EINSTIEGSFRAGEN

Auf welche persönlichen Ressourcen kannst Du zurückgreifen?

Was brauchst Du, um gestärkt in das Projekt zu starten (Mentorin oder Mentor, Verbündete, Fähigkeiten und Kompetenzen)?

Brauchst Du zusätzliche Literatur, Beratung, Weiterbildung, bessere Technik, die Zustimmung anderer und so weiter?

 

GEFÜHRTE INNENREISE

Ergänzend zu diesem Text kannst Du mit unserer Geführten Innenreise tiefer in die Besonderheiten der Station „Aufbruch" einsteigen. Höre rein und lasse Dich inspirieren!

www.rkw.link/innenreise3

 

Viele Menschen verharren zwischen Ruf und Verweigerung (siehe Station 2). Aber Du hast Dich entschieden, den Stimmen und den Gründen für eine Verweigerung zu trotzen, Risiken in Kauf zu nehmen und Dich der Unsicherheit zu stellen. Das Sprichwort „Der erste Schritt ist bereits die Hälfte des Weges“ bringt auf den Punkt, wie schwer und voraussetzungsvoll diese anfängliche Schwelle sein kann. Beim „Aufbruch“ wird die Schwelle vom Bekannten (Alte Welt) ins Unbekannte überschritten – der Start in ein neues Abenteuer. Neben Vorfreude und Aufregung können damit auch Ängste und Unsicherheiten verbunden sein. Doch ohne das Verlassen der eigenen Komfortzone entwickeln wir uns nicht weiter. Um gestärkt und voller Zuversicht aufzubrechen, ist für diesen Schritt eine besonders gute Vorbereitung entscheidend. Dabei ist es wichtig, sich der aufkommenden Gefühle, aber auch der vorhandenen Ressourcen bewusst zu werden, um bei Bedarf darauf zurückgreifen zu können.
 

HANDLUNGSIMPULSE

Die Auseinandersetzung mit den folgenden Aspekten hilft Dir, Dich gut auf Deine bevorstehende Reise vorzubereiten:

Achtsamkeit und Reflexionsfähigkeit
Nimm Deine Achtsamkeit und Reflexionsfähigkeit mit auf die Reise. Sie helfen Dir, den Autopiloten auszuschalten, das Steuer bewusst in die Hand zu nehmen und so präsent und wach zu sein. Indem Du wahrnimmst, was ist, also Deine Gedanken, Bewertungen, Gefühle oder körperlichen Veränderungen, sind Dir viel mehr Informationen zugänglich, die Du für Dein Handeln nutzen kannst. Du erkennst auch, wann Du aus Gewohnheit handelst und ob dies in einer bestimmten Situation zum Ziel führt. So kannst Du bewusster entscheiden, ob Dich der gewohnte Autopilot zum Ziel bringt oder ob es besser ist, etwas zu verändern. Das hilft Dir, variabler und leichter mit allen Situationen auf dem Weg umzugehen. Im hektischen Alltag ist unsere Wahrnehmung oft verengt auf eine Aufgabe, ein Ziel, eine Absicht. Dadurch gehen uns viele Impulse über uns selbst, andere Menschen oder knifflige Aufgaben verloren. Gönne Dir daher in regelmäßigen Abständen einen Boxenstopp zum Reflektieren und Erkunden. Die Übung (siehe Tools) „Da ist…“ schult Deine Achtsamkeit. Du lernst, Aspekte, Gefühle, Interpretationen, Bewertungen zu erkennen und auf ihre Wirkung und Zieldienlichkeit hin zu reflektieren.

Licht- und Schattenseiten kennenlernen
Stell Dir vor, Du fährst eine lange Rallye durch wildes und unwegsames Gelände. Je länger Du Dein Fahrzeug kennst, desto besser kannst Du Herausforderungen meistern. Du weißt, welche Schlaglöcher das Fahrwerk verzeiht, welche Steigungen möglich sind und welche Geschwindigkeit zu welchem Untergrund passt.

So ist es auch bei Dir selbst: Je besser Du Deine Licht- und Schattenseiten kennst, desto leichter kannst Du Dich auf schwierige Situationen vorbereiten. Die Lichtseiten betreffen Deine Stärken, Talente, aber auch Deine persönliche Motivation und Dein inneres Feuer. Sie geben Dir Kraft, wenn der Weg steinig wird. Bei den Schattenseiten hingegen geht es um Deine unangenehmen (oder noch unbekannten) Eigenschaften, Verhaltensweisen und vermeintlichen Schwächen, also diese zunächst negativen Seiten, die sich jedoch in bestimmten Situationen als echte Stärken herausstellen können.

Unsere Licht- und vor allem die Schattenseiten können sich – sofern wir aufmerksam und offen dafür sind – permanent zeigen. Am deutlichsten sichtbar sind sie jedoch, wenn es ernst oder mal eng wird, beispielsweise beim Ruf und bei der Verweigerung (Station 2). Der Ruf bringt Dich meist mit Deinen Lichtseiten (sie können Dir Kraft und Zuversicht schenken) in Kontakt, die Verweigerung dagegen mit Deinen Schattenseiten (sie zeigen oft Deine Grenzen auf). Aber auch hier beim „Aufbruch“ (Station 3) oder später beim „Weg der Prüfung“ (Station 4) treten sie immer wieder in Erscheinung. Halte also inne, beobachte, was in Dir vorgeht, und sei auch in dieser Phase ganz offen und empfänglich für jegliche Signale, Zeichen und Gefühle. In unserem Tool „Meine Licht- und Schattenseiten“ kannst Du alle Eigenschaften und deren jeweiligen Qualitäten festhalten. Sie werden Dir während der Reise noch öfter begegnen. Wenn Du lernst, mit ihnen zu arbeiten, wirst Du davon in Deiner persönlichen Entwicklung, bei der Bekämpfung oder dem besseren Verstehen von Widerständen, Blockaden oder Konflikten, aber auch in der Steuerung des Projekts profitieren. Wie sich diese Kräfte erschließen und mobilisieren lassen, kannst Du in der Zusatzstation „Höchste Prüfung“ nachlesen.

Aus dem Erkennen Deiner Licht- und Schattenseiten kannst Du außerdem ableiten, welche Fähigkeiten und Ressourcen Dir für die erfolgreiche Bearbeitung des Projekts noch fehlen. Vielleicht lassen sie (Stärken, Kompetenzen, Wissen) sich ja bei anderen Teammitgliedern finden. Erfolgreiche Teamarbeit erfordert daher unterschiedliche Perspektiven, denn gerade die Vielfalt der Sichtweisen kann zu kreativeren und innovativeren Lösungen führen.

Dazu bedarf es eines bewussten Teambuildings, bei dem das Team lernt, wie die unterschiedlichen Perspektiven und Stärken der Einzelnen gewinnbringend kombiniert werden können, um gemeinsame Ziele zu erreichen.

Feinde, Verbündete, Mentorinnen und Mentoren
Während des Aufbruchs, aber sicher auch während der weiteren Projektreise, wird es immer Menschen in Deinem Umfeld geben, die Deinen Erfolg maßgeblich beeinflussen:

Feinde: Manchmal gibt es Personen, „Feinde“, die Deinem Vorhaben und Dir jederzeit während des Projekts im Wege stehen können. Sie sehen Dich oder Dein Projekt als Bedrohung oder fürchten die Veränderung, die Dein Projekt mit sich bringt. Beobachte sie aufmerksam, denn sie können Dir wichtige Hinweise geben – sei es durch Kritik oder durch das Aufzeigen von Schwachstellen in der Planung oder bei der Umsetzung. Was treibt Deine Feinde an? Wofür kämpfen sie? Welche Schwächen zeigen sie Dir auf? Überlege, wie Du am besten mit ihnen umgehen kannst.

Verbündete: Sei Dir aber gewiss, dass Du den bevorstehenden Weg nicht alleine gehen musst. Denn viele aufkommende Probleme lassen sich mit der Hilfe anderer besser bewältigen. Identifiziere daher die Menschen, die Dir auch in schwierigen Situationen mit Rat, Knowhow und Schutz zur Seite stehen, Dir Mut machen, Türen öffnen oder praktische Hilfe leisten. Mach Dir klar, wer zu Deinen Verbündeten gehört, wer Dir bei welchen Problemen im Projektverlauf helfen kann und pflege die Beziehungen zu ihnen aktiv. Suche auch nach neuen Verbündeten. Der Zeitaufwand lohnt sich, denn Deine Netzwerke sind ein entscheidender Erfolgsfaktor.

Mentorinnen und Mentoren: Neben Verbündeten kann es von großem Wert sein, eine Mentorin oder einen Mentor an Deiner Seite zu haben. Sie stehen als Sparringspartnerin oder Sparringspartner mit Rat und emotionaler Unterstützung zur Verfügung. Im Unterschied zu Verbündeten müssen Mentorinnen und Mentoren nicht Teil der Organisation sein, sondern rekrutieren sich etwa aus dem persönlichen Umfeld. Aber auch abstraktere Vorbilder können helfen, in herausfordernden Situationen Orientierung und Kraft zu finden. Verbinde Dich dafür gedanklich und emotional mit diesem Vorbild und trete in einen inneren Dialog. Bei der Auswahl solcher Vorbilder kannst Du kreativ sein und alle nutzen, die Dich inspirieren, stärken oder unterstützen – von den eigenen Eltern über ein Vorbild aus der Sport- oder Geschäftswelt bis hin zum Dalai Lama.

 

TOOLS ZUM DOWNLOAD

Analyse von Verbündeten und Feinden
Wichtige Gruppen und Menschen sowie deren Beweggründe und Motivation festhalten

Achtsamkeitsübung „Da ist ...“
Achtsames Wahrnehmen von Aspekten, die Einfluss auf Arbeit und Wohlbefinden haben

Meine Licht- und Schattenseiten
Identifizierung und Gegenüberstellung positiver und negativer persönlicher Eigenschaften

www.rkw.link/toolssm3

Unser Tool „Analyse von Verbündeten und Feinden“ kann Dir dabei helfen, Dir Deiner persönlichen Ressourcen, Deiner Unterstützerinnen und Unterstützer, aber auch Deiner Mentorinnen und Mentoren bewusst zu werden.

So ausgerüstet, mit der Klarheit über Deine Licht- und Schattenseiten, Verbündeten und einer Mentorin oder einem Mentor an Deiner Seite bist Du bereit, für alles, was noch vor Dir liegt.

 

REFLEXIONSBOX

  1. Der Aufbruch steht bevor oder Du bist schon aufgebrochen: Welche Gedanken, Gefühle, Vorstellungen oder inneren Stimmen kommen Dir dabei in den Sinn? Worauf weisen sie Dich möglicherweise hin? Notiere sie hier:

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  2. Welche Deiner Stärken und welche Deiner Schwächen zeigen sich Dir gerade? Wie könntest Du gegebenenfalls Deine Stärken besser nutzen und was ist vielleicht das Gute an Deiner vermeintlichen Schwäche?
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  3. Halte fest, wer Deine Feinde und wer Deine Verbündeten sind? Wie kannst Du mit ihnen umgehen oder sie nutzen? Gibt es jemanden, der Deine Mentorin oder Dein Mentor sein kann? Wie sieht diese Unterstützung aus?

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  4. Wenn Du Deinen Aufbruch reflektierst, was würdest Du gerne mehr beachten oder konkret für Dein Projekt tun oder ändern und bis wann?

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