Das Worldcafé zur Arbeitgeberattraktivität moderierten Thomas Fabich vom RKW Hessen und Dr. Ralf Wimmer von der Unternehmerschaft Niederrhein. Die Leitfrage lautete: Was können Unternehmen tun, um weiter erfolgreich Mitarbeitende zu finden und zu halten? Diskutiert wurde in zwei aufeinander folgenden halbstündigen Sessions, wobei die Teilnehmenden wechselten.

Das Worldcafé war Programmpunkt unserer Veranstaltung „Praktische Impulse für die Fachkräftesicherung“ am 10.02.2026 in Frankfurt am Main. Weitere Informationen und Dokumentationen finden Sie auf der Veranstaltungsseite: zur Veranstaltungsseite

Offensichtlich stieß das Thema auf ein großes Interesse. Denn das Worldcafé war mit 20 bis 30 Teilnehmenden in den beiden Austauschrunden gut besucht. Im Wesentlichen handelte es sich um Akteure aus Einrichtungen und Verbänden der Wirtschaft sowie aus öffentlichen Einrichtungen, die in ihren Positionen als Führungskräfte auch eigene, persönliche Erfahrungen auf den Gebieten der Personalarbeit einbringen konnten.

Als Impuls und zur Strukturierung der Diskussion schlugen Herr Fabich und Herr Dr. Wimmer drei zu bearbeitende Themenkomplexe vor.

  1. Machbare Stellschrauben: Was geht in KMU wirklich – ohne neue Bürokratie
  2. Spielregeln & Voraussetzungen: Was braucht Flexibilität, damit sie funktioniert?
  3. Grenzen & No-Gos: Wo hört Flexibilität auf und warum?

In der ersten Runde sollten wichtige Themen zum Thema Arbeitgeberattraktivität zusammengetragen werden, in der zweiten ging es primär darum, Lösungsmöglichkeiten zu skizzieren. In beiden Sessions wurden die Diskussionszeiten von den Teilnehmenden intensiv genutzt, um Erfahrungen auszutauschen sowie um Impulse und Wegmarkierungen für die Themenbereiche Arbeitgeberattraktivität und Arbeitszeiten zu setzen.

Lifestyle als neue Realität?

Bemerkenswert war zunächst, was in den Diskussionsrunden keine große Rolle spielte: die Viertagewoche als „Aufreger“ und Lifestyle-Thema. Tonangebend waren stattdessen Überlegungen, wie man auf Augenhöhe mit den Beschäftigten passende und faire Lösungen der Arbeitszeitgestaltung finden kann. Das Thema Work-Live Belance wurde vor diesem Hintergrund als wichtig betrachtet, und zwar nicht nur, um persönliche Vorlieben auszuleben, sondern auch um alltägliche Anforderungen an die Beschäftigten bei der Betreuung von Angehörigen zu berücksichtigen oder auch ehrenamtliche Tätigkeiten zu ermöglichen. Vor diesem Hintergrund lautete die entscheidende Frage, welche Unterstützungsangebote Betriebe ihren Mitarbeitenden als gute Arbeitgebende machen können.

Mobiles Arbeiten wichtig - aber nicht alles

Nebenbei kristallisierte sich in den Gesprächen heraus, dass mobiles Arbeiten nicht so einfach als das „New Normal“ bezeichnet werden kann. Denn in vielen Bereichen, bei Pflegetätigkeiten oder bei vielen gewerblichen Tätigkeiten, ist Arbeiten in Präsenz nach wie vor unabdingbar. Eine starke Fokussierung auf mobiles Arbeiten birgt die Gefahr, an dieser Arbeitsrealität vorbeizugehen und wichtige Beschäftigtengruppen bei der Diskussion über Arbeitszeiten und attraktive Arbeitsbedingungen außen vor zu lassen. Um berechtigten Benachteiligungsgefühlen von Beschäftigtengruppe zu begegnen, sollten Arbeitgebende, so ein Ergebnis der Diskussion, Maßnahmen des Nachteilsausgleichs ergreifen. Dies können Benefits wie Zuschüsse, Gutscheine, Erholungsmöglichkeiten oder auch ein Entgegenkommen und mehr beschäftigtenorientierte Flexibilität bei Arbeitszeitwünschen sein. Bei der besonders beanspruchenden Schichtarbeit könnten etwa Schichtbörsen ein hilfreiches Instrument zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen sein.

Arbeitgeberattraktivität beinhaltet viele Komponenten

In der Kürze der Zeit der beiden Worldcafé-Runden war es nicht machbar, ausdifferenzierte Lösungen für Arbeitgeberattraktivität zu entwickeln. Es gab aber Impulse und Ideen, die auf Konsens und Zusammenarbeit in den Betrieben setzen. Die Herausforderungen auf den Gebieten Arbeitszeit und Arbeitgeberattraktivität haben im Grunde zwei Komponenten: eine sachbezogene und eine affektive. Planbarkeit, Transparenz und Gestaltungsmöglichkeiten zum einen sowie Vertrauen und Wertschätzung zum anderen müssen zusammenspielen.

Bewertung von Kriterien

Zum Abschluss der beiden Diskussionsrunden wurden die Teilnehmenden gebeten, auf einer Flipchart die aus ihrer Sicht wichtigsten Themen für das Gewinnen und Binden von Fachkräften mit Punkten zu versehen. Die meisten Punkte auf einer vom ifaa (Institut für angewandte Arbeitswissenschaft erstellten Liste) erhielt „Führungskultur und vertrauensvolles Verhältnis zur Führungskraft“, knapp gefolgt von „Flexibilität hinsichtlich Gestaltung der Arbeitszeit“. Danach kam „Flexibilität hinsichtlich des Arbeitsortes". An vierter Stelle mit recht großem Abstand kam die „marktgerechte fixe Gesamtvergütung“. Dies war aufgrund des Verlaufs der Gesprächsrunden durchaus folgerichtig. Denn Vergütungsfragen spielten nur eine geringe Rolle.

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