Handlungshilfe zur Einführung eines Ausbildungsbotschafter-Projekts
Ein Ausbildungsbotschafter-Projekt wirkt in mehrere Richtungen. Die wichtigsten Zielgruppen und ihre Bedürfnisse: Hinweis: Überlegen Sie für jede Zielgruppe: Was ist ihr konkreter Nutzen? Daraus leiten Sie Ihre Ansprache ab – etwa Infobriefe für Schulen, einen kurzen Leitfaden für Betriebe oder einen motivierenden Auftakt-Workshop für Azubis. – Schülerinnen und Schüler: Hauptzielgruppe sind Vorabgangsklassen weiterführender Schulen (z. B. Klassen 8–10). Sie wünschen sich ehrliche, verständliche Informationen und Vorbilder, mit denen sie sich identifizieren können. Ziel: realisti- sche Einblicke, Orientierung und die Option „Ausbildung“ auf dem Radar. – Auszubildende als Botschafter: Sie sind das Herzstück des Projekts. Geeignet sind Azubis im laufenden Ausbildungsverhältnis, die fachlich sicher und offen im Umgang mit Menschen sind. Sie brauchen Schulung, Freistellung, klare Abläufe und Wertschätzung (z. B. Zertifikat, Teilnahmebe- scheinigung). Einige Initiativen nutzen das Know- how der „Auszubildenden“ auch noch ein bis zwei Jahre nach deren Abschlussprüfung. – Schulen und Lehrkräfte: Sie bieten die Plattform für Einsätze und integrieren diese in ihren BO- Unterricht. Schulen sind mir einer Vielzahl von Auf- gaben und Herausforderungen konfrontiert. Daher benötigen sie verlässliche Partner, einfache Organi- sation und inhaltlichen Mehrwert für die Klassen – keine Firmenwerbung, sondern Orientierung. – Ausbildende Unternehmen: Sie stellen die Botschaf- ter frei und profitieren von Sichtbarkeit und Kontakt zu potenziellen Bewerbern. Sie wünschen sich gerin- gen organisatorischen Aufwand, Rückmeldung zu Einsätzen und klare Informationen zum Nutzen. – Kammer / Projektteam: Die Kammer plant, koor- diniert und begleitet das Projekt. Sie braucht klare Zuständigkeiten, Rückhalt in der Organisation und eine Einbettung in ihre Bildungs- und Fachkräfte- strategie. Die Mitarbeitenden gewinnen Einblicke in die Lebenswelt der Jugendlichen und können diese Erfahrung in andere Angebote einfließen lassen.
Kern-Zielgruppen und Ihr Nutzen Zielgruppe Rolle im Projekt Wichtigster Nutzen (Benefit) Schülerinnen und Schüler Zentrale Zielgruppe (Orientierungssuchende) Direkte, authentische Einblicke & Inspiration für die Berufswahl. Auszubildende (Botschafter) Die Macher und authentischen Vermittler Persönliche Weiterentwicklung, Anerkennung und Wertschätzung des Engagements. Schulen und Lehrkräfte Die Plattform und Organisatoren vor Ort Entlastung in der Berufsorientierung und verlässliche, qualifizierte Partnerschaften. Ausbildende Unternehmen Bereitsteller der Botschafter (Stakeholder) Gewinnung motivierter Bewerber und Aufbau langfristiger Schulbeziehungen. Kammer (Projektteam) Projektleitung und Qualitätssicherung Schärfung des Dienstleistungsprofils und direkter Kontakt zur jungen Generation. Tabelle 1: Kern-Zielgruppen und ihr jeweiliger Nutzen.