Die Bauwirtschaft steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Digitalisierung, neue Geschäftsmodelle, steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit und der Fachkräftemangel verändern Prozesse, Rollen und die Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Vor diesem Hintergrund brachte das 3. Transformationsforum Bau des Fraunhofer IRB am 21. und 22. April 2026 in Heilbronn zentrale Akteure der Branche zusammen. Unter dem Leitthema „Kooperation als Treiber der Transformation“ wurde deutlich: Technologische Entwicklungen allein reichen nicht aus – entscheidend ist, wie Zusammenarbeit neu gedacht und gestaltet wird.
Generationenwechsel als Teil der Transformation
Vor diesem Hintergrund widmete sich auch der von uns angebotene Workshop „Staffelstab statt Bruchkante – Generationenwechsel als Kooperationsprojekt“ der Frage, welche Rolle der Generationenwechsel im Transformationsprozess der Branche spielt.
Der Workshop wurde im World-Café-Format durchgeführt. Den Einstieg bildete eine Diskussion zu typischen Generationenbildern und Klischees. Die Ergebnisse zeigten bereits zu Beginn ein differenziertes Bild: Weder die Vorstellung, junge Mitarbeitende seien unmotiviert, noch die Annahme, ältere Beschäftigte seien grundsätzlich wenig veränderungsbereit, fanden eine eindeutige Zustimmung.
Stattdessen wurde deutlich, dass unterschiedliche Generationen häufig unterschiedliche Stärken einbringen, wie etwa Erfahrungswissen auf der einen und digitale Kompetenzen auf der anderen Seite.
Schnell zeigte sich eine zentrale Erkenntnis des Workshops: Die Herausforderungen im Generationenwechsel liegen weniger in den Unterschieden zwischen den Generationen selbst, sondern vielmehr in den Veränderungen der Arbeit und der Art der Zusammenarbeit.
Neue Anforderungen und Arbeitsweisen treffen auf bestehende Strukturen und Erfahrungswissen. Genau hier liegt die Chance, Zusammenarbeit neu zu gestalten.
Vom Generationenkonflikt zur Transformationsfrage
Im Verlauf des Workshops verschob sich der Fokus der Diskussion zunehmend. Während zu Beginn noch generationenspezifische Zuschreibungen im Mittelpunkt standen, rückten im Weiteren grundlegende Fragen der Zusammenarbeit und Organisationsentwicklung in den Fokus.
Es verdichteten sich die Themen und schnell wurde deutlich: Die eigentlichen Herausforderungen liegen weniger im Alter der Beschäftigten als vielmehr in der Frage, wie Zusammenarbeit, Wissen und Veränderung in Unternehmen organisiert werden.
Wissen entsteht im Miteinander
Ein zentrales Thema im Workshop war der Umgang mit Erfahrungswissen. Viele Unternehmen stehen vor der Frage, wie Wissen gesichert werden kann, wenn erfahrene Mitarbeitende ausscheiden. Klassische Ansätze der Wissenssicherung, etwa durch Dokumentation oder Wissensdatenbanken, wurden von vielen Teilnehmenden jedoch als unzureichend beschrieben. Im Workshop wurden daher andere Ansätze als besonders wirksam diskutiert und es wurde dabei immer deutlicher: Wissen entsteht und entfaltet seine Wirkung vor allem im gemeinsamen Handeln.
Zusammenarbeit als Gestaltungsaufgabe
In der Endrunde stand schließlich die Frage im Mittelpunkt, wie Unternehmen den Generationenwechsel aktiv gestalten können. Dabei entwickelten die Diskussionsteilnehmenden konkrete Gestaltungsansätzen für Zusammenarbeit.
Unser Fazit: Eine Gestaltungsaufgabe mit Potenzial
Der Workshop hat gezeigt: Der Generationenwechsel ist keine Bruchkante, sondern eine Gestaltungsaufgabe.
Gerade weil unterschiedliche Erfahrungen, Kompetenzen und Arbeitsweisen aufeinandertreffen, entsteht ein Zeitfenster, in dem Transformation möglich wird. Unterschiedliche Perspektiven können dabei helfen, bestehende Strukturen zu hinterfragen, Zusammenarbeit weiterzuentwickeln und neue Lösungen zu erproben.
Unternehmen, die diesen Prozess aktiv nutzen, können nicht nur Wissen sichern, sondern auch ihre Zusammenarbeit, ihre Prozesse und ihre Kultur nachhaltig weiterentwickeln.
Erfahren Sie in einer der nächsten IBR-Ausgaben mehr dazu!
Unser Tipp
Wir empfehlen zum Thema auch den Leitfaden "So gelingt eine gute Zusammenarbeit der Generationen", der Kollegen aus dem Fachbereich Fachkräftesicherung.
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