In den Betrieb reinschnuppern

Kapitel: Rechtliches und sonstige Regelungen

Das Schülerpraktikum ist eine Schulveranstaltung. Daher müssen Sie sich weder um Sozial-, Haftpflichtnoch um Unfallversicherung Sorgen machen. Vieles ist in den Schulgesetzen der einzelnen Länder geregelt.

TIPP: Einige hilfreiche Hintergrundinformationen finden Sie unter www.rkw-azubimarketing.de – beispielsweise zu den verschiedenen Praktikumsformen und länderspezifischen Regelungen beim Schülerpraktikum.

Das Jugendarbeitsschutzgesetz gilt es jedoch zu beachten. Zum besseren Verständnis sind die wichtigsten Punkte in der Tabelle „Die rechtlichen Rahmenbedingungen“ für Sie zusammengefasst. Sie finden die Tabelle auf www.rkw-azubimarkering.de.

Ohne die Eltern geht es nicht

Eltern und Lehrer beeinflussen die Berufswahl Jugendlicher wesentlich. Sie sollten darum wissen, wie Sie mit diesen „Influencern“ = Beeinflussern umgehen sollten (siehe Leitfaden 2).

80 Prozent der Jugendlichen wünschen sich die Unterstützung und den Rat der Eltern – auch bei der Praktikumssuche sprechen sie ein gewichtiges Wort mit. Aber: Die Eltern wissen oft wenig über die Ausbildungsberufe und bedürfen daher selbst Auskünfte von Ihnen. Also wie erreichen und informieren Sie diese? Eine gute Idee ist ein „Berufswahlzettel für Familie und Freunde“, wie ihn die HWK Hannover anbietet (siehe Abbildung 3). Bitten Sie die Jugendlichen, die eine Seite von Eltern, Verwandten und Bekannten ausfüllen zu lassen. Es liefert Ihnen zusätzliche Eindrücke und bezieht vor allen Dingen die Eltern mit ein – mit denen Sie darüber auch ins Gespräch kommen können.

Wenn der Aufwand nicht zu hoch ist, legen Sie eine eigene Unterseite auf Ihrer Website an (vergleiche Leitfaden 2), die sich direkt an Eltern richtet (etwa: „Beste Zukunftsperspektiven für Ihr Kind“): eine gute Möglichkeit, um diese in die Berufswahl miteinzubeziehen. Aber auch regionale Praktikumsund Ausbildungsbörsen bieten die Gelegenheit, um mit Eltern in Kontakt zu kommen.

Führen Sie beispielsweise Bewerbungstrainings im Rahmen eine Schulkooperation durch? Dazu könnten Sie auch Eltern einladen, die durchaus an solchen Kursen teilnehmen.

Eltern haben manchmal andere Vorstellungen von den Stärken und Talenten ihrer Kinder als diese selbst. Darum ist es erfolgversprechend, wenn die Eltern ihre Kinder bei bestimmten, berufsorientierenden Aufgaben erleben. Diese Idee steckt hinter den „Eltern-Schüler-Werkstätten“, die es bei der IHK Heilbronn-Franken gibt. Lesen Sie dazu das Beispiel der Firma Rupp im Leitfaden 4. Vielleicht können Sie mit anderen Ausbildungsbetrieben eine ähnliche Veranstaltung an Schulen Ihrer Region oder in den Betrieben organisieren.

Im Leitfaden 2 finden Sie noch mehr Maßnahmen, mit denen Sie Eltern erreichen können.

Tipps zum Umgang mit Lehrern

Lehrer sind diejenigen, die in der Schule zuallererst das Thema Berufsorientierung aufrufen. Es gibt diverse Internetportale, die aufzeigen, wie Lehrer die Berufsorientierung in der Schule vorbereiten und welche Informationsquellen sie nutzen. An dieser Stelle wird hierauf nicht ausführlich eingegangen.

Die wenigsten Lehrer haben jedoch einen tiefen Einblick in die Vielzahl von Ausbildungsberufen, meistens haben sie selber ein Studium an der Hochschule absolviert und wenig eigene Erfahrung aus Unternehmen. Darum sollten Sie die Lehrer immer begrü- ßen und einbeziehen, wenn sie bei Berufserkundungen oder zum Praktikumsbesuch ihrer Schüler in Ihrem Unternehmen sind. Je besser die Lehrer Berufe und Betriebe kennen, desto besser können sie ihre Schüler beraten. Sie könnten sogar so weit gehen, Lehrern in den Schulferien ein paar „Schnuppertage“ in Ihrem Unternehmen anzubieten.

Abgesehen von der „harten“ Information über Beruf und Ausbildung sowie über Ihren Ausbildungsbetrieb ist es vorteilhaft, wenn zwischen Ihnen und dem Lehrer/der Schule ein vertrauensvolles Miteinander herrscht.