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Kapitel: Die Azubiwebseite: kein Hexenwerk

An der Azubiwebseite oder Azubiseite führt kein Weg vorbei. Sie ist einer der von Jugendlichen (aber auch von den Eltern) am häufigsten genutzten Informationskanäle.

Zum besseren Verständnis: Eine Azubiseite ist eine eigenständige Rubrik (normalerweise innerhalb des Karrierebereichs) einer Unternehmenswebsite, die für alle Interessierten grundsätzliche wie notwendige Informationen und Kontaktmöglichkeiten rund um das Thema Ausbildung im Betrieb zur Verfügung stellt. Über die Inhalte im Detail sprechen wir auf Seite 23.

In Befragungen bewerten nur 43 Prozent bis ein Drittel der befragten Jugendlichen die Qualität von Azubiseiten als gut oder eher gut. Viele kleine Unternehmen richten sich mit ihrer Website sogar nur an Kunden. Hier verschenken Sie eine schnelle, preiswerte und einfache Möglichkeit, Jugendliche und Eltern gezielt zu informieren.

Azubiseite leichtgemacht

Haben Sie schon einen Karrierebereich auf Ihrer Website, können Sie leicht Unterseiten anlegen (lassen) und einen Bereich für die Ausbildung erstellen oder – falls schon bestehend – erweitern.

Oder Sie legen eine eigene Azubiseite (neu) an, die maßgeschneidert für Ihre Bewerber ist. Das geht leichter, als Sie glauben. Das Zauberwort hierfür heißt Homepagebaukasten.

Die Kosten bewegen sich zwischen 0 Euro und 150 Euro pro Jahr. Diese Gebühren fallen in der Regel an für die Registrierung Ihrer Domain (letztlich Ihrer Internetadresse), den zur Verfügung gestellten Serverplatz sowie die Serviceleistungen.

TIPP: Einen Check für Ihre Karrierewebsite finden Sie auf www.rkw-azubimarketing.de.

Abbildung 3: Beispiel-Screenshot eines Homepagebaukasten.(© Eigene Darstellung - RKW Kompetenzzentrum)

Und so funktionieren die Baukästen: Sie legen eine Struktur für die Seite fest, wählen ein Design aus, entscheiden sich für Ihre Schriften, nutzen eigene Bilder (auf jeden Fall besser als lizenzfreie Bilder aus Bilddatenbanken) und pflegen Ihre Inhalte ein. Alles kein Hexenwerk.

TIPP: Nehmen Sie sich die Zeit und schauen sich die Homepagebeispiele der Anbieter an. Mit einfachen Mitteln und relativ geringem Aufwand erzielt man beachtliche Ergebnisse. In Leitfaden 4 finden Sie mit Gress Friseure ein gelungenes Beispiel für eine Azubiseite.

Das gehört auf jede Azubiseite

Wenn sich Jugendliche die Website Ihres Unternehmens und im Besonderen Ihre Azubiseiten anschauen, erwarten sie dort alle relevanten Informationen zur Ausbildung in Ihrem Unternehmen. Diesem Anspruch müssen Sie genügen – und Ihre Chancen steigen, das Interesse an einer Ausbildung in Ihrem Betrieb zu wecken. Doch auch der Rahmen muss stimmen. Im Folgenden zeigen wir, woran Sie im Kontext Ihrer Azubiseite denken sollten.

Die Botschaft

Zu den relevanten Informationen gehört auch das, was Sie als attraktiven Ausbildungsbetrieb auszeichnet. Diese Punkte haben Sie mit Hilfe des Leitfadens 1 herausarbeiten und sich überlegen können, was Ihre zentrale Botschaft ist. Über ein Ausbildungsangebot hinaus sollten Sie über Ihre Arbeitgeberattraktivität informieren, beispielsweise entsprechende Qualitätssiegel aufführen oder Statements von aktuellen Auszubildenden einfügen.

Platzierung und Struktur

Es ist an sich eine Kleinigkeit, aber nicht minder wichtig: Ihre gesamte Unternehmenswebsite sollte eine übersichtliche Struktur besitzen. Das bedeutet auch, dass die Rubrik Ausbildung prominent auf der Startseite platziert und leicht zu finden ist. Verstecken Sie diesen Bereich zumindest nicht in irgendwelchen Untermenüs. Auch die Azubiseite selbst muss gut gegliedert und übersichtlich strukturiert sein.

Sprache und Ansprache

Seien Sie sich klar darüber, dass Sie mit Jugendlichen kommunizieren. Versuchen Sie nicht, in der Sprache der Jugendlichen zu reden – das wirkt schnell gekünstelt und ist wenig glaubwürdig. Im Gegenteil, es kann sogar vieles ins Lächerliche ziehen. Stattdessen schreiben Sie verständlich. Kurze Sätze mit möglichst wenigen Nebensätzen – vergleichbar mit der Sprache von Radiomoderatoren. Benutzen Sie keine Fremdwörter, und falls sie doch notwendig sind, erklären Sie diese ebenso wie Fachbegriffe. Gehen Sie dabei immer davon aus, dass Ihre potenziellen Bewerber nicht Ihren Wissensstand haben (können). Formulieren Sie Ihre Sätze in aktiver Form und ohne Substantivierungen. Also nicht: Die Urlaubsplanung wird mit dem Ausbildungsleiter besprochen. Sondern: Der Ausbildungsleiter bespricht mit Ihnen gemeinsam, wie Sie Ihren Urlaub planen können. Trennen Sie zusammenhängende Texte nach kurzen Sinnabschnitten und setzen Sie Zwischenüberschriften – das ist leserfreundlicher. Und nicht zuletzt: Überlegen Sie sich gut, wie Sie die Bewerber anreden wollen. Geht es vorrangig um Jugendliche, ist das Duzen in Ordnung. Sind Ihre Bewerber jedoch in der Mehrheit volljährig, sollten Sie diese siezen. Sie wollen schließlich Wertschätzung vermitteln und auch auf Augenhöhe mit ihnen kommunizieren.

TIPP: Wir haben mit einem Homepagebaukasten zwei fiktive Azubiseiten für Sie als Beispiele erstellt und dort dieselben Vorschläge veranschaulicht. Schauen Sie sich die Beispiele an auf www.rkw-azubimarketing-unternehmensbeispiele.de.

Tabelle 3: Inhalte und ihre Bedeutung für eine Azubiseite.(Teil1)(© Eigene Darstellung - RKW Kompetenzzentrum)
Tabelle 3: Inhalte und ihre Bedeutung für eine Azubiseite.(Teil2)(© Eigene Darstellung - RKW Kompetenzzentrum)