Manchmal läuft ein Team wie ein Uhrwerk – alles greift ineinander, die Dinge kommen ins Rollen. Manchmal aber fehlt genau das Zahnrad, das alles verbindet. Das Teamradar fragt nicht nur: „Was tun wir?“, sondern auch: „Was lassen wir?“. Und genau daraus entstehen die Teamprofile.
Die Teamprofile machen sichtbar, wie sich unsere drei zentralen Teamkompetenzen in konkreten Mustern zeigen:
- Umsetzungsfähigkeit: Wie konsequent und wirksam wir unsere Ziele verfolgen. Diese Fähigkeit zeigt sich, wenn aus Ideen Ergebnisse werden, durch klare Rollen, funktionierende Abläufe und gemeinsames Dranbleiben.
- Strategiefähigkeit: Wie vorausschauend, reflektiert und gestaltend wir agieren. Diese Fähigkeit zeigt sich, wenn Teams Muster erkennen, neue Möglichkeiten entwerfen und das Große und Ganze mitdenken.
- Anpassungsfähigkeit: Wie offen, beweglich und lernbereit wir auf Veränderungen reagieren. Diese Fähigkeit zeigt sich, wenn Teams Routinen hinterfragen, flexibel reagieren und mit Veränderungen konstruktiv umgehen.
Ein Teamprofil beschreibt, welche dieser Kompetenzen aktuell im Vordergrund stehen, welche eher im Hintergrund wirken und welche vielleicht bewusst nicht gelebt werden. Die Profile helfen dabei, diese Verteilungen sichtbar zu machen, ohne sie zu werten.
Im Zentrum des Teamradars stehen drei Fähigkeiten, die aus dem Zusammenspiel der Sinndimensionen entstehen:
- Umsetzungsfähigkeit (sachliches Ziel und soziale Passung)
- Strategiefähigkeit (sachliches Ziel und zeitliche Entwicklung)
- Anpassungsfähigkeit (soziale Struktur und zeitliche Entwicklung)
Diese drei Fähigkeiten sind keine Skala, auf der „mehr“ gleich „besser“ bedeutet – sie sind Handlungsräume, in denen Teams navigieren. Es geht nicht darum, möglichst stark in allem zu sein, sondern sinnvoll mit den eigenen Möglichkeiten umzugehen. Ein Team ist nicht besser oder schlechter, weil es „wenig“ Strategie zeigt oder „viel“ umsetzt. Entscheidend ist: Was passt zur Situation, zur gemeinsamen Aufgabe?
Organisationen sind keine unbegrenzt aufnahmefähigen Systeme. Aufmerksamkeit, Energie und Ressourcen sind begrenzt. Wer sich auf eine bestimmte Fähigkeit konzentriert, etwa auf hohe Umsetzungsgeschwindigkeit oder strategische Tiefe, lenkt Aufmerksamkeit bewusst weg von anderen Feldern. Wer viel reflektiert, plant weniger. Wer stark umsetzt, hat weniger Zeit zum Innehalten. Wer offen bleibt für Veränderung, kann schwerer planen.
Jede Qualität hat ihren Preis. Die Frage ist nicht: Wie bekommen wir alles gleichzeitig?
Sondern: Worauf richten wir unsere Aufmerksamkeit, und was lassen wir bewusst zurück?
Strategien sind keine linearen Fahrpläne. Sie sind Möglichkeitsräume – und manchmal ist Verzichten die klügste Entscheidung, Nicht-Anpassen die mutigste Haltung und Nicht-Umsetzen der sinnvollste Schutz.
Die sieben Teamprofile zeigen typische Muster, wie Teams ihre Kräfte verteilen. Sie helfen beim Beobachten, ohne vorschnell zu werten. Sie machen sichtbar, wo Energie hingeht und wo sie bewusst nicht fließt. Sie sollen keine Schubladen öffnen, sondern Gesprächsanlässe bieten.
Jedes dieser Profile hat eine eigene Logik, einen Nutzen und Schattenseiten:
- Ein Profil kann in einer Situation ideal sein und in einer anderen völlig fehl am Platz.
- Manche Profile stärken die innere Ordnung des Teams, andere die Offenheit nach außen.
- Einige erzeugen viel Dynamik, andere bieten Stabilität.
Kein Profil ist von Natur aus besser, aber jedes ist wirksam auf seine Weise. Teams können so lernen, ihre eigenen Muster bewusster zu sehen, Stärken wertzuschätzen und Begrenzungen als strategische Entscheidungen zu verstehen.
Abbildung 11: Übersicht über die Teamprofile


Was hier wirkt: starke Umsetzungskraft – klare Ziele werden direkt angegangen. Strategie und Anpassung spielen nur eine Nebenrolle. Klar, strukturiert, macht das Geplante.
Die Ameise überzeugt durch Effizienz, Verlässlichkeit und Umsetzungskraft. Der Fokus liegt auf Ergebnissen – nicht auf Diskussion. Das Team arbeitet gut, wenn Ziele klar sind.
Stärken: Klarheit, Umsetzung, Zielorientierung
Risiken: Reflexion und Anpassung können zu kurz kommen

Was hier wirkt: hohe strategische Tiefe – mit viel Vorausschau, aber wenig Bewegung und Umsetzung.
Denkt voraus, greift wenig ein. Dieses Profil beobachtet, analysiert und plant lieber im Stillen. Entscheidungen werden vorbereitet, aber nicht forciert.
Die Eule steht für Weisheit, Beobachtungsgabe und ruhige Klugheit. Sie sieht viel – und wartet auf den richtigen Moment.
Stärken: Weitsicht, Vorsicht, Überblick
Risiken: Zögerlichkeit, mangelnde Wirksamkeit, Verlust an Tempo

Was hier wirkt: starke Anpassung – das Team ist offen und beweglich, setzt aber wenig gezielt um oder plant weit voraus. Es fließt mit der Veränderung. Dieses Teamprofil ist offen für Neues und hält Pläne flexibel. Es geht nicht um Kontrolle, sondern um Reagieren im Moment.
Der Oktopus steht für Anpassungskunst, Intelligenz und Wandlungsfähigkeit. Er gleitet durchs Unbekannte, ohne sich festzulegen.
Stärken: Beweglichkeit, Offenheit, Stressresistenz
Risiken: mangelnde Zielbindung, diffuse Kommunikation, Verlust von Struktur

Was hier wirkt: Zielklarheit und Planung – das Team bewegt sich kraftvoll und strukturiert, ist aber weniger offen für Neues. Plant und setzt effizient um. Dieses Profil beherrscht das Handwerk der Umsetzung ebenso wie strategisches Denken. Ideal für Umsetzungsphasen mit planbaren Mitteln.
Das Arbeitspferd steht für Ausdauer, Belastbarkeit und klare Zielorientierung. Es zieht mit Kraft – auch bei Gegenwind. Gleichzeitig schenkt es dem Team Stabilität und Verlässlichkeit – gerade in anspruchsvollen Projektphasen.
Stärken: Planung und Umsetzung aus einem Guss, Zuverlässigkeit, Teamstabilität
Risiken: Gefahr der Selbstüberschätzung oder Überforderung, geringe Flexibilität

Was hier wirkt: Weitsicht und Beweglichkeit – es wird viel gedacht und gelernt, aber wenig konkret umgesetzt.
Man experimentiert und denkt offen. Dieses Profil liebt Ideen, Überraschungen und kreative Umwege. Es handelt schnell – auch ohne vollständige Informationen.
Der Delfin steht für Spiel, Intelligenz und emotionale Offenheit. Er überrascht und inspiriert.
Stärken: Innovationskraft, Mut, Lernfreude
Risiken: Unbeständigkeit, fehlende Struktur, Risikoüberschätzung

Was hier wirkt: Pragmatismus und Reaktionskraft – dieses Team handelt aus dem Moment heraus und nutzt, was aktuell möglich ist. Mit großer Offenheit wird nach praktischen Lösungen gesucht. Langfristige Planung steht weniger im Fokus, dafür zählt das, was im Hier und Jetzt funktioniert. Das Team ist eng mit dem Alltag verbunden, lösungsorientiert und anpassungsfähig.
Der Dachs steht für Erdung, Zähigkeit und praktische Klugheit. Er weiß, wie man ohne Aufhebens durch den Alltag kommt.
Stärken: Realismus, Bodenhaftung, Alltagstauglichkeit
Risiken: geringe Weitsicht, fehlende Ambition, Reaktivität statt Gestaltung

Was hier wirkt: ein bewusster Mix aus Umsetzung, Strategie und Anpassung – oft reflektiert und fein ausbalanciert. Das Team kann alles und ringt um Balance. Dieses Profil ist reflektiert, differenziert und beweglich. Es erkennt Spannungen und versucht, sie zu halten.
Der Fuchs steht für Klugheit, Flexibilität und soziale Intelligenz. Er findet Wege, wo andere nicht mal suchen.
Stärken: Vielseitigkeit, Meta-Kompetenz, Bewusstheit
Risiken: Entscheidungsvermeidung, Überkomplexität, Überforderung
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