Mit dieser Artikelreihe betrachten wir die verschiedenen Phasen der Entrepreneurial Journey. Nach Beiträgen zur Orientierungs-und Gründungsphase steht nun die Aufbauphase im Fokus. Ziel der Artikelreihe ist es, sowohl die zentralen Aufgaben von Gründerinnen und Gründern in den jeweiligen Phasen als auch passende Unterstützungsangebote im regionalen und überregionalen Startup-Ökosystem sichtbar zu machen.

Grundlage ist das RKW-Tool „Startup Ecosystem Pathfinder“ (StEP). Es beschreibt eine idealtypische Abfolge von Aufgaben entlang der Entrepreneurial Journey (Startup Tasks) sowie unterstützende Angebote des Ökosystems (Ecosystem Features). Die einzelnen Phasen sind durch sogenannte Stage Gates voneinander getrennt, die den Übergang in die nächste Entwicklungsstufe markieren. Das StEP-Tool unterstützt Akteure dabei, Unterstützungsleistungen gezielt aufeinander abzustimmen und Startups wirksam zu begleiten. Es wurde gemeinsam mit der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH entwickelt.

Aufbauphase im Gründungsprozess – worum geht es?

Die Aufbauphase  oder auch Startup Phase genannt– schließt an die Phase der formellen Gründung an. Hier geht es darum, das bisher entwickelte Geschäftsmodell zu stabilisieren, erste Markterfolge systematisch auszubauen und interne Strukturen zu professionalisieren.

Annahmen aus der Orientierungs- und Gründungsphase sollten überprüft und weiter geschärft werden. Bestätigen sich diese Annahmen nicht, sind Anpassungen erforderlich. In manchen Fällen kann sogar eine strategische Neuausrichtung des Geschäftsmodells notwendig werden – ein sogenannter Pivot.

Die Aufbauphase ist damit eine Phase intensiven Lernens, in der operative Umsetzung, organisatorischer Aufbau und strategische Entscheidungen eng miteinander verknüpft sind.

Welche Aufgaben stehen in der Aufbauphase an?

Vorweggenommen steht am Ende der Aufbauphase idealerweise ein marktfähiges Produkt, das erfolgreich am Markt eingeführt wurde. Zu des Startup Tasks gehört damit der offizielle Markteintritt: Er markiert einen wichtigen Meilenstein, da das Startup nun aktiv Umsätze generiert und Kundenbeziehungen aufbaut. Ein erreichter Product-Market-Fit (PMF) zeigt, dass das Angebot auf Kundenakzeptanz stößt und ein echtes Marktbedürfnis adressiert.

Darauf aufbauend rückt die Weiterentwicklung des Produkts in den Fokus. Funktionalität und Attraktivität werden kontinuierlich verbessert, um Kundenbedürfnisse besser zu erfüllen und sich gegenüber Wettbewerbern zu differenzieren. Parallel dazu werden Organisation und interne Strukturen etabliert. Rollen, Zuständigkeiten und Arbeitsteilung sollten klar definiert werden, um Effizienz und Skalierbarkeit zu ermöglichen.

Ein zentraler Schritt ist zudem die Formulierung der Vision und Mission für das Startup. Diese gibt die strategische Ausrichtung vor und dient sowohl intern als auch extern als Orientierung. Um Fortschritte messbar zu machen, werden Objectives and Key Results (OKR) oder vergleichbare Steuerungsinstrumente eingeführt. Sie helfen dabei, Ziele zu priorisieren und Leistungsindikatoren festzulegen.

Mit wachsender unternehmerischer Aktivität steigt auch der Bedarf an personellen Ressourcen. Die Erweiterung der Belegschaft ermöglicht es, neue Aufgaben zu übernehmen und das Unternehmen weiterzuentwickeln. Häufig geht dies mit der Sicherung einer Series-A-Finanzierung einher. Der Zugang zu Venture-Capital-Investoren ist für viele Startups entscheidend, um weiteres Wachstum zu finanzieren und die nächste Entwicklungsstufe zu erreichen.

Welche Unterstützung bietet das Gründungsökosystem?

Wie in den vorherigen Phasen des Gründungsprozesses kann das Gründungsökosystem auch hier wieder unterstützen. In der Aufbauphase gewinnen Ecosystem Features an Bedeutung, die Wachstum, Marktzugang und Sichtbarkeit fördern. Akzeleratorprogramme bieten häufig einen gebündelten Support für Startups mit überdurchschnittlichem Skalierungspotenzial. Sie kombinieren Coaching, Mentoring, Finanzierungsvorbereitung und Netzwerkzugänge.

Für besonders technologieintensive Gründungen ist der Zugang zu Infrastruktur, Rechenzentren und Reallaboren besonders wichtig. Spezialisierte Testräume und Pilotumgebungen ermöglichen es, Produkte unter realen Bedingungen weiterzuentwickeln und zu validieren.

Darüber hinaus unterstützen Matching-Events den Aufbau strategischer Partnerschaften, indem sie Startups gezielt mit Unternehmen, Investoren oder öffentlichen Akteuren zusammenbringen. Die Unterstützung bei der Venture-Capital-Finanzierung, insbesondere im Hinblick auf eine Series-A-Runde, hilft Startups, sich professionell auf Gespräche mit Investoren vorzubereiten.

Mit zunehmender Marktreife wird auch die Sichtbarkeit wichtiger. Unterstützungsangebote im Bereich Medienzugang und Kommunikationskompetenz tragen dazu bei, das Startup bekannter zu machen und Vertrauen bei Kunden und Partnern aufzubauen. Venture-Clienting-Ansätze etablierter Unternehmen eröffnen zudem Kooperationsmöglichkeiten und ermöglichen es Startups, ihre Lösungen in realen Anwendungskontexten einzusetzen.

Ergänzend bieten Messen und Konferenzen Zugang zu potenziellen Kunden und Geschäftspartnern. Startup-Touren in andere Ökosysteme fördern den Aufbau überregionaler und internationaler Geschäftsbeziehungen und erweitern den strategischen Horizont junger Unternehmen.

Übergang von der Aufbauphase zur Wachstumsphase

Der Übergang – oder das Stage Gate – von der Aufbauphase in die Wachstumsphase ist erreicht, wenn ein marktfähiges Produkt und ein stabiler Kundenstamm vorhanden sind. Organisationsstrukturen sind etabliert, wesentliche Positionen im Team besetzt und Prozesse weitgehend standardisiert. Zudem ist eine klare Ambition zur Skalierung erkennbar.

In der anschließenden Wachstumsphase steht die systematische Skalierung des Geschäftsmodells im Mittelpunkt. Märkte werden erweitert, Strukturen weiter professionalisiert und das Unternehmen auf nachhaltiges Wachstum ausgerichtet. Der vierte Teil der Artikelreihe widmet sich dieser abschließenden Phase der Entrepreneurial Journey.

>> Zu Teil 1 der Artikelreihe: Orientierungsphase in der Gründung: Der Startpunkt der Entrepreneurial Journey

>> Zu Teil 2 der Artikelreihe: Gründungsphase der Entrepreneurial Journey: Von der Idee zur formellen Gründung

>> Zu weiteren Informationen zum RKW-Tool "Startup Ecosystem Pathfinder"

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