Am 10.2.2026 öffneten sich die Türe des Haus am Dom in Frankfurt für unsere Veranstaltung „Praktische Impulse für die Fachkräftesicherung“. Ein umfangreiches Programm, spannende Gäste auf der Bühne und Zeit zum Netzwerken – ein erkenntnisreicher Tag.

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Hintergrund

Das Finden und Binden von Fachkräften bleibt weiterhin für viele Betriebe eine große Herausforderung. Nachhaltige Lösungen entstehen dort, wo Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ihre Perspektiven zusammenbringen und praxisnahe Ansätze diskutieren. Entscheidend sind Impulse und Strategien, die sich im betrieblichen Alltag konkret umsetzen lassen.

Ziel der Veranstaltung war, konkrete Maßnahmen zur Sicherung von Fachkräften für Unternehmen in Deutschland zu erörtern und gemeinsam pragmatische Lösungsansätze zu entwickeln und zu diskutieren. Die Veranstaltung wurde vom RKW Kompetenzzentrum gemeinsam mit dem Beirat „Mensch und Arbeit“ initiiert und in Kooperation mit dem DGB Hessen-Thüringen, der IHK Frankfurt am Main und dem RKW Hessen durchgeführt.

Inhaltliche Schwerpunkte

Vier Themen standen bei der Veranstaltung im Fokus:

  • Unterstützungspotenzial von KI
  • Ausbildung mit Zukunft
  • Fachkräfte aus dem Ausland
  • Arbeitgeberattraktivität

Die Veranstaltung wurde eröffnet durch Jens Nagel, Geschäftsführer des RKW Kompetenzzentrums,

Ulrike Friedrich, Referatsleiterin für Ausbildungsmarketing und Kampagnenmanagement der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) und Dr. Robby Riedel, Referatsleiter Tarifpolitische Koordinierung und Mindestlohn beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB).

Vier Impulse zur Fachkräfteknappheit

Im anschließenden Vortrag „Vier Impulse zur Fachkräfteknappheit“ von Dr. Oliver Ludewig vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), lag der Fokus auf den Herausforderungen und den zu erwartenden Entwicklungen in der Fachkräftesicherung.

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Aktive Mitarbeit beim Worldcafé

Danach wurde in Worldcafés gemeinsam mit den Teilnehmenden an konkreten Lösungen gearbeitet. Berichte zu den vier Themen finden sie unter folgenden Links:

  1. KI im Handwerk: Praxisimpulse
  2. Ausbildung mit Zukunft - Was begeistert die junge Generation?
  3. Fachkräfte aus dem Ausland holen - aber wie?
  4. Arbeitgeberattraktivität - Arbeitszeit und Vergütung als wichtige Stellschrauben

Wie begeistert man die Gen Z?

Nachmittags kam die GenZ zu Wort und widerlegte das gängige Bild von der arbeitsscheuen jungen Generation: Noelle Hütter und Sophie Zimmermann, zwei ehemalige Teilnehmerinnen des RKW-Projekts Digiscouts, sowie Jorun Neß, eine Ausbildungsbotschafterin, gaben den Teilnehmenden konkrete Tipps, wie junge Menschen der Generationen Z und Alpha angesprochen, ausgebildet und weiterentwickelt werden können. Frau Hütter und Frau Zimmermann arbeiten in der Stadtverwaltung Frankenberg. Zu dem Ausbildungsplatz sind sie über eine Bewerbungsmesse der Stadt gelangt. Beide freuen sich über die abwechslungsreiche Tätigkeit und die Verantwortung die sie im Digiscouts-Projekt übertragen bekommen haben.

Auch Joren Neß hat die Begeisterung für ihr Fachgebiet entdeckt: Für die Ausbildung ist sie extra nach Frankfurt gezogen - auch wenn die Lebenshaltungskosten im Ballungsgebiet das Ausbildungsgehalt weit übersteigen. Hier können Unternehmen ggf. unterstützen. Als Ausbildungsbotschafterin freut sie sich darauf, junge Menschen von und für die Ausbildung zu begeistern. Wenn Unternehmen deutlich machen können, wie abwechslungsreich die Ausbildung ist und welche Verantwortung auch schon die Auszubildenden übernehmen können, ist das ein großer Pluspunkt.

Gute Praxis inspiriert

Praktisch wurde es auch beim Spotlight „Unternehmens-Best Practice zum Mitarbeiter finden und halten“. Die Unternehmerin Myra Mani (Mani Häusliche Pflege & mani global recruiting) und der Unternehmer Matthias Kemmer (Kemmer & Hein OHG) sowie Sebastian Borchers von der Travaia GmbH und Stefan Soltmann von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) erläuterten ihre erfolgreichen Ansätze zum Finden und Halten von Mitarbeitenden – angefangen von der Gewinnung von ausländischen Auszubildenden bis hin zur Einbeziehung des Betriebsrates bei der Qualifizierung von Mitarbeitenden.

Und wie kann Politik Betriebe unterstützen?

Im abschließenden Panel ging es um die wichtige Frage „Was kann Politik tun, um die Fachkräftesituation zu verbessern?“. Mit dabei: 

  • Barbara Eckes, Bürgermeisterin der Stadt Frankenberg
  • Heike Hofmann, Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales
  • Peter Hampel, Hauptgeschäftsführer des VHU Hessen
  • Klaus-Stefan Ruoff, Vizepräsident der IHK Frankfurt am Main und Geschäftsführer Gebrüder Horne Rohrleitungen und technischer Bedarf GmbH
  • Stefan Würzbach, Abteilung Sozialpolitik/Arbeitspolitik des DGB Hessen-Thüringen

Es wurde lebhaft diskutiert – auch über aktuelle Themen wie die Flexirente, attraktive Angebote für Jugendliche in der Ausbildung und natürlich die „Lifestyle-Teilzeit“. Die Politik ist insbesondere gefordert, die Bürokratie für Unternehmen abzubauen. Im Moment ist der Trend, gerade auch aus der EU kommend, eher gegenläufig. Dies überfordert gerade kleine Unternehmen, die mit den Anforderungen kaum mithalten können.

Heike Hofmann, Hessische Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, betonte die gesamtgesellschaftliche Zusammenarbeit bei der Fachkräftesicherung. Sie verwies dabei auf bestehende Initiativen der Landesregierung und deren praktische Anwendung in den Regionen:

In Hessen wird Fachkräftesicherung gelebt. Die Hessische Fach- und Arbeitskräfteinitiative ,Zukunftsgerecht & regional' etwa zeigt, wie praxisnah und lösungsorientiert das Sichern von Fachkräften vor Ort gelingen kann. Was die Akteurinnen und Akteure in den Regionen gemeinsam erarbeiten, ist beispielhaft für die gute Kooperation zwischen Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Wissenschaft und steht für Fachkräftesicherung made in Hessen.“

   
Die Veranstaltung „Praktische Impulse für die Fachkräftesicherung“ ist Teil einer Veranstaltungs- und Produktreihe zum Jahresthema des RKW „Impulse (um-)setzen“.

www.Impulse-umsetzen.jetzt

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