Vom Du zum Wir

Kapitel: Müssen soziale Medien sein?

Das Social Media Prisma veranschaulicht ein Faktum: Es gibt eine Vielzahl sozialer Medien zu den unter-schiedlichsten Zwecken – und zwar so viele, dass es unmöglich ist, alle zu kennen oder sich zurechtzu-finden. Auch die Jugendlichen als „Digital Natives“ werden nur ein Bruchteil dieser sozialen Medien ken-nen und nutzen. So weit, so gut. Für Ihr Azubimarke-ting stellt sich eine andere Frage: Müssen Sie soziale Medien nutzen? Und wenn ja, welche? DEFINITION aus dem Gabler Wirtschaftslexikon: „Soziale Medien (Social Media) dienen der – häufig profilbasierten – Vernetzung von Benutzern und deren Kommunikation und Kooperation über das Internet. Das Web 2.0, das Mitmachweb, ist wesent-lich durch sie bestimmt.“

Abbildung 4: Das Social Media Prisma.(© www.ethority.de; Creative Commons Lizenz. - Privat/Non-kommerziell)

Ein klares Jain! Die Jugendlichen sind zu gut 100 Prozent in den sozialen Medien unterwegs. Aber Azubimarketing funktioniert auch ohne soziale Medien. Der Grund: Jugendliche nutzen im Besonderen soziale Netzwerke zur Unterhaltung und wegen der Kontakte, nicht aber zur Informationsbeschaffung. Das sei ihnen zu unseriös und ein zu persönlicher Kanal. Also sind die sozialen Medien nichts für Sie? Nicht ganz! Den Jugendlichen fällt beispielsweise negativ auf, wenn soziale Medien als Schnittstelle zur Unternehmenswebsite fehlen (vergleiche u-form, 2013b, siehe Linksammlung). In ihren Augen sorgen soziale Medien für mehr Transparenz und Informationsvielfalt.

Erinnern wir uns an Tabelle 1 (siehe Seite 11): Besonders hilfreiche Informationsquellen sind Gespräche mit Personen, die Erfahrungen in diesem Beruf oder die gleiche Ausbildung machen/gemacht haben. Mit anderen Worten: Lassen Sie Ihre Mitarbeiter und vor allen Dingen Ihre Azubis zu Wort kommen. Auf einer Facebook-Seite oder im eigenen Azubiblog sind Erfahrungen, Erlebnisse und Berichte aus dem Alltag gut aufgehoben. Die Jugendlichen bekommen authentische Einblicke aus erster Hand und von Personen, denen sie Glaubwürdigkeit attestieren. Dort gestreute, erzählte Informationen kommen an und können von der frühen Phase der Berufsorientierung bis hin zur anstehenden Bewerbung (und darüber hinaus) nützlich sein. Diese direkten Dialogmöglichkeiten sind zudem für verschiedene Bewerber- und Altersgruppen besonders wichtig. Ein gutes Beispiel dafür liefert Ihnen im Leitfaden 4 die Weber Metallgestaltung GmbH aus Aachen.

Es gibt allerdings noch einen zweiten Grund, warum soziale Medien genutzt werden sollten: So können Sie mit Ihren Praktikanten und Auszubildenden von morgen in Kontakt bleiben. Und auch nach der Ausbildung verlieren Sie sich nicht aus den Augen. Vielleicht haben Sie ja in ein oder zwei Jahren ein Stellenangebot für Ihren ehemaligen Azubi? Den Kontakt zu halten wird immer wichtiger.