger Prozess.
Der Kontakt zum Technologieanbieter syniotec entstand über eine Messe und führte schnell zu einer Zusammenarbeit. syniotec lieferte die bestellten Telematikboxen direkt an den Hauptsitz in Warpe; die hauseigenen Techniker schulten das Personal rund zwei Tage lang in der Installation. Seit Juni 2024 ist das System im Einsatz, mittlerweile installiert das Team von Mittelweser Tiefbau die Tracker eigenständig – zwischen 10 und 20 Geräte pro Tag.
Durch den Einsatz der Telematik in Kombination mit der Software SAM hat Mittelweser Tiefbau nun einen deutlich verbesserten Überblick über den eigenen Maschinenpark: Benötigte Geräte lassen sich direkt lokalisieren, anhand der erfassten Betriebsstunden kann zudem überprüft werden, ob alles ordnungsgemäß läuft. Nach Erfahrungswerten von syniotec aus vergleichbaren Kundenprojekten liegt die Zeitersparnis bei der Lokalisierung von Geräten und Maschinen bei rund 93 %, bei technischen Prüfungen bei rund 45 % und bei der Kostenstellenzuordnung bei 50 bis 60 %. Die technische Möglichkeit zur automatisierten Baustellenabrechnung über verknüpfte Kostenstellen ist bereits vorhanden; die Anbindung auf Kundenseite ist aktuell noch von der Schnittstelle zum ERP-System des Kunden abhängig und daher als nächster Schritt für die Zukunft vorgesehen. Ebenso ist perspektivisch geplant, die gesamte Maschinendatenbank – inklusive Inspektionen und TÜV-Prüfungen – vollständig über SAM abzubilden.
Das Beispiel zeigt, dass sich SDG 9 (Industrie, Innovation und Infrastruktur) und SDG 12 (Nachhaltiger Konsum und Produktion) ganz konkret in Deutschland auch in einem mittelständischen, familiengeführten Bauunternehmen umsetzen lassen. Gerade für Unternehmen mit großen, verteilten Maschinenparks zahlt sich die Digitalisierung bislang manueller Prozesse spürbar aus – durch mehr Transparenz, weniger Aufwand, eine bessere Ressourcennutzung und eine solide Planungsgrundlage für die Zukunft.
Mehr Informationen:
https://mittelweser-tiefbau.de/
Lust auf mehr spannende Praxisbeispiele zur Twin Transition?
Dann schauen Sie doch mal hier: www.twintransitiontool.de