Nachwuchsförderung und Personalgewinnung im Handel

Kapitel: Marketing für Nachwuchskräfte: Empfehlungen im Überblick

Die nachfolgenden Handlungsempfehlungen beruhen auf den Ergebnissen und Erfahrungen aus unserer Bestandsaufnahme bestehender Internetangebote von Unternehmen und Multiplikatoren der Handelsbranche sowie dem Berufsbildungsbereich, die in der Studie "Nachwuchsförderung und Personalgewinnung im Handel" beschrieben sind. Sie greifen wichtige Trends der Personalrekrutierung sowie wertvolle Erfahrungen anderer Unternehmen auf und geben ausgehend vom aktuellen Handlungsbedarf hilfreiche Anregungen und Tipps für ein erfolgreiches Marketing für Nachwuchskräfte.

Nutzen Sie das Internet zur Rekrutierung von Nachwuchskräften.

Auf den Webseiten von Multiplikatoren und Unternehmen der Handelsbranche sind Informationen zum Thema Ausbildung noch unterrepräsentiert – trotz der hohen Bedeutung des Internets für junge Menschen. Auch werden die Gestaltungspotenziale einer zielgruppengerechten Bewerbung und Ansprache noch zu wenig ausgeschöpft. Wer im Wettbewerb um Nachwuchskräfte punkten will, sollte das Internet verstärkt als Rekrutierungsinstrument einsetzen und ausbauen.

Richten Sie Ihre Online-Angebote auf das gesamte Spektrum der Zielgruppe aus!

Auf den von uns untersuchten Webseiten ist das Informationsangebot zur Ausbildung im Internet überwiegend auf wenige Teilgruppen junger Nachwuchskräfte fokussiert, z. B. Schüler, Abiturienten und Auszubildende. Die Zielgruppe wird kaum in ihrer gesamten Breite und Vielfalt beworben. Damit verspielen Sie wertvolle Chancen, weitere potenzielle Bewerbergruppen zu gewinnen, beispielsweise Bewerber mit bzw. ohne Schulabschluss, Migranten, Studenten und Akademiker. Das Internet bietet Ihnen die Chance, die Zielgruppe in ihrer Vielfalt anzusprechen und damit einen größeren Kreis potenzieller Bewerber für die Personalsuche zu erreichen – Nutzen Sie sie!

Vergessen Sie die Eltern und Lehrer nicht – auch Sie informieren sich online!

Um die Nachwuchsrekrutierung effizient zu gestalten, sollten Sie sogenannte "Sekundärgruppen" wie Eltern und Lehrer stärker berücksichtigen. Schließlich haben sie als Multiplikatoren einen entscheidenden Einfluss auf die Berufsorientierung und -wahl junger Menschen. Spezielle Informationsangebote, aber auch Aktionen wie Schulkooperationen, Beteiligungen an regionalen Ausbildungsmessen oder Tage der offenen Tür können sie überzeugen.

Alles auf einen Blick – Bieten Sie möglichst umfassende Informationen!

Viele Handelsunternehmen beschränken ihre Angebote zur Berufsausbildung im Internet noch überwiegend auf Informationen zur Ausbildung im Betrieb und zur Branche. Die Nachwuchskräfte interessieren sich aber vor allem für Internetseiten mit einem breiten Informationsspektrum und einer guten inhaltlichen Vernetzung mit Experten und Beratungsstellen im Ausbildungsbereich. Dies erleichtert ihnen die Suche und Auswahl von Informationen.

Setzen Sie Anreize mit spezifischen Ausbildungsangeboten und Karrierewegen!

Unternehmen und Verbände der Handelsbranche sind gut beraten, ihre bestehenden Online-Angebote durch wichtige Themen zur Berufsorientierung zu erweitern. Vor allem Informationen über Berufsbilder, Aufstiegsund Karrieremöglichkeiten im Unternehmen und in der Branche treffen das Interesse der Zielgruppe. Ebenso interessant sind neue Ausbildungsgänge, mögliche Auslandsaufenthalte oder -tätigkeiten, Fortund Weiterbildungsangebote nach der Ausbildung, Instrumente zur Selbsteinschätzung und Tipps zur Bewerbung.

Vernetzen Sie Ihre Informationsangebote und Aktivitäten!

Erhebliche Potenziale für Ihr Ausbildungsmarketing liegen in der intelligenten Vernetzung mit Netzwerkpartnern aus dem Bereich der Berufsbildung. So können Multiplikatoren wie Branchenverbände oder Organisationen mit bildungspolitischen und beratungsspezifischen Auftrag Ihre Online-Angebote schnell und ohne großen Aufwand inhaltlich erweitern. Damit gehen Sie noch besser auf den spezifischen Informationsbedarf Ihrer Zielgruppe ein und erreichen darüber hinaus auch noch mehr potenzielle Bewerber.

Auch mit Beteiligungen an Aktionen und Maßnahmen von lokalen oder regionalen Akteuren des Berufsbildungsbereichs verbessern Sie Ihren Zugang zur Zielgruppe und stärken Ihr Image als attraktiver Arbeitgeber in der Region. Beispiele sind Ausbildungsmessen, Partnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen, Wettbewerbe oder die Teilnahme am Girl’s bzw. Boy’s Day.

Weg vom Text, hin zum Bild: Gerade junge Menschen mögen es anschaulich!

"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte." Wer die Aufmerksamkeit junger Menschen gewinnen will, sollte dies bei der Gestaltung seines Online-Angebots besonders berücksichtigen. Animierte Bilder und Grafiken, Fotogalerien oder Filmsequenzen sprechenjunge Menschen besonders an und sollten zu Ihrem Standardrepertoire gehören.

Gewinnen Sie Ihren Nachwuchs "spielend" – mit multimedialen Anwendungen!

Multimedia-Instrumente, wie z. B. virtuelle Unternehmensrundgänge oder Fallstudien, simulierte Aufgabenstellungen und Arbeitsprozesse, spielerische Tests zur Selbsteinschätzung und -beurteilung, werden – wie unsere Untersuchung zeigt – von Handelsunternehmen noch wenig eingesetzt. Wer Jugendliche wirklich begeistern will, braucht allerdings eine gute Mischung von Information und Unterhaltung, von Angeboten zur Interaktion und zum Mitmachen. Kurzum: "Recruitainment" ist gefordert.

Was heißt das? Sie können sich mit multimedialen Angeboten im Online-Recruiting auf kreative Weise als attraktiver Arbeitgeber präsentieren, Ausbildungsbzw. Arbeitsinhalte sowie die Anforderungen des Ausbildungsberufs oder der Tätigkeit unterhaltsam vermitteln. Außerdem lassen sich mit einem ansprechenden Multimedia-Angebot Bewerbungsanreize setzen und die am besten geeigneten Kandidaten schnell und ohne großen Aufwand aus größeren Bewerberkreisen auswählen . Der Auswahlprozess wird verkürzt und einfacher, denn der interaktive Austausch unterstützt eine passgenaue Besetzung. Außerdem nutzen Jugendliche bei der Suche nach einem Praktikumsoder Ausbildungsplatz immer mehr den direkten Kontakt und Austausch mit Unternehmen. Interaktive Anwendungen im Webauftritt kommen diesem Wunsch und auch den Gewohnheiten der Zielgruppe entgegen.

Suchmaschinenoptimierung – Sorgen Sie dafür, dass Sie im Netz gefunden werden!

Der Erfolg Ihres Online-Recruitings hängt in erheblichem Maße davon ab, ob Ihre Angebote überhaupt gefunden werden. Unsere Studie zeigt: Multiplikatoren und Unternehmen der Handelsbranche unterschätzen diesen wichtigen Faktor noch. Die meisten Jugendlichen suchen Informationen zur Ausbildung über Suchmaschinen und orientieren sich an den Ergebnislisten. Wer auf der ersten Seite also nicht erscheint, verspielt wertvolle Chancen. Hier ist kontinuierliche Suchmaschinenoptimierung gefragt. Im Netz finden sich zahlreiche Tools, mit denen Sie Ihr Ranking überprüfen und gezielt verbessern können.