Warum und wofür lohnt es sich, die eigene Komfortzone, die „Alte Welt“ zu verlassen? Alles beginnt in der „Alten Welt“, dort, wo alles bekannt und vertraut ist. Doch eines Tages kann sich ein Ruf plötzlich bemerkbar machen. Er kann leise sein, ein flüchtiger Gedanke oder eine kleine Unzufriedenheit. Er kann aber auch laut und aufdringlich sein, eine Vision, die Dich in ihren Bann zieht. Oder er erreicht Dich als expliziter Auftrag, etwas zu verändern. Der Ruf spricht von einer besseren Zukunft, die neue Chancen eröffnet. Von einer Vision, die enorme Kräfte und Energien in Dir mobilisieren kann, die Du benötigst, um Dein Projekt einerseits zu verkaufen (siehe Station 2 „Projektidee“), aufzubrechen (siehe Station 3) und andererseits den „Weg der Prüfung“ (siehe Station 4) auch zu meistern.
Der Ruf hat in der Regel allerdings auch eine Gegenspielerin, die Verweigerung. Sie trifft in dem Moment ein, wenn Zweifel, Ängste und Unsicherheiten laut werden. Diese Gefühle, auch „Torhüter“ genannt, wollen verhindern, dass Du aufbrichst und Deinem Ruf folgst oder den Auftrag annimmst. Es ist aber wichtig, auf sie zu hören, denn sie zwingen Dich, innezuhalten, um das Vorhaben und Deine Motivation genau zu prüfen.
Wäge also ab: Wie viel hat der Ruf mit Dir und Deinen Vorstellungen zu tun? Bist Du wirklich bereit, dem Ruf zu folgen und die Reise ins Ungewisse anzutreten?
EINSTIEGSFRAGEN
Ruf:
Wo kommt der Ruf her (von innen oder außen), welche Bedeutung hat er für Dich?
Wie tief ist Dein Wunsch, das Projekt umzusetzen und wie groß die Motivation und Bereitschaft die Extrameile zu gehen?
Verweigerung:
Was hält Dich davon ab, dem Ruf zu folgen?
Steigt oder sinkt Deine Kraft, wenn Du Dich näher mit dem Ruf oder der Verweigerung beschäftigst?
HANDLUNGSIMPULSE
Nimm Dir die Zeit, über die folgenden Aspekte nachzudenken, um Deine innere Motivation zu erkennen, dem Ruf zu folgen:
Ruf – Herkunft und Motivation
Überlege Dir, was genau der Ruf ist und woher er kommt. Denn dieses Wissen kann Deine Bereitschaft stärken, die Reise ins Ungewisse anzutreten. Außerdem kann der Ruf enorme Kräfte und Energien mobilisieren, die nötig sind, Strapazen auf sich zu nehmen, Risiken einzugehen und die Welt zu verändern. Schließlich hat der Ruf – also der Teil in uns, der von dem Vorhaben am meisten angesprochen wird – viel mit der Realisierung unserer eigenen Potenziale zu tun.
Möglicherweise hast Du in Deinem Unternehmen einen neuen Handlungsspielraum erhalten oder Du wurdest mit der Umsetzung eines Projekts beauftragt. Vielleicht fühlst Du Dich geehrt und beflügelt oder Du erlebst so etwas wie: „Wieso soll ich schon wieder die Kohlen aus dem Feuer holen?“ Bevor Du den Auftrag voreilig annimmst, sollten Deine Beweggründe – die offensichtlichen und die weniger sichtbaren – sowie die notwendigen Rahmenbedingungen genau geklärt sein.
Nimm Dir also die Zeit, dem Ruf und Deinen Gefühlen auf den Grund zu gehen. Bist Du intrinsisch motiviert und wie groß ist die Bereitschaft, dem Ruf zu folgen? Welche Kraft steckt dahinter? Ist es die Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation, also der Wunsch, eine ungelöste Situation zu verbessern oder die Sehnsucht nach Wachstum und neuen Herausforderungen? Welche Werte, welcher persönliche Sinn und welche Motivation werden angesprochen? Willst Du es anderen leichter machen, willst Du Deinen Gestaltungswillen ausleben oder etwas für das Umfeld tun? Es ist wichtig, den eigenen inneren Antrieb zu erkennen und seine Kraft zu nutzen. Auf diese Kraft kannst Du jederzeit zurückgreifen, auch in schwierigen Projektphasen – sei es, um Hindernisse zu überwinden oder um Menschen für Deine Idee zu gewinnen. Sei Dir bewusst, was Dich antreibt und was Dir Sinn gibt.
Aber Vorsicht: Manchmal dockt der Ruf auch an weniger kraftspendenden Anteilen in uns an. Auch hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Vielleicht suchen wir „nur“ Anerkennung, tun es aus „falschem“ Pflichtgefühl oder aus einem alten persönlichen Muster heraus. Folge also nicht vorschnell Deinen starken inneren Antreibern („Sei stark!“, „Streng Dich an!“, „Sei gefällig!“) oder Glaubenssätzen („Nur ich kann das Unternehmen retten!“). Wenn Du den Auftrag voreilig annimmst, besteht die Gefahr, dass Du Dich auf eine Reise begibst, die Dich überfordert. Es ist wichtig, besonders gut auf die innere Herkunft Deines Rufs zu hören. Manchmal flüstern uns auch falsche Stimmen zu – Stimmen, die uns in Richtungen führen, die wenig Kraft geben und unserem Wachstum hinderlich sein können.
Frage Dich, ob die Vorstellung, dem Ruf zu folgen, Dich eher wachsen lässt oder ob Du vielleicht alten Mustern folgst – ob der Ruf Dich stärkt und inspiriert oder ob er Dich schwächt. Wenn Du Dir nicht sicher bist, gib dem Teil in Dir, der den Ruf hört, einen Namen oder eine Gestalt. Wer ist es, der den Ruf hört? Übrigens ist auch unser Körper ein hilfreiches Instrument, um das herauszufinden. Beobachte einfach Deinen Körper, wenn du Dich näher mit dem Ruf beschäftigst. Achte auf Deine Atmung, die Körperspannung, die Haltung. Welche Gefühle löst das aus?
Woher auch immer der Ruf kommt, es ist lohnenswert, sich mit ihm neugierig auseinanderzusetzen. Je nachdem, von wem oder was der Ruf kommt, kann er mal mehr oder weniger Einfluss auf uns, das Vorhaben und den Erfolg haben. Der Unternehmensalltag ist aber kein Wunschkonzert, manchmal müssen wir Projekte annehmen, die weniger gut passen. Jedoch haben wir meist Spielräume, die wir nutzen und gestalten können. Je bewusster Du Dir bist, warum Du etwas tust, desto besser und somit professioneller kannst Du Dich selbst und das Projekt steuern.
Das Wissen über die Herkunft des Rufes kann somit einen erheblichen Einfluss auf Deine Leistungsfähigkeit, Resilienz und ebenso auch den Erfolg haben.
GEFÜHRTE INNENREISE
Ergänzend zu diesem Text kannst Du mit unserer Geführten Innenreise tiefer in die Besonderheiten der Station „Ruf & Verweigerung" einsteigen. Höre rein und lasse Dich inspirieren!
Verweigerung als möglicher Schutzmechanismus
Ein Ruf löst in uns nicht nur Freude, Motivation und Zustimmung aus. In jedem Menschen gibt es „Torhüter“, die uns raten, den Ruf abzulehnen. Das können negative Gefühle wie Ängste, Zweifel, Unsicherheiten oder negative Glaubenssätze sein. Oft wird das Vorhaben bereits abgebrochen, sobald diese negativen Gefühle auftauchen. Nach dem Motto: „Ach, das lohnt sich sowieso nicht! Das ist zwar eine gute Idee, aber die anderen werden nicht mitmachen!“ Diese erste Hürde hilft uns aber. Zum einen können wir unsere Idee oder das Projekt, das an uns herangetragen wurde, auf den Prüfstand stellen, bevor wir uns auf das Abenteuer einlassen. Zum anderen gibt uns die Verweigerung oft auch wichtige Hinweise – sowohl für uns selbst als auch für das Projekt. Übrigens: Wenn Dir die Stimmen der Verweigerung bekannt vorkommen, wenn sie Dich schon lange begleiten, dann ist vielleicht jetzt der richtige Zeitpunkt, diese Begrenzungen entschlossen zu überwinden oder Frieden mit ihnen zu schließen. Es lohnt sich also, auf die Verweigerung, auf unsere ersten Gedanken und Impulse zu hören. Frage Dich: Was hindert mich eigentlich daran, dem Ruf zu folgen? Ist es eine wertvolle Mahnung, die Dir hilft, die Rahmenbedingungen zu prüfen oder ist es eine einschränkende Stimme, die Dich hemmt? Wer oder was spricht da in mir?
TOOLS ZUM DOWNLOAD
Motivationsscanner
Unterstützung, um herauszufinden, was einen bewegt und motiviert
Ruf oder Verweigerung?
Egal, ob Du Deine eigene Vision umsetzen möchtest oder ob Du einen Auftrag erhalten hast und somit wenig Wahlfreiheit besitzt und Dich auf den Weg machen musst, es lohnt sich, genauer hinzuschauen. Die Reflexion der Impulse, die durch den Ruf und die Verweigerung deutlich werden, ermöglicht es Dir, abzuwägen, ob Du tatsächlich bereit bist, dem Ruf zu folgen. Unser Reflexionstool „Motivationsscanner“ hilft Dir, herauszufinden, was Dich wirklich antreibt.
Wirst Du also dem Ruf folgen, das Unbekannte betreten und Dich den Prüfungen stellen? Oder wirst Du den vertrauten Weg der „Alten Welt“ wählen? Die Entscheidung liegt bei Dir, doch eines ist sicher: Nur, wer den Mut hat, dem Ruf zu folgen, hat die Chance, zu wachsen und die Welt – seine Welt – zu verändern.
REFLEXIONSBOX
- Was sind Deine Beweggründe, das Projekt anzunehmen und durchzuführen? Meistens sind es mehrere Gründe. Sind es Gründe, die Dich wachsen lassen oder sind es Gründe, die sich Deiner Erfahrung nach ungünstig auf Dich auswirken? (Lies den Text dazu gegebenenfalls noch mal.)
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- Was sind Deine Torhüter, was hält Dich zurück? Welche Impulse bekommst Du, wenn Du die verweigernden Stimmen und Argumente hörst?
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- Was konntest Du aus der Station „Ruf & Verweigerung“ lernen? Was resultiert gegebenenfalls daraus für Dich?
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