6 Rückkehr
Als wer komme ich zurück und was will ich teilen?
Du bist aufgebrochen und neue Wege gegangen, die in der Organisation vielleicht noch niemand zuvor gegangen ist. Du bist Deiner Vision gefolgt, hast sie verteidigt und Dich gegen Widerstände durchgesetzt. Du hast Dich auf eine persönliche Entwicklungsreise begeben, auf der Du neue Fähigkeiten erlernt und wertvolle Erfahrungen gesammelt hast. Bildlich gesprochen, hast Du die Alte Welt, auch Deine Komfortzone, verlassen, weil Du einem Ruf gefolgt bist. Du hast ein Projekt ins Leben gerufen, es vorangetrieben, hast Höhen und Tiefen, Siege und Niederlagen erlebt, Dich der Unsicherheit gestellt und es schließlich zu Ende gebracht. Doch was ist daran besonders?
Unsere Erlebnisse formen und verändern uns. Als Menschen verändern wir uns oft unmerklich. Wir lernen dazu und machen Erfahrungen. Bei der „Rückkehr“ geht es um die Frage: Habe ich mich verändert, was mache ich mit dem neu gewonnenen Wissen und wie gut passe ich jetzt in meine Alte Welt?
All unsere Erfahrungen haben das Potenzial, uns und damit auch unsere Arbeitsweisen und Denkmuster nachhaltig zu verändern. Manchmal braucht es etwas Zeit, bis das Neue auch unser Selbstbild erreicht hat. Es kann auch herausfordernd sein, wenn wir in eine alte Umgebung und zu Menschen zurückkehren, die sich möglicherweise nicht verändert haben und auf Reisen gegangen sind. Der Sog des Alltags kann unsere neuen Fähigkeiten und unser verändertes Selbstbild dann leicht wieder in den Hintergrund drängen. Um Deine Schätze zu heben und sie in die Welt zu tragen, sind folgende Fragen zentral: Wie kann das entdeckte Potenzial (siehe Station 5) bei Deiner Rückkehr in die Alte Welt entfaltet werden? Wer warst Du vor und wer bist Du nach Deiner Reise? Und gibt es etwas, was für Dich an Bedeutung gewonnen hat und von nun an gelebt werden soll? Oder: Was soll sich für Dich verändern?
EINSTIEGSFRAGEN
Welche neuen Fähigkeiten und Einsichten hast Du gewonnen und welche davon willst Du im Alltag von nun an leben? Wer bist Du jetzt und wer möchtest Du künftig sein?
Was willst Du hinter Dir lassen?
Wie möchtest Du Dich im Team und der Organisation einbringen?
Welche Ratschläge kannst Du anderen mit auf den Weg geben?
HANDLUNGSIMPULSE
Um die eigenen Potenziale zu entfalten, die gehobenen Schätze zu leben, die neuen Fähigkeiten und Erfahrungen anzuwenden, ist eine bewusste Auseinandersetzung mit der Rückkehr und allem, was Dir auf dem Weg begegnet ist, wichtig. Der Blick auf folgende drei Aspekte ist dabei hilfreich (als Unterstützung können hierfür auch die Tools „Learning Canvas“ und „Ikigai“ genutzt werden):
- Der Blick auf die „Schätze“: Es ist essenziell, sich bewusst zu werden, welche Veränderungen – oder Schätze (siehe Station 5) – man bewusst in sein zukünftiges Handeln integrieren möchte. Welche Werte und Qualitäten möchtest Du in die Welt bringen? Was hast Du durch Deine Reise gewonnen? Welche Fähigkeiten und Erfahrungen möchtest Du davon in Deine Arbeit oder in Dein Team einbringen und leben? Gleichzeitig geht es darum, zu schauen, was Du vielleicht nicht mehr leben möchtest. Hier können auch grundsätzlichere Fragen gestellt werden: Bin ich mir meiner Werte, meines persönlichen Feuers bewusster geworden? Wofür will ich stehen? Wer bin ich jetzt, wer will ich sein und wer will ich nicht mehr sein?
- Zukunft und Pläne: Überlege Dir, wie Du die neuen Fähigkeiten nutzen kannst. Möchtest Du neue Projekte angehen oder bisherige Aufgaben anders gestalten? Hast Du neue Arbeits-, Denk- oder Verhaltensweisen entwickelt, die Du mit anderen im Unternehmen oder im Team teilen möchtest? Und schließlich: Passt Du noch in das aktuelle Team, in Deine Position oder in das Unternehmen? Wenn ja, überlege, in welcher Rolle, in welchem Bereich, mit welchen Tätigkeiten und Aufgaben Du in Zukunft am besten zur Entwicklung des Unternehmens beitragen kannst. Und noch etwas: Es müssen nicht immer große Zukunftspläne oder Veränderungen sein. Oft sind es auch kleine Neuerungen und Veränderungen, die die persönliche Entwicklung fördern und das Umfeld bereichern.
- Mögliche Hindernisse: Was könnte Dich daran hindern, das Neue zu leben? Gibt es hinderliche Strukturen und Prozesse? Wie steht es um die Unternehmenskultur? Gibt es Neid oder Missgunst bei Deinen Kolleginnen und Kollegen? Hast Du selbst Bedenken, Zweifel oder Ängste, diese neuen Qualitäten und Erfahrungen zu zeigen?
GEFÜHRTE INNENREISE
Ergänzend zu diesem Text kannst Du mit unserer Geführten Innenreise tiefer in die Besonderheiten der Station „Rückkehr" einsteigen. Höre rein und lasse Dich inspirieren!
Das Gelernte im Alltag verankern
Es kann hilfreich sein, konkrete Ziele zu setzen und Routinen zu entwickeln, die neuen Fähigkeiten und das Gelernte im Arbeitsalltag anzuwenden, denn sonst gehen sie mit der Zeit wieder verloren. Also, wann und wo möchtest Du das Neue (vorerst) einüben? Wichtig ist dafür, immer wieder zu reflektieren, ob Du auf dem richtigen Weg bist. Scheue Dich jedoch nicht davor, auch neue Wege einzuschlagen. Sei Dir außerdem bewusst, dass Du dabei auf Widerstände durch Kolleginnen und Kollegen stoßen könntest. Wichtig ist, dass Du Deine neu erworbenen Fähigkeiten und Handlungsspielräume pflegst und nicht in gewohnte, einschränkende Muster zurückfällst.
Wissen und Erfahrung weitergeben
Möchtest Du Deine Erfahrungen teilen und andere auf ihrer eigenen Reise begleiten? Als Mentorin oder Mentor könntest Du mit Deinem Wissen andere unterstützen und motivieren, ähnliche Schritte zu gehen und Veränderungen anzustoßen. Sei Dir bewusst, dass Deine Lernerfahrungen und Dein Wissen für andere sehr wertvoll sein können. Vielleicht gibt es jemanden, der an einem ähnlichen Punkt steht wie Du, als Du aufgebrochen bist? Vielleicht braucht jemand Dein erworbenes Wissen? Wo kannst Du jemanden ermutigen? Überlege, ob es in Deinem Unternehmen geeignete Kanäle, Anlässe oder Personen gibt, um Wissen zu teilen – nutze sie!
TOOLS ZUM DOWNLOAD
Learning Canvas – Person
Unterstützung in Veränderungen über die Bereiche Lernen, Verlernen und Identität
Ikigai
Ermittle Deine Leidenschaft, die dem Leben Sinn und Freude verleiht – Eine Gegenüberstellung
zu Station 1
REFLEXIONSBOX
- Welche Deiner zentralen Schätze (Fähigkeiten, Erkenntnisse) möchtest Du in Zukunft ganz bewusst leben?
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- Wenn Du Dich selbst beschreiben müsstest, wer bist Du jetzt und wer möchtest Du sein, wenn Du in die Alte Welt zurückkehrst?
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- Hat sich Deine Rolle im Unternehmen nach dem Projekt verändert? Wenn ja, was? Was musst Du tun oder ändern, damit Du diese Rolle auch leben kannst?
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- Was könnte Dir dabei im Wege stehen und wie willst Du damit umgehen?
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- Möchtest Du das Gelernte in Deinem Alltag verankern und eventuell Dein Wissen und Deine Erfahrungen weitergeben? Dann setze Dir konkrete Ziele, wie und bis wann Du was erreichen willst:
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- © Rocky89 / Getty Images – RS3394_GettyImages-610046942_retouch_web.jpg