Smart Wohnen und Leben

Kapitel: Beispiele für Smartes Wohnen und Leben

Verschiedene Beispiele zeigen, dass die Idee vom smarten Leben tatsächlich den gewünschten Nutzen bringt. Anhand eines Neubauprojekts in Kaiserslautern können die Vorteile smarter Technologien, hier speziell generationengerechte Assistenzsysteme, gut aufgezeigt werden:

Smart Wohnen und Leben für ältere Menschen
Die Bau AG Kaiserslautern hat in einem Neubauvorhaben für ein Seniorenwohnheim PAUL integriert. Dies steht für Persönlicher Assistent zur Unterstützung des Lebens. Den Bewohnern sollte möglichst lange ein unabhängiges Leben in der eigenen Wohnung durch unterstützende Technik ermöglicht werden. Gemeinsam mit der TU Kaiserslautern und weiteren Unterstützern mussten hierfür zunächst geeignete Lösungen gefunden werden. Gleichzeitig sollten aber auch Anforderungen an die bauliche Wohnungsgestaltung, die Einbindung des sozialen Wohnumfelds sowie weitere ingenieur- wissenschaftliche als auch sozialwissenschaftliche Aspekte bedacht werden.

Heraus kam PAUL, eine leicht mittels Tablet zu bedienende Lösung. Türen und Fenster wurden beispielsweise mit Sensoren und mit elektrischen und mit PAUL bedienbaren Rollläden ausgestattet. Weitere Anwendungen findet PAUL bei Beleuchtung, Bewegungsmeldern und Wasserflusssensoren, bei der Erstellung von Aktivitätenprofilen, Gefahrenerkennung und Hausautomation.

Smart Wohnen und Leben mit energiesparenden Lösungen
Mit der gleichen Technologie, die Sicherheit und Komfort im altersgerechten Wohnen erhöht, kann auch der Energieverbrauch von Wohngebäuden leicht und nutzerfreundlich optimiert und auf diese Weise viel Energie für Heizen, Kühlen, Warmwasserbereitung und Beleuchtung eingespart werden. Für innovative Gebäudekonzepte wie das Effizienzhaus-Plus ist Smart Home Technologie essentiell:
Beim Passivhaus ist es das Ziel, durch eine hochwärmedämmende, möglichst luftdichte Gebäudehülle sowie die Wiederverwertung von einmal im Gebäude erzeugter Wärme durch Wärmetauscher die absolut notwendige Menge an zuzuführender Heizenergie möglichst gering zu halten. Hierdurch wird auch die CO2-Emission deutlich reduziert. Seit einigen Jahren etabliert sich ein alternatives energetisches Konzept, zunächst als Nullemissionsgebäude bezeichnet und heute auch unter den Namen Effizienzhaus-Plus oder auch Aktivhaus bekannt, sind das Häuser, die in der Bilanz mehr Energie erzeugen als sie verbrauchen. Die Energieerzeugung nutzt ausschließlich erneuerbare Energieträger und ist damit klimaneutral. Oft können Einsparungen an der Gebäudehülle, zum Beispiel durch den Verzicht auf teure Passivhauskomponenten, die Mehrkosten für die technischen Anlagen zur Energiezeugung sogar leicht überkompensieren. Allerdings setzt dieses Gebäudekonzept eine ausgeklügelte Steuerung der Gebäudetechnik voraus, denn es muss nicht nur der Energieverbrauch sondern auch die Verwendung der selbsterzeugten Energie durch Eigenverbrauch, Speicherung vor Ort, beispielsweise in einem Elektroauto, oder Einspeisung ins Netz geregelt werden. Diese komplexen Vorgänge sollen die Bewohner ohne großen Aufwand beherrschen können.

Im Effizienzhaus Plus in der Fasanenstraße in Berlin, das als Forschungsobjekt des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI, ehemals das BMVBS) erstellt wurde, haben bereits zwei Testfamilien gelebt und die Technik gut nutzen können.

Ein zweites Beispiel ist das Aktivhaus B10 in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung. Dieser Prototyp für das Haus der Zukunft, das auch als dezentraler Energieerzeuger fungiert, wurde mit einer selbstlernenden Gebäudesteuerung ausgestattet, die alle technischen Systeme – inklusive Elektromobilität – vernetzt und die Energieströme im Gebäude vorausschauend lenkt. Eine eigens für dieses Projekt entwickelte App, mit einer dynamischen und selbstlernenden Nutzeroberfläche dient als zentrale Haussteuerung.