2 Alte Wel

Wer bin ich und nach was suche ich?

Deine Reise beginnt in vertrauter Umgebung. Diese Welt, Deine „Alte Welt“, ist der Ort, an dem Du Dich bisher bewegt hast. Sie kann eine Art Komfortzone sein – sicher und stabil – und Dich mit Kompetenzen und Routinen beschenken, deren Regeln Du verinnerlicht hast. Sie kann aber auch das Gegenteil sein – beengend und unbequem – und Dich in Deiner Entwicklung einschränken und für Langweile und manchmal auch für Ärger sorgen. Diesen Bereich bezeichnen wir als „Dis-Komfortzone“. Hier entstehen Ideen, hier wachsen Deine Träume. Möglicherweise siehst Du Verbesserungspotenzial – oder es ergeben sich durch die Begrenzungen Deiner Komfortzone Wünsche nach Veränderungen. Vielleicht erhältst Du aber auch einen Auftrag für ein Projekt (siehe Station 2). Bevor Du Dich auf den Weg machst, lohnt es sich in jedem Fall, kurz innezuhalten und einen Blick auf Deine persönliche, berufliche und private Situation zu werfen. Warum? Weil wir bei der Umsetzung eines Vorhabens immer als Menschen beteiligt sind. Unsere Motive, Wünsche, Fähigkeiten, aber auch unsere Grenzen und Schattenseiten haben Einfluss auf das künftige Projekt und die Richtung, die wir einschlagen. Deshalb ist es wichtig, sich selbst bewusst zu reflektieren – sich bewusst zu machen, wer man ist und was einen ausmacht.

Die Auseinandersetzung mit Deiner persönlichen „Alten Welt“ bietet Dir …

… ein Bewusstsein für Deine Stärken und Talente, aber auch für Deine Grenzen und Schatten.

… den Ausgangspunkt für Deine eigene Entwicklung – Du bekommst ein Bild davon, wer Du in Zukunft (nicht mehr) sein möchtest.

… ein Bild davon, was Dich persönlich antreibt und motiviert. Was ist Deine persönliche Qualität, die Du in die Welt bringen willst. Wofür willst Du stehen?

 

EINSTIEGSFRAGEN

Welche Gefühle verbindest Du mit Deiner gewohnten Umgebung (positive und negative)?

Welche Ziele und Interessen verfolgst Du?

Wie siehst Du Dich selbst und Deine Rolle im Unternehmen (Selbstbild/Ich-Ideal)?

 

GEFÜHRTE INNENREISE

Ergänzend zu diesem Text kannst Du mit unserer Geführten Innenreise tiefer in die Besonderheiten der Station„Alte Welt" einsteigen. Höre rein und lasse Dich inspirieren!

www.rkw.link/innenreise1

All diese Überlegungen können für die Durchführung des Projekts beziehungsweise Vorhabens von Bedeutung sein. Wenn Du Dich selbst verstehst und im Klaren darüber bist, was Du alles – im Guten wie im Schlechten – „mitbringst“, kannst Du im weiteren Projektverlauf besser Aufträge und Ziele klären oder in herausfordernden Situationen Dein Handeln anpassen. Mit anderen Worten: Es fällt Dir leichter, zu erkennen, welche inneren Anteile in den verschiedenen Situationen positiv oder negativ wirken.

 

HANDLUNGSIMPULSE

Führe nun eine Bestandsaufnahme Deiner Ausgangssituation durch, um ein möglichst detailliertes Bild von Dir und Deiner Rolle zu erhalten. Hilfreich dabei können neben den Handlungsimpulsen auch die Tools „Skill-Wheel“ und „Ikigai“ sein. Die Selbstreflexion kann auch Unsicherheiten ans Licht bringen, die jedoch wichtig sind, um zukünftige Entscheidungen bewusster zu treffen. Die Reflexion folgender Aspekte ist hier hilfreich:

Komfortzone
Deine Komfortzone, Dein sicherer Hafen. Es geht darum, herauszufinden, ob Deine Komfortzone Dich erfüllt oder eher Unbehagen in Dir auslöst. Frage Dich: Welche Fähigkeiten und welche Stärken verbindest Du mit Deiner Komfortzone? Was gibt Dir Sicherheit? Wer gibt Dir Sicherheit? Welche Gefühle löst sie in Dir aus? Was macht Dich in Deiner Komfortzone zufrieden, was unzufrieden? Womit hast Du dich abgefunden und womit nicht?

Dis-Komfortzone
Deine Dis-Komfortzone existiert neben Deiner Komfortzone. Sie ist genauso wichtig. So negativ „Dis-Komfortzone“ zunächst klingen mag, ist sie doch oft der Raum für Wachstum. Meist zeigt die Reflexion der Dis-Komfortzone, wo Handlungsbedarf besteht. Frage Dich: Was stört, ärgert oder beunruhigt Dich möglicherweise? Was würdest Du am liebsten einreißen? Was würdest Du gerne an Deinem Leben, Deiner Rolle ändern? Von welchen Veränderungen träumst Du? Was blockiert Dich in Deiner Entwicklung, in Deinem Handeln? Welche Gefühle löst die Dis-Komfortzone in Dir aus? Vielleicht erkennst Du eine Angst vor Veränderungen, aber lass Dich nicht davon lähmen! Nutze sie als Ansporn, Neues zu erkunden! Oft lassen sich daraus Ziele und Interessen ableiten.

Selbstbild
Neben Deinen Fähigkeiten, Stärken und Gefühlen solltest Du auch über Dein Selbstbild nachdenken. Wie siehst Du Dich selbst? Wie beschreibst Du Deine Rolle im Unternehmen, in Deinem Team? Siehst Du Dich selbst als Macherin oder Macher, strebst Veränderungen aktiv an, treibst Innovationen auch bei Schwierigkeiten weiter voran? Oder hältst Du Dich lieber an „Dienst nach Vorschrift“? Welche Art von Macherin oder Macher bist Du, was zeichnet Dich aus, was ist Dein Stil? Wer warst Du, als Du neu dazukamst und wer bist Du jetzt? Schließlich wird unser Selbstbild auch durch die Wahrnehmung und Reaktion anderer beeinflusst: Wie nehmen Dich die anderen wahr? Was trauen andere Dir zu und was vielleicht nicht?

Netzwerke
Bevor Du ein Projekt umsetzt, kann es sich lohnen, mit einem Blick auf Deine Beziehungen und Netzwerke im Unternehmen zu schauen. Entscheidend sind hier vor allem auch arbeits- und abteilungsübergreifende Beziehungen, auf die Du in verschiedenen Situationen zurückgreifen kannst. Überlege Dir, welche Beziehungen und Kontakte Du hast. Welche Kompetenzen und Zuständigkeiten haben die Personen in Deinem Netzwerk? Welche Rolle nimmst Du in diesen Beziehungen ein?

 

TOOLS ZUM DOWNLOAD

Skill-Wheel
Halte fest, wer Du eigentlich bist und wie Du Dich selbst siehst

Ikigai
Ermittle Deine Leidenschaft, die dem Leben Sinn und Freude verleiht

www.rkw.link/toolssm1

 

REFLEXIONSBOX

  1. Beschreibe Deine persönliche Komfort- und Deine Dis-Komfortzone (die Fragen im Text können Dir helfen, zu reflektieren). Meine Komfortzone zeichnet sich durch … aus/ ist …

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    Meine Dis-Komfortzone zeichnet sich durch … aus/ ist …

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  2. Notiere drei Deiner Stärken und Schwächen.

    Meine Stärken:

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    Meine Schwächen:

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  3. Selbstbild – Wer bist Du, was bringst Du mit, welche Werte vertrittst Du, wie gehst Du Projekte an?

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  4. Was resultiert aus diesen Reflexionen? Gibt es etwas, auf das Du achten oder das Du verändern willst?

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