Arbeitsphase 1: Konfliktdetektei

Diese Übung unterstützt das Team dabei, einen Konflikt im Hinblick auf ihre zugrunde liegenden Spannungsverhältnisse zu analysieren. Ziel ist es, Konflikte nicht nur als Hindernisse, sondern als sinnvolle Spannungen innerhalb der Organisation zu betrachten, die möglicherweise auf wichtige strukturelle oder organisatorische Themen hinweisen. Durch diesen Prozess kann das Team wertvolle Einsichten gewinnen, die sowohl das Verständnis als auch die Lösungsansätze für bestehende Konflikte fördern.
- Vorläufige Bezeichnung des Konflikts:
Zunächst formuliert das Team eine vorläufige Beschreibung des Konflikts. Diese sollte ein Satz oder eine kurze Phrase sein, die den Konflikt auf den Punkt bringt. Dabei ist es wichtig, dass alle Beteiligten der Beschreibung zustimmen oder zumindest keine Einwände haben. Die Beschreibung dient als Ausgangspunkt für die weitere Analyse, kann jedoch im Verlauf der Übung angepasst werden, falls sich die Sichtweise ändert. - Wer streitet (mit wem)?
Teilen Sie das Team in Konfliktparteien auf: Wer steht mit wem in Widerspruch? Meist bildet sich diese Aufteilung natürlich heraus. Sollte das Team Schwierigkeiten haben, sich in zwei Parteien aufzuteilen, könnte dies ein Hinweis darauf sein, dass die Konfliktbeschreibung noch nicht passend ist. In diesem Fall empfiehlt es sich, zur ersten Phase zurückzukehren und den Konflikt erneut zu definieren. Wenn die Gruppen feststehen, fährt jede Gruppe mit den nächsten Schritten fort. - Wofür tritt jede Partei ein?
Nachdem die Konfliktparteien festgelegt sind, beantwortet jedes Teammitglied die Frage: „Wofür trete ich in diesem Konflikt ein?“ oder „Worum geht es uns wirklich?“ Dieser Schritt dient dazu, die zentralen Anliegen und Forderungen jeder Partei zu klären. Diskutieren Sie in Ihrer Gruppe, welche Ergebnisse Sie sich wünschen und welche konkreten Ziele Sie verfolgen, wenn Ihre Forderungen umgesetzt würden. - Gemeinsamkeiten identifizieren:
Nun geht es darum, innerhalb jeder Konfliktpartei die gemeinsamen Kernanliegen herauszuarbeiten. Welche Forderungen und Interessen teilen die Mitglieder einer Gruppe? Dies kann zunächst in den Kleingruppen besprochen werden, bevor die Ergebnisse der gesamten Gruppe vorgestellt werden. Ziel ist es, die zentralen Gemeinsamkeiten jeder Partei festzuhalten und transparent zu machen. - Übergeordnetes Team- oder Organisationsthema:
Zum Abschluss wird reflektiert, welche übergeordneten Team- oder Organisationsthemen hinter dem Konflikt stehen. Überlegen Sie gemeinsam, welcher strukturelle oder organisatorische Aspekt mit dem Konflikt verbunden ist. Oft sind mehrere Themen möglich – hier darf das Team dem Bauchgefühl folgen und das Thema wählen, das am besten zum Konflikt passt. Dieses Thema dient als Schlüssel, um das Spannungsverhältnis zu erkennen und zu analysieren.


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- © Klaus Vedfelt / Getty Images – 2025_TR_datailseite_oben_1460_550.jpg