Die Mkt Metall- und Kunststofftechnik GmbH ist ein mittelständisches Unternehmen mit rund 70 Mitarbeitenden am Standort Küssaberg. Das Unternehmen produziert jährlich über 20 Millionen Kunststoff- und Hybridteile für Branchen wie Automotive, Maschinenbau und Luftfahrt.
Im Rahmen des Projekts Digiscouts haben wir Auszubildende (für Mechatronik und Verfahrenstechnik) uns intensiv mit möglichen Digitalisierungspotenzialen im Unternehmen beschäftigt. Was dabei entstanden ist, beschreiben wir im Folgenden aus unserer Sicht.
Von der Analyse zur Projektidee
Zu Beginn haben wir verschiedene Arbeitsbereiche analysiert und typische Abläufe im Alltag beobachtet. Dabei konnten wir erste Schwachstellen erkennen und mögliche Verbesserungspotenziale sammeln. Anschließend haben wir im Team gemeinsam Ideen entwickelt und diskutiert, welche Prozesse sich digital optimieren lassen. Um ein umfassenderes Bild zu bekommen, haben wir zusätzlich eine Umfrage unter unseren Mitarbeitern durchgeführt. Dadurch konnten wir wichtige Einblicke aus der Praxis gewinnen und die Meinungen der Kolleginnen und Kollegen berücksichtigen.
Im nächsten Schritt haben wir mehrere Projektideen miteinander verglichen, darunter die Digitalisierung des Besprechungsraums, eine digitale Produktionstafel, ein digitales Klingelsystem und die Digitalisierung der Nacharbeit. Für unsere Entscheidung haben wir Kriterien wie Nutzen, Umsetzbarkeit, Zeitaufwand und Nachhaltigkeit herangezogen. Letztendlich haben wir uns für die Digitalisierung der Nacharbeit entschieden, da hier der größte Verbesserungsbedarf bestand und gleichzeitig ein hoher Mehrwert für das Unternehmen erzielt werden konnte.
Echtzeit-Daten lösen Papierzettel ab
Früher wurde ein Nacharbeitsauftrag in der Produktion über Papierzettel und Excel dokumentiert und weitergegeben. Diese Zettel enthielten Informationen zu Fehlerbildern, Artikelnummer und notwendigen Maßnahmen. Häufig kam es dabei zu Verzögerungen, unklaren Zuständigkeiten oder sogar Informationsverlusten.
Heute erfolgt die Nacharbeit digital über das ERP-System TimeLine. Dafür haben wir ein entsprechendes Modul genutzt, in dem alle relevanten Informationen direkt erfasst und übermittelt werden. Die Mitarbeitenden in der Nacharbeit können Aufträge digital annehmen, bearbeiten und den aktuellen Status in Echtzeit zurückmelden. Zusätzlich können Bemerkungen oder Bilder ergänzt werden. Dadurch sind alle Informationen jederzeit verfügbar und transparent einsehbar.
Die Umstellung bringt viele Vorteile mit sich. Die Kommunikation zwischen Produktion und Nacharbeit ist schneller und fehlerfreier geworden, der Papierverbrauch wurde reduziert und die Abläufe sind insgesamt effizienter und besser planbar.
Teamarbeit und Zeitmanagement als Lernfeld
Während des Projekts haben wir die Aufgaben im Team eigenständig verteilt und uns dabei an unseren Stärken orientiert. Einige haben sich stärker mit der Analyse der bestehenden Prozesse beschäftigt, während andere sich auf die Entwicklung der digitalen Lösung oder die Auswertung der Umfrage konzentriert haben. Besonders gut lief die Zusammenarbeit im Team sowie der regelmäßige Austausch untereinander. Dadurch konnten wir unsere Ideen kontinuierlich verbessern und weiterentwickeln.
Eine Herausforderung war das Zeitmanagement, da wir das Projekt parallel zu unserer Ausbildung durchgeführt haben. Wir mussten Schule, Prüfungen und Arbeitsalltag gleichzeitig bewältigen. Dieses Problem konnten wir durch eine klare Struktur, feste Termine und eine gute Abstimmung im Team lösen.
Rückendeckung von Geschäftsführung und Kollegium
Die Geschäftsführung hat unsere Projektidee von Anfang an positiv aufgenommen und uns bei der Umsetzung unterstützt. Auch das Kollegium zeigte großes Interesse und brachte wertvolle Rückmeldungen ein, insbesondere im Rahmen der Umfrage. Unsere Ausbildenden haben uns während des gesamten Projekts begleitet, uns unterstützt und gleichzeitig eigenständig arbeiten lassen.
Fazit: Was uns das Projekt gebracht hat
Am meisten Spaß hat uns die Arbeit im Team und die Möglichkeit gemacht, aktiv an einer echten Verbesserung im Unternehmen mitzuwirken. Durch das Projekt haben wir gelernt, strukturiert zu arbeiten, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Außerdem haben wir unser Wissen im Bereich Digitalisierung deutlich erweitert und sind dadurch zu Ansprechpartnern für dieses Thema geworden.
Insgesamt hat das Projekt gezeigt, wie groß das Potenzial digitaler Lösungen im Arbeitsalltag ist und welchen wichtigen Beitrag wir Auszubildenden zur Weiterentwicklung unseres Unternehmens leisten können.
Digiscouts-Autoren: Abdeldjalil, Vullnet, Levi
- © Ingo Bartussek / Fotolia – RS217_Fotolia_32413107_XL-scr.jpg